Nachhaltigkeit spielt heute in nahezu allen Bereichen unseres Lebens eine große Rolle, denken wir einmal ans Einkaufen, Reisen, Wohnen und vieles mehr. Dass uns das Thema mittlerweile ständig über den Weg läuft, ist meiner Meinung nach auch gut so, angesichts der Verantwortung, die wir alle für eine gesunde Umwelt haben. Wir können und müssen dazu beitragen, dass nicht nur wir von den Auswirkungen des Klimawandels und des Artensterbens verschont bleiben, sondern dass künftige Generationen genauso sicher und freiheitlich wie wir auf dieser Erde leben können.
Heißt das, dass Nachhaltigkeit dasselbe ist wie Umweltschutz? Ja und nein! Nachhaltigkeit besteht aus drei Bereichen: Ökologie, Ökonomie und Soziales. Der Umweltschutz ist also Teil einer nachhaltigen Welt, aber es gehört noch mehr dazu, wie zum Beispiel ein gerechtes Wirtschaftswachstum.
Besonders wichtig ist, dass wir uns zunächst bewusst machen, wie wir leben und arbeiten, damit wir verstehen, in welchen Bereichen wir noch nachhaltiger werden können, also umweltschonender, sozialer und erfolgreicher! Dieser Aufgabe habe ich mich als Praktikantin bei Visioneers gestellt. Ich bin also auf eine kleine Entdeckungsreise gegangen, habe unseren Büroalltag genau beobachtet und mir dann überlegt, was wir noch besser machen können.
Dazu muss man sagen, dass der Verein schon immer sehr auf Nachhaltigkeit geachtet hat und dementsprechend fortschrittlich mit dem Thema umgeht. Als ich Anfang Mai in mein Praktikum startete, fielen mir beispielsweise die Baumwollhandtücher im Bad und die Pflanzen im Büro auf. Außerdem wurde mir schnell mitgeteilt, dass wir so gut es geht aufs Drucken verzichten. Diese Dinge haben mich beeindruckt.
Um dem Anspruch des Vereins noch stärker gerecht zu werden, habe ich mich an die Arbeit gemacht und ein nachhaltiges Bürokonzept entwickelt. Dieses ist in die Bereiche Nachhaltigkeit in Küche und Bad, Büromaterialien/Ausstattung, Tätigkeiten und Aufklärung unterteilt.
Fangen wir mal hinten an: Aufklärung über Nachhaltigkeit ist der Grundbaustein für eine Veränderung. Deshalb sollten Schulungen zu umweltfreundlichem Verhalten sowie umweltfreundlicher Beschaffung und Anwendung von Materialien und Dienstleistungen für alle Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen angeboten werden. Dabei kann auf die Besonderheiten von Visioneers eingegangen werden und am Ende steht eine effektive und angepasste Strategie für mehr Nachhaltigkeit.
Zu meinem Konzept gehört außerdem, dass wir auf Plastik bei Verpflegung und Materialien verzichten und stattdessen wiederverwertbares Verpackungsmaterial nutzen. Dazu gehören zum Beispiel Mehrwegboxen für das Mittagessen, aber auch, dass wir auf Glas- statt Plastikflaschen zurückgreifen. Grundsätzlich sollten wir mit Blick auf die Verpflegung darauf achten, dass wir regionale und saisonale Lebensmittel mit Bioqualität konsumieren. Auch im Bad kann man unzählige nachhaltige Alternativen verwenden, unter anderem für Seife und Waschmittel. Plastikfreie Spender, Naturkosmetikprodukte und Naturseife sind an dieser Stelle wichtige Stichpunkte.
Machen wir weiter mit Büromaterialien und Ausstattung. Deren Beschaffung sollte zentral organisiert werden, unter anderem um Transportwege einzusparen. Gleichzeitig ist es wichtig, dass Umwelt-/Nachhaltigkeitsengagement der Anbieter in den Blick zu nehmen, damit eine bewusste Entscheidung für mehr Nachhaltigkeit getroffen werden kann.
