Von den Erfolgen und Schwierigkeiten im Arbeitsalltag

Endlich angekommen

„WAS??“, fragt uns plötzlich die Köchin, als wir sie auf Spanisch darum bitten, uns unseren Früchtesnack für diesen Morgen zu geben. Wir beide schauen uns super irritiert an. Daraufhin fängt Nelsy, die Köchin der Kindertagesstätte, an zu lachen. Sie erklärt uns, dass sie sich dieses eine deutsche Wort echt gut merken könne, da Kathi und ich (Lara) uns oft fragend anschauen, wenn wir etwas nicht verstehen. In der Hoffnung, die andere hätte es vielleicht verstanden, fragen wir dann: ‚was?‘. Als wir das hören, müssen auch wir lachen. Es war glücklicherweise überhaupt nicht als Vorwurf gemeint. Ganz im Gegenteil, es hat sich so angefühlt, als wären wir immer mehr im Team ankommen.

Umarmungen machen glücklich

Dieses Gefühl haben uns die Kinder schon von vom ersten Tag an gegeben. Sie haben sich so sehr darüber gefreut, dass wir jetzt da sind, um mit ihnen Zeit zu verbringen und Englisch zu üben. Nachdem uns am Morgen die Gittertür geöffnet wird, werden wir an jedem Tag mit derselben Euphorie begrüßt und stürmisch von den Kindern umarmt. Ihre begeisterten „Teachers“-Rufe hören wir aber schon, sobald sie uns durch die Fensterscheibe sehen. Ihre liebevolle Art macht es uns nicht schwer, sie alle sofort ins Herz zu schließen.

„Ups und Downs“ gehören dazu

Doch man darf sich davon nicht täuschen lassen, denn das heißt nicht, dass die Kinder auf uns auch automatisch hören würden. Davon darf man sich aber nicht unterkriegen lassen. Mit der Zeit entwickelt man ein immer besseres Durchsetzungsvermögen. Natürlich gibt es aber auch viele Momente, in denen man auf die Unterstützung der Betreuer:innen angewiesen ist. Dabei ist es wichtig, sich klar zu machen, dass es okay ist, Hilfe zu brauchen. Man fühlt sich schnell mal überfordert, wenn man auf alle Kinder gleichzeitig aufpassen muss und dabei keines aus den Augen verlieren darf. Vor allem bei den jüngeren Kindern muss man aufpassen, dass sie nichts in den Mund nehmen. Oft entsteht auch irgendein Streit zwischen den Kindern, der sich meistens aber schnell wieder lösen lässt.

Auf der anderen Seite kann es aber auch in anderen Momenten vorkommen, dass man sich eher unterfordert fühlt. Manchmal sitzen wir nur am Rand und schauen zusammen mit den Kindern und dem/der Betreuer:in fern. Da kann einem dann schon auch sehr schnell langweilig werden.

Ein bisschen Abwechslung tut jedem gut

Mittlerweile dürfen wir uns aber während solcher Aktivitäten auch manchmal gemeinsam anderen Aufgaben widmen, wie z.B. die neue Monatsdekoration zu organisieren. Ob Blumen basteln, Buchstaben ausschneiden oder Kartonfrüchte aufhängen, es gibt jeden Monat neue kreative Aktionen für die Dekoration. Meistens hat unsere Chefin Eva schon eine Vorstellung, was sie gerne haben würde und es ist dann an Kathi und mir, diese umzusetzen. Das ist eine unserer Lieblingsaufgaben, weil man so die Möglichkeit bekommt, kurz durchzuatmen und in seinem Arbeitsalltag etwas Abwechslung zu bekommen.