Genau drei Monate sind seit meiner Ankunft in Costa Rica vergangen und ich kann kaum glauben wie schnell die Zeit vergeht. Gleichzeitig habe ich in dieser kurzen Zeit schon so viel erlebt und einige Ups und Downs durchlebt, sodass meine ganzen Erlebnisse auch eine viel längere Zeitspanne umfassen könnten.

In meinem Projekt, Fundación Fundamentes, habe ich mich mittlerweile richtig gut eingewöhnt und habe ein viel engeres Verhältnis zu den Kindern und meinen Kolleginnen als zu Beginn. Die Kinder erzählen mir immer mehr aus ihrem Leben und begrüßen mich oft freudig mit einer Umarmung. Es gibt aber auch viele Tage an denen die Arbeit sehr anstrengend sein kann, weil die Kinder keine Lust auf die kleinen Bastel-Workshops, die ich oft zusammen mit zwei anderen deutschen Freiwilligen aus einer anderen Organisation anbiete, haben, oder sich schlichtweg nicht konzentrieren können. Die hyperaktiven Kinder, die dann lautstark durch die Gegend laufen, unter Kontrolle zu bekommen ist in solchen Momenten eine echte Herausforderung.

Auch in San José kenne ich mich mittlerweile ganz gut aus und obwohl ich die Stadt zunächst nicht besonders ansehnlich fand, habe ich nun auch ihre schönen Seiten kennengelernt. So gibt es beispielsweise im Barrio Escalante viele nette Cafés und ein Food Center, das unfassbar leckere vegane Pizza anbietet. Außerdem ist die Stadt abends, wenn in den Häusern die Lichter brennen und die Straßenlaternen angehen, ein echter Hingucker, da man durch die bergige Landschaft weit in die Ferne blicken kann und einem ein wunderschönes Lichtermeer entgegnet. Trotzdem sollte man nicht vergessen, dass in San José eine hohe Kleinkriminalitätsrate vorherrscht und man immer gut auf seine Wertsachen aufpassen muss. Dieser Umstand wurde mir vor einer Woche noch einmal verstärkt bewusst, als mir mein Handy auf der Straße beim Vorbeigehen aus meiner Rucksacktasche geklaut worden ist, ohne dass ich es bemerkt habe. Zum Glück blieb es bei diesem Taschendiebstahl und obwohl der Verlust meines Handys natürlich äußerst ärgerlich ist, werde ich nun noch mehr darauf achten, meine Wertsachen an meinem Körper zu tragen und sie nicht aus den Augen zu lassen. Aus Fehlern lernt man ja bekanntermaßen.

Was ich auf jeden Fall etwas mehr lernen könnte, sind Spanischvokabeln. In der Schule hatte ich zwei Jahre Spanisch und bin daher nur mit einem sehr kleinen Grundwissen der spanischen Sprache nach Costa Rica gereist. Mein Ziel ist es mit einem guten Spanischlevel nach Deutschland zurückzukehren und obwohl ich auf jeden Fall schon deutlich besser Spanisch kann, kann ich leider noch nicht wie durch ein Wunder fließend Spanisch sprechen, obwohl ich schon eine ganze Serie auf Spanisch gestreamt habe. Spaß beiseite, im Alltag ist meine Fähigkeit Spanisch zu sprechen sehr tages- und themenabhängig. An manchen Tagen verstehe ich sehr viel und an anderen kaum ein Wort. Die gelegentlichen Gespräche mit meinen Uber-Fahrern, die eigentlich immer nach dem gleichen Muster ablaufen (Wo kommst du her? Wann bist du angekommen und wie lange bleibst du? Was machst du in Costa Rica? Wo bist du schon hingereist?), könnte ich im Schlaf meistern, aber wenn mir ein achtjähriges Kind leise nuschelnd eine einfache Frage stellt, verstehe ich leider absolut nichts. Erschwert wird das Ganze durch die unglaubliche Sprechgeschwindigkeit der Ticos, aber ich bin guter Dinge, dass ich mein Ziel letzten Endes noch erreichen werde, auch wenn es vielleicht etwas länger dauert, als ich es mir erhofft habe.