Nachhaltige Ausstattung und Materialien umfassen nachfüllbare und wiederverwendbare Stifte, Büromöbel mit möglichst langer Gebrauchsdauer und / oder gebrauchte Möbeln sowie Geräte und Möbel mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“. In Sachen Elektrizität sollte man einen Öko-Strom-Anbieter wählen und auf eine stromsparende LED-Beleuchtung in den Büroräumen setzen. Die Verwendung von Mehrfachsteckdosen mit Kippschalter senkt übrigens den Stromverbrauch! Nicht zu vergessen ist, dass man beim Kauf neuer elektrischer Geräte die Energiezertifizierungen wie das Energy Star-Label beachtet. Noch ein kleiner Tipp am Rande: Kopier- und Druckergeräte sollten zur Reduktion der gesundheitsgefährdenden Partikelemissionen für die Mitarbeitenden nur in gut durchlüfteten Räumen, in denen sich kein regelmäßiger Arbeitsplatz befindet, aufgestellt werden. Wenn man diesen Punkt abgehakt hat, sollte man im nächsten Schritt sicherstellen, dass vor allem Recyclingpapier mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ verwendet wird.
Bevor ich euch endgültig zu Experten im Bereich nachhaltiges Büro ernenne, hier noch ein paar Tipps in Bezug auf Tätigkeiten im Arbeitsalltag. Zunächst freut sich das Klima natürlich am meisten, wenn ihr mit Fahrrad, Bus oder Bahn ins Büro und wieder nach Hause fahrt. Sobald es in die kreative Phase im Büro geht, zum Beispiel, wenn ihr Notizen oder MindMaps anfertigt, dann kann ich euch online Versionen wie Evernote oder Padlet empfehlen. Seid ihr stattdessen mit einer Recherche beschäftigt, dann nutzt gerne Ecosia, eine nachhaltige Option für online Suchmaschinen. Mit jeder Suchanfrage wird durch die Anpflanzung von Bäumen ein Kilogramm CO2 neutralisiert. Viel Gutes, wenig Aufwand! Zwischendurch sollte immer wieder darauf geachtet werden, dass die Energiesparfunktion aktiviert ist und ihr regelmäßig euer Email-Postfach leert; das spart nämlich Speicherkapazität und damit Energie.
So, jetzt habt ihr einen Einblick in mein Bürokonzept erhalten und ich hoffe, ihr konntet einige gute Tipps mitnehmen, mit denen ihr eure Arbeit nachhaltiger gestalten werdet. Wenn ihr noch weitere Ideen und Anregungen habt, dann teilt sie immer gerne mit euren Kolleg:innen!
Nun ist schon Monat neun meines Bundesfreiwilligendienstes vorbei und ich steuere langsam auf das Ende zu. Vor fünf Monaten habe ich einen ersten Blogartikel über meinen BFD geschrieben, was ist seitdem Neues passiert?
Unser Visioneers Team hat sich über die Zeit vergrößert und es gibt viele neue Gesichter im Team, u.a. Miriam und Sabeth, die als Sozialpädagoginnen einen großen Teil der Jugendarbeit übernehmen und zwei super Ansprechpersonen für mich sind. Außerdem ist Andres aus Costa Rica nun auch Bundesfreiwilliger bei Visioneers.
Ihm zeige ich die Programme, mit denen wir arbeiten und erkläre ihm Aufgaben. Es macht Spaß, mit ihm zusammenzuarbeiten und neues über seine Kultur zu lernen. Ein bisschen Spanisch hat er mir auch schon beigebracht, immerhin kann ich schon auf „¿cómo estás?“ antworten (Beweis: Muy bien y tu?).
Momentan sieht mein Arbeitsalltag so aus, dass ich zwei Mal in der Woche im Homeoffice arbeite, dann erledige ich Aufgaben am Computer, z.B. Designs für Social Media, Formulare für weltwärts oder die Webseite updaten. Den Rest der Woche bin ich im Büro oder in der Willkommensklasse der Sophie-Scholl-Schule. Seit die Schulen wieder geöffnet haben, gehe ich dort wieder regelmäßig zur Unterstützung der Schüler:innen beim Deutsch lernen hin und begleite Giresse bei den Workshops in der Klasse.
Ich konnte auch einen Einblick in unsere aktuellen Projekte bekommen. Für das Projekt Mobile Jugend Lernhilfe.Jetzt war ich Januar bis März in einer Wohngruppe in Berlin-Dahlem und habe dort die Jugendlichen bei ihren täglichen Aufgaben im Homeschooling unterstützt. Es war zwar nicht immer leicht, die Schüler:innen zu motivieren, aber mit der Zeit habe ich sie besser kennengelernt und wusste, wer wie tickt.
