Kulturgut Essen

Wunsch – interkultureller Austausch

Einer meiner größten Wünsche, den ich mit dem Freiwilligen Sozialen Jahr erfülle, ist es, in eine andere Kultur einzutauchen, die Welt aus einer anderen Perspektive sehen zu dürfen und neue Menschen, ihre Bräuche und Gewohnheiten kennenzulernen - kurzgesagt, interkulturellen Austausch zu leben. Doch was zählt eigentlich zu Kultur?

Der Begriff Kultur kommt aus dem lateinischen, „Cultura“ = Landbau; Pflege (des Körpers und Geistes), [1] und bedeutet laut Duden „Gesamtheit der geistigen, künstlerischen, gestaltenden Leistungen einer Gemeinschaft als Ausdruck menschlicher Höherentwicklung“ [2]. Unter Kulturgüter fallen nicht nur Schrift, Religion, Bräuche, Sitten und alle Formen der Kunst, sondern auch das Essen, um welches es in diesem Artikel geht.

Wie schaffe ich es mich zu integrieren, interkulturellen Austausch zu leben und zur Kultur beizutragen?

Durch Essen! Zum Beispiel durch das gegenseitige Austauschen beim gemeinsamen Essen und dem Sprechen über kulturelle Unterschiede in der Küche oder indem man von typisch deutschen Gerichten oder Lebensmitteln berichtet, wie Knödel, Sauerkraut, Kartoffelsalat, Schweinebraten und natürlich Brot und Brezel.

Um gleich ein wenig aus meiner eigenen Heimat zu zeigen, haben einige Mitfreiwillige und ich versucht, einen Käsekuchen für unsere Gastfamilie zu backen, auch wenn dieser seinem Namen jedoch nicht ganz so gerecht wurde. Für das eigentliche traditionelle Familienrezept von zu Hause wird normalerweise Quark verwendet. Wie wir später bemerkten, ähnelte der sogenannte Queso crema (Frischkäse) dem deutschen Quark nicht wirklich. Quark in der Form, wie wir ihn aus Deutschland kennen, existiert hier so nicht.

Dafür gibt es hier in Costa Rica viele Früchte, die man in normalen Supermärkten in Deutschland nicht bekommen kann. Dazu gehören Guanábana, Jocote, Guaba, Mamon Chino, Cas usw. Auch die Zutaten, die hier oft zum Kochen verwendet werden, unterscheiden sich deutlich von denen der deutschen Küche. Hier wird viel mit Reis und Bohnen gekocht, viel Maismehl verwendet und super viel Fleisch gegessen. Außerdem isst man sehr häufig. Es gibt bei uns jeden Tag Fleisch zum Mittagessen und in unserem Projekt essen wir insgesamt vier Mahlzeiten. Erst Frühstück, dann Merienda (Zwischenmahlzeit), Mittagessen und anschließend nochmal eine Merienda. Meist wird schon morgens warm und deftig gegessen, etwa das typische Gallo Pinto, das jedoch zu allen Mahlzeiten auf den Tisch kommen kann. Durch meine Gastfamilie konnte ich auch lernen, dass die Costa Ricaner es in jeder Hinsicht süß lieben. Alles schmeckt süßer als in Deutschland und bei Getränken wird an Zucker nicht gespart. Es gibt viele verschiedene Frescos und auch Agua Dulce wird typischerweise getrunken. Empfehlenswert finde ich vor allem die frischgemachten Säfte und natürlich den super leckeren costa ricanischen Kaffee (hier vor allem 1820 und Café Dón Ruddy zu empfehlen). Um Anschluss zu finden und noch mehr von der costa ricanischen Kultur zu lernen, habe ich nun schon öfter mit verschiedenen Leuten Empanadas, Tortillas und Gallo Pinto zubereitet. Über typische Gerichte zu reden, Rezepte auszutauschen und diese gemeinsam zu kochen, hat es mir ermöglicht, immer mehr in die costa ricanische Kultur einzutauchen und neue Kontakte zu knüpfen. Damit ich anderen ein Stück costa ricanische Kultur näher bringen kann und somit die Idee des interkulturellen Austausches noch weiter unterstütze, zeige ich hier ein Rezept, das ich von Nachbarn, meiner Gastfamilie und unserer Köchin im Projekt lernen durfte.

Die Mengenangaben kommen allerdings aus dem Internet, da ich hier in Costa Rica (wohl oder übel) lernen musste, frei und unabhängig von Messbecher und Waage zu kochen - rein nach Gefühl und das wortwörtlich.

Gallo Pinto

Das Gallo Pinto ist ein typisches Reisgericht aus Costa Rica, das mit der typischen Lizano-Sauce zubereitet wird.

Zutaten: · 400 g gekochter Reis · 500 g schwarze Bohnen · 1 rote Paprika, gewürfelt · 1 Zwiebel, fein gehackt · 3 Knoblauchzehen, gehackt · ½ Bund Koriander · Lizano-Sauce

Beilagen: · Avocados · Eier, Rührei oder Spiegelei · Tortillas · Gebratene Bananen · Käse

Zubereitung:

Vorbereitung · Reis am Vortag Kochen und im Kühlschrank aufbewahren. Um den Reis zu kochen: Zu Beginn eine halbe Zwiebel mit Öl in einem Topf anbraten und den gewaschenen Reis dazugeben. Ungefähr doppelt so viel Wasser wie Reis beifügen · Bohnenkochen: Die Bohnen ca. 60-90 Minuten in einem Topf kochen , bis diese weich sind. Zubereitung 1. Paprika, Zwiebeln, Knoblauch und Koriander kleinschneiden. 2. Paprika und Zwiebeln mit Öl in einer Pfanne andünsten bis die Zwiebeln durchscheinend sind. 3. Danach den Knoblauch in die Pfanne dazugeben und ein paar Minuten weiterbraten (da dieser schneller anbrennt) 4. Nun die schwarzen Bohnen hinzufügen (immer weniger Bohnen als Reis 1:3) Wer möchte dem Bohnensud (Konsistenz und Geschmack abhängig) und 2 EL der Salsa Izano hinzufügen 5. Nach wenigen Minuten den Reis hinzufügen und umrühren und ca. 8 Minuten kochen 6. Koriander, Salz und Pfeffer beifügen


Bildliche Reihenfolge der Zubereitung


Das Pinto wird dann mit Beilagen wie Rührei, Plátanos maduros (reife in Öl angebraten Kochbananen) oder einem Stück gebratenen Käse (queso frito) sowie Sauerrahm (Natilla) gegessen.

Ich wünsche gutes Gelingen beim Kochen und viel Spaß!


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