Auch beim Lernbrücken-Projekt habe ich zumindest kurz mitgearbeitet, in den Osterferien habe ich mit einer Kollegin zusammen eine Ferienlernzeit in der Carl-Sonnenschein Grundschule angeboten, bei der Schüler:innen die Möglichkeit hatten, verpassten Lernstoff nachzuholen.
Es ist schade, dass viele Projekte nicht stattfinden konnten oder verschoben werden mussten. Vor allem der Kontakt zu den Jugendlichen fehlt mir manchmal. Ich fände es sehr schön, noch den offenen Jugendtreff bei Visioneers mitzuerleben.
Aber jetzt freue ich mich erst einmal auf die Projekte, die noch anstehen, wie die Sommerferienschule und das weltwärts-Seminar in Präsenz.
Das Abschlussseminar meines Freiwilligendiensts konnte sogar gerade in „Halb-Präsenz“ stattfinden und ich war 3 der 5 Tage im Seminarhaus mit einem Teil meiner Seminargruppe. Ich bin sehr froh, dass ich zumindest bei meinem letzten Freiwilligenseminar für ein paar Tage vor Ort sein konnte und es war richtig schön, die anderen Freiwilligen mal besser kennenzulernen und sich richtig austauschen zu können. Abgesehen davon war es auch ziemlich cool, mal wieder mehr Leute auf einmal kennenzulernen und gemeinsam in einem Seminarhaus zu übernachten, ein bisschen wie Urlaub.
Aber auch wenn die letzten Monate sehr von den Corona-Einschränkungen geprägt waren, hatte ich immer etwas zu tun und der Arbeitsalltag war nicht eintönig. Ich kann mittlerweile sagen, dass ich schon viel selbstständiger geworden bin, beim Arbeiten, aber auch sonst im Alltag. Ich habe viel über andere Kulturen und Religionen, Deutsch als Fremdsprache und den Arbeitsalltag in einem gemeinnützigen Verein gelernt. Für mich war der Freiwilligendienst bei Visioneers genau die richtige Entscheidung, die ich immer wieder so treffen würde.
Ich gebe zu, dass ich am ersten Tag des Deutschunterrichts Anfang 2019 voller Neugier und Erwartung war, da ich die Sprache eigentlich gar nicht beherrscht habe, was wiederum viele Ängste und Fragen hervorrief wie: Wird es so schwierig sein, wie alle sagen? Wird es lange dauern, bis ich die Sprache beherrsche? Deutsch ist meine dritte Sprache nach Spanisch und Englisch, da ich im Jahr 2017 meine Universitätslaufbahn als Studentin für Englisch als Fremdsprache an einer der staatlichen Universitäten meines Landes begonnen habe. Und obwohl das Erlernen einer neuen Sprache für mich nicht neu war, ruft allein die Erfahrung, etwas Unbekanntes auszudrücken, gewisse Emotionen hervor. Das Erlernen anderer Sprachen ist ein großer Gewinn und sollte zu unserem Vorteil genutzt werden. Ich weiß jetzt sehr gut, wie man eine Fremdsprache lernt und vor allem, wie man Ergebnisse erzielt. Ich hatte immer gehört, wie schwierig es ist, Deutsch zu lernen, und ich brauchte die Erfahrung, um das bestätigen zu können.
Obwohl ich immer gedacht habe, dass jede Sprache ihre eigene Komplexität hat und manche mit Blick auf Themen wie Herkunft, Schrift, Aussprache und so weiter schwieriger sein können als andere, habe ich immer geglaubt, dass oft nicht die Sprache selbst das größte Hindernis ist, sondern dass wir uns selbst unsere eigenen Grenzen schaffen. Motivation ist ein entscheidender Faktor, wenn man eine neue Sprache erlernen will, denn es wird ein langfristiges Projekt sein, das oft mit Hindernissen verbunden ist.
Mir gefällt der folgende Satz: Ohne Motivation gibt es keinen Fortschritt und ohne Fortschritt gibt es auch keine Motivation. Dies ist im Prozess eines jeden Fremdsprachenstudierenden von entscheidender Bedeutung. Um eine Sprache in unserem eigenen Land zu lernen, muss man sich so intensiv wie möglich mit der Sprache beschäftigen, Kontinuität aufweisen und einen Lebensstil neben der Sprache entwickeln. Und obwohl es oft Herausforderungen mit sich bringt, ist es eine durchaus erreichbare Leistung. Ich möchte einige Punkte mit euch teilen, die beschreiben, wie mein Prozess war, Deutsch zu lernen und wie ich dazu stehe. Es ist notwendig zu sagen, dass jede Erfahrung anders ist, also werde ich von meiner Erfahrung erzählen.
Ich finde meine Motivation
Mein erster Schritt war, meine Motivation zu finden. Eine neue Sprache erfordert jahrelange Hingabe und Beständigkeit. Als ich die Motivation gefunden hatte, wollte ich nach Berlin gehen, wenn Gott es mir erlaubt, und ich wollte das Wissen gewinnen, das mir das Gefühl gab, mit anderen Menschen kommunizieren zu können. Als ich über einen Ort nachdachte, an dem ich es formell studieren könnte, gab es viele Möglichkeiten und so begann ich, es selbst zu studieren. Und damit komme ich zum nächsten Punkt, der sehr wichtig ist.
Unterschiedliche Bedürfnisse und Schwierigkeiten
Da wir alle verschieden sind und daher unsere Bedürfnisse nicht unbedingt gleich sind, bedeutet das, dass nicht alle dasselbe tun. Ich war schon immer empirisch veranlagt, und wenn ich das Gefühl hatte, dass ich genügend Grundlagen hatte, zog ich es vor, mein Wissen einzubringen und mich selbst zu entwickeln, so weit ich konnte, zusammen mit Mentoren, die mir meine Zweifel nehmen und mir beim Üben helfen. Aber nicht jeder von uns funktioniert genau so, wir müssen einander kennenlernen und dann die Hilfe suchen, die unseren Bedürfnissen am meisten entspricht. Letztendlich wollen wir alle dasselbe Ziel erreichen, aber wir erreichen es auf unterschiedlichen Wegen. Leider verfügen wir nicht alle über die gleichen Mittel, wir können nicht alle einen Kurs besuchen, zum Beispiel weil wir weit weg von einer Akademie wohnen, wie ich, weil ich sehr weit von der Hauptstadt entfernt wohne. Und wir haben auch nicht alle das Geld, um einen Kurs zu finanzieren, und obwohl es heutzutage viele Möglichkeiten gibt, macht die Tatsache, dass es eine Sprache ist, die nicht von Tausenden von Menschen gelernt wird, dies oft sehr kostspielig. Und das kann für viele eine Herausforderung sein, mich eingeschlossen. Das heißt aber nicht, dass es unmöglich ist.
Ich lerne wie ein Kind
Dieser Punkt war der Schlüssel zu meinem Erfolg beim Deutschlernen. Ich stelle mir vor, dass ich ein Mädchen bin, das zum ersten Mal Spanisch lernt. Kinder lernen durch Nachahmung und wir müssen dasselbe tun, wenn wir eine andere Sprache lernen. Kinder haben keine Angst, Fehler zu machen, sie lernen einfach. Wenn sie beim Erlernen einer Sprache einen Fehler machen, lachen sie nur und machen weiter. Jetzt mache ich das und das ist sehr gut, denn ich habe gemerkt, dass ich mich vorher auf meine Fehler konzentrierte und dafür meine Energie vergeudet habe, die ich beim Sprachenlernen hätte verwenden können. Wir müssen aus unseren Fehlern lernen!
Sprache ist der Eingang zur Kultur
Das ist der letzte Punkt, den ich ansprechen möchte. Wenn man eine Sprache nicht beherrscht, kann man nicht in die Kultur eintauchen. Es geht nicht nur darum, beim Einkaufen im Supermarkt sprechen zu können, sondern man muss auch in der Lage sein, seine Gefühle auszudrücken, sich zu verständigen und seine Meinung detailliert zu äußern. Ich kann dies jedes Mal erleben, wenn ich in einer Sprache kommuniziere, es herrscht ein Austausch von vielen Dingen, wenn gesprochen wird. Meine ersten deutschen Freundinnen haben mir die Sprache zusammen mit der Kultur beigebracht – es ist unmöglich, das nicht zu tun, weil es Teil eines Ganzen ist. Ich habe Gespräche geführt, in denen wir nicht nur die Sprache übten, sondern auch von der Kultur des anderen lernten und am Ende ist es ein Austausch voller Erfahrungen, Lachen, peinlichen Momenten und unglaublichen Emotionen.
Dies sind nur einige der Punkte, die ich teilen möchte, es gibt natürlich noch viele andere, abhängig von unserer Perspektive und unseren persönlichen Erfahrungen. Ich bin mir sicher, dass jeder Mensch die Fähigkeit hat, eine Sprache zu lernen, ungeachtet der Hindernisse. Diese sind nur die Art und Weise, wie wir lernen und einander besser kennenlernen und wir können dankbar sein für die Möglichkeiten, die wir im Jetzt haben.
Wenn wir unsere Grenzen kennen, sind wir uns selbst gegenüber ehrlich und wissen, wie einfach oder schwierig es für uns ist, eine neue Sprache zu lernen. Sprachen sind der Kanal, der uns dazu bringt, mit anderen Menschen zu kommunizieren und uns mit ihnen zu verbinden, was uns befähigt, erstaunliche kulturelle Verbindungen zu knüpfen und kulturellen Austausch zu pflegen. Seit ich ein Kind war, wollte ich die Fähigkeit dazu haben, und jetzt, da ich erwachsen bin, bin ich selbstsicherer, als ich als Kind je dachte.
Deutsch zu lernen hat mir eine neue Tür zu meiner sprachlichen und kulturellen Bereicherung geöffnet und obwohl ich noch viel zu tun habe und Schwierigkeiten aller Art habe, bin ich glücklich und stolz auf die Fortschritte, die ich bisher gemacht habe. Ich vertraue darauf, dass das, was ich erzählt habe, anderen helfen kann, sich besser kennenzulernen und ihre Ziele zu erreichen. Es wird immer einen Grund geben, der dazu führt, dass man beim Erlernen einer Sprache demotiviert wird, aber wir können versuchen, uns daran zu erinnern, warum wir mit dem Lernen begonnen haben und so können wir uns an unsere ursprüngliche Motivation erinnern. Geh dahin zurück, wo du angefangen hast, und mach weiter!
Für die, die mich nicht kennen, ich bin Andrés. Ich bin ein Junge aus Costa Rica, der in Berlin lebt, einer der ersten Freiwilligen aus Costa Rica, der 2021 nicht nur die Möglichkeit hatte, nach Deutschland zu kommen, sondern auch die Möglichkeit, hier zu helfen. Ich habe viel dazugelernt und auch mehr über dieses Land und seine Kultur erfahren, und mit Kultur meine ich auch einige Kulturschocks. So mache ich auch die wunderbare Erfahrung, dass ich mit Jungs aus Syrien, Afghanistan und Benin arbeite, die ein neues Leben voller Möglichkeiten in Deutschland beginnen und mit denen ich Freizeitaktivitäten unternehme.
Von meinem ersten Tag an hat mich das Visioneers-Team auf die beste Art und Weise empfangen und ich war sehr aufgeregt. Ich konnte es kaum erwarten zu erleben, was in diesem großartigen Land auf mich zukommen würde. Im Laufe der Tage begann ich den Unterschied zu bemerken, diesen Unterschied, den man fühlt, wenn alles um einen herum sehr anders ist als das, was man in seinem eigenen Land gewohnt ist. Ich sprach von einem Kulturschock, weil die europäische Kultur anders ist und sich von der lateinischen Kultur unterscheidet, in der man vor allem durch Freundlichkeit und ein Lächeln zu jeder Zeit auffällt, durch diese Art, einander Hallo zu sagen. Wenn man hier auf die Straße geht, merkt man, dass jeder seinen eigenen Weg geht, dass das Leben schneller an einem vorbeigeht und man mit einem Blick weiß, dass man in einer anderen Kultur ist. Die deutsche Kultur ist sehr stark von Pünktlichkeit und Organisation geprägt.
Zu einem Treffen muss man immer pünktlich sein und alles muss im Voraus geplant sein, Zeit ist also sehr wichtig in dieser Kultur. 10 Minuten zu spät zu kommen, kann als beleidigend angesehen werden, man sollte früh kommen, aber zur vereinbarten Zeit, da es auch geschmacklos ist, vorzeitig an die Tür zu klopfen. In Costa Rica sind wir dagegen immer sehr entspannt und 10 Minuten zu spät zu kommen, wurde sogar zur Norm. Wenn man hier in einem schnelleren Lebensrhythmus ankommt, wird man aus dem Bereich der Konformität herausgeholt, aber es lehrt einen, die Zeit besser zu planen.
Und obwohl wir in Costa Rica auch sehr spontan sind, können wir Pläne machen, um mit Freunden an einem Samstag auszugehen, aber bis Freitag entscheiden wir, was wir machen und am Samstag machen wir doch etwas ganz anderes. Hier in Deutschland muss alles so geplant werden, dass die Zeit bestmöglich genutzt wird und alles gut läuft. In den letzten zwei Wochen haben wir, was für mich eine der besten kulturellen Erfahrungen war, mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet, die nach Deutschland wegen der Kriege in ihren Heimatländern geflüchtet sind. Wir haben viele Freizeitaktivitäten mit ihnen unternommen, bei denen ich auch mehr über ihre Kulturen, Speisen und Traditionen erfahren konnte. Und dabei habe ich erkannt, dass wir alle eine Geschichte zu erzählen haben, obwohl wir alle verschieden sind und unterschiedliche Glaubensrichtungen, Kulturen und Wurzeln haben, die wir immer respektieren müssen. Wir sollten stolz sein auf unsere Herkunft. Wir sind alle Teil einer großen Familie und ich bin stolz, mein Land in Deutschland zu vertreten.
Heyo Leute!
Ich bin Fabian, ein deutscher Freiwilliger der im Auftrag von Visioneers e.V. zwei Monate in Blagoevgrad, Bulgarien, bei der „Active Bulgarian Society“ (kurz ABS), einen Freiwilligendienst absolvieren darf. Hier möchte ich mit euch meine ersten zwei Wochen teilen:
Meine ersten zwei Wochen in Bulgarien waren der Wahnsinn! Schon am Tag meiner Ankunft durfte ich die Leute treffen mit denen ich die nächsten zwei Monate meine ganze Zeit verbringen würde. Sie kommen alle aus ganz verschiedenen Ländern: Georgien, Portugal, Spanien, Dänemark und Ukraine. Das schöne an dem Zusammenleben ist, dass jeder seine eigenen Sitten und seine eigene Art zu leben hat, was es so aufregend macht mit ihnen zu reisen, zu arbeiten oder einfach nur zu faulenzen.
Das Reisen in so einer Gruppe ist unglaublich spannend – und kräftezehrend. Während es die einen sehr geplant und organisatorisch mögen, mögen es die anderen spontan und kreativ. Es war nicht immer einfach, aber wir haben alles irgendwie gemeinsam gemeistert. Wir haben in unseren Reisen unglaubliche Orte gesehen wie das Alyosha, das schwarze Meer und viele Denkmale. Und wir sind alle hungrig noch viel mehr von Bulgarien und den Nachbarländern zu sehen!
Allgemein kann ich auch sagen, dass ich in diesen zwei Wochen schon sehr viel gelernt habe.
Bei unserer Arbeit im ABS-Büro lernen wir wie man Projekte plant, promoted und schließlich durchführt. Wir haben eine menge Freiheiten und kreieren Projekte um Menschen zusammenzubringen, von einander zu lernen und zusammen Spaß zu haben. Von einem Basketball-Turnier über zu einem portugiesischen Tag oder eine Müllkampagne, dies haben wir alles schon in zwei Wochen durchgeführt.
Ich freue mich riesig auf meine weitere Zeit hier in Bulgarien und ich kanns kaum erwarten was als nächstes auf mich und meine neuen Freunde zukommt!
Auch in Corona-Zeiten und im Lockdown ist die Schule verpflichtet, eine Notbetreuung auf die Beine zu stellen, auch wenn das heißt, dass in der ganzen Schule nur vier Unterstufenschüler:innen zu betreuen sind. Es macht schon einen ziemlichen gespenstischen Eindruck und doch gibt es mir als Betreuer auch die Ruhe und die Möglichkeit, mich mit jedem:r einzelnen Schüler:in noch intensiver zu beschäftigen als zuvor, sei es bei den Hausaufgaben oder bei persönlichen Problemen.
Vor dem harten Lockdown sah das alles ganz anders aus. Dafür zu sorgen, dass sich 20 bis 40 Schüler:innen sowohl bei der Hausaufgabenbetreuung, als auch beim Mittagessen an die speziellen Corona-Regeln halten, ist dann doch eine ganz schön schwere Aufgabe. Bei der Arbeit mit Kindern ist Geduld ausschlaggebend, so muss man den ein oder anderen jede Minute darauf hinweisen, die Maske doch bitte über Mund und Nase zu tragen.
Zu meinen Aufgaben zählt ebenfalls, die Ballsport- und Firmen-AG zu betreuen. Obwohl ich schon mehrjährige Erfahrungen als AG-Leiter während meiner Schullaufbahn habe, war es doch eine neue Herausforderung die AG unter den geltenden Corona-Einschränkungen attraktiv für die Schüler:innen zu gestalten.
In der Firmen-AG arbeiten die Kinder an einem gemeinsamen Projekt, wie in einer Firma zusammen. Nach einigen Wochen Schnupperphase haben mich die Kids mit ihrer Teamfähigkeit und ihrem Drang, etwas selbst zu erschaffen mehr als überrascht. Leider musste das Projekt „eine eigene Maske herstellen und verkaufen“ sowie viele andere Dinge aufgrund der Schulschließung erst einmal auf Eis gelegt werden.
In meinen nun kommenden letzten Wochen an der Schule hoffe ich, so viele schöne Erfahrungen mitzunehmen, wie es nur geht. Gleichzeitig warte und hoffe ich ganz geduldig auf eine baldige Ausreise nach Costa Rica und übe bis dahin schon einmal fleißig Spanisch.
Adiós,
Luca
Luca ist 19, kommt aus Kornwestheim, Baden-Württemberg und ist Freiwilliger im weltwärts-Freiwilligendienst 2020/21. Seine ursprünglich für August 2021 geplante Ausreise nach Costa Rica verzögerte sich aufgrund von Covid-19-Pandemie. Seit Sommer 2021 ist er am Wiggy, dem Wirtemberg Gymnasium, wo er auch zur Schule ging, im Einsatz. Luca wird voraussichtlich im August 2021 ausreisen können.
Nun ist schon die Hälfte meines Freiwilligendienstes bei Visioneers in Berlin vorbei – krass wie schnell die Zeit vergeht. Vor zwei Wochen habe ich mein Zwischenseminar beendet und damit mein drittes Freiwilligenseminar.
Bei einem einjährigen Freiwilligendienst muss man 25 Seminartage absolvieren. Normalerweise trifft man bei diesen Seminaren viele andere junge Freiwillige in einem Seminarhaus und verbringt eine Woche mit ihnen. Dann gibt es Workshops und Vorträge zu verschiedenen Themen, man lernt sich sehr gut kennen, wohnt auch zusammen in Zimmern für mehrere Tage und es bilden sich Freundschaften.
Aufgrund der Kontaktbeschränkungen in der Covid-19 Pandemie habe ich diese Seminare jedoch bis jetzt nur online erlebt. Mein Einführungsseminar fand Mitte Oktober letzten Jahres statt und dauerte 5 Tage, nur eben nicht eine ganze Woche in einem Seminarhaus, sondern online von 9-16 Uhr. Ich hatte keine große Lust, fünf Tage am Stück vor meinem Computer zu sitzen, 40 andere kleine Kacheln mit Gesichtern anzugucken und dem/der Referent:in dabei zuzuhören, wie er/sie Vorträge zu verschiedenen Themen hält.
Doch ich wurde positiv überrascht. Klar, in der großen Gruppe fand kein großer Austausch statt, aber durch kleine Aufgaben und Fragen, die wir in Kleingruppen, den „Break out Sessions“, besprechen sollten, lernte ich die anderen doch ein bisschen besser kennen. Auch wenn man genau dann, wenn gerade das Gespräch richtig anfing, meistens schon wieder in den großen Raum zurückgeschickt wurde.
Aber so wusste ich zumindest von ein paar anderen Teilnehmenden, welchen Freiwilligendienst sie machen und wo sie herkommen. Vorher konnte ich mir nicht vorstellen, dass man sich mit Fremden locker und lustig über Zoom unterhalten und kennenlernen kann, doch genau das war fast jedes Mal der Fall.
Im Januar hatte ich dann mein zweites Online Seminar, in das ich nun mit besseren Erwartungen gehen konnte. Das Politische Seminar wird beim BFD immer von einem Bildungszentrum durchgeführt und die Seminargruppe war dieses Mal mit ca. 20 Teilnehmenden kleiner und besser für den Austausch. Um die Bildschirmzeit zu reduzieren, haben wir oft Aufgaben für den Nachmittag bekommen, die wir dann zuhause oder bei einem Spaziergang erledigen konnten. Das war eine angenehme Abwechslung zu dem ständigen „auf-den-Bildschirm-Starren“.
Seit zwei Wochen bin ich auch mit meinem 3. Seminar – dem Zwischenseminar- fertig. Es war diesmal eine ziemlich große Gruppe, bestehend aus drei kleinen Seminargruppen und dementsprechend ca. 80 Teilnehmenden. Da sieht man nicht mal ein Drittel von allen auf einem Bildschirm und muss sich durch die vielen Seiten klicken, wenn man alle Kacheln einmal angucken will. Die Breakout-Sessions, Pausen und Aufgaben ohne Bildschirm haben es wieder etwas einfacher gemacht, weiterhin motiviert zu bleiben. Es gab verschiedene Thementage, wie z. B. den Beziehungstag, Workshoptage (bei denen man selber das Thema wählen konnte) oder einen Theologischen Tag. Auch das Arbeiten mit der Lernplattform Moodle hat beim Seminar sehr geholfen, dort wurden alle Inhalte und Infos gesammelt. Ich konnte viel Input und neue Denkanstöße zu ganz verschiedenen Themen mitnehmen. Und trotzdem war ich froh, als ich dann am Ende des Seminars meinen Computer zuklappen konnte und Videokonferenzen erstmal kein so großer Teil meines Alltags mehr sein werden.
Ich hoffe sehr, dass ich zumindest mein Abschlussseminar im Juni vor Ort mit meiner Seminargruppe erleben kann, da es bei den Seminaren ja auch viel um Austausch und Gemeinschaft geht und ich mich sehr freuen würde, die anderen Mal richtig kennenzulernen. Denn auch wenn man durch Powerpoint-Präsentationen und Vorträge die Inhalte der Seminare vermitteln kann, Freundschaften bilden sich nicht über Zoom.
Ich schreibe diesen Text mit gemischten Gefühlen.
Sechs Monate geht meine Freiwilligenarbeit in der Paul-Gerhardt Kita und nun neigt sie sich dem Ende zu. Mein Abschied steht kurz bevor. Nur noch etwas über 2 Wochen bleiben mir in der Kita meiner Heimatgemeinde. In den letzten Tagen musste ich oft daran denken, dass ich bald gehen werde. Dass es nun nach 6 Monaten Abschied nehmen heißt. Und obwohl ich wusste, dass mein Freiwilligendienst am 19.02.2021 enden würde, rückt der Tag nun schneller näher als gedacht. Und wird mit jedem Tag, der vergeht, immer mehr Wirklichkeit.
Der Gedanke daran macht mich traurig, denn auch wenn vieles nicht einfach war, ich vor vielen Herausforderungen stand und mich nicht nur einmal überfordert gefühlt habe, genieße ich die Zeit dort sehr. Genieße es, zu lernen, Zeit mit den Kindern zu verbringen und die Erzieher:innen zu unterstützen; so gut ich kann.
Der Gedanke an den Abschied macht mich auch traurig, weil es gut sein kann, dass wir uns da weiterhin in der Notbetreuung befinden werden und ich einige Kinder vorher und an diesem Tag nicht sehen werde.
Doch vor allem bin ich dankbar für die Zeit, die ich in der Kita verbringen durfte. Dass ich Erfahrungen sammeln durfte und oft erfüllt von Gefühlen der Freude nach Hause gefahren bin. Erfüllt von der Energie der Kinder. Von ihrem Lachen. Von ihrer Phantasie, ihren Fragen, ihrer Neugier.
Es gibt viele Erlebnisse, an die ich gerne zurückblicke und in jenen Erinnerungen schwelge.
Um von ein paar dieser Erlebnissen zu erzählen:
An einem Tag war ich bei den beiden Schaukeln auf unserem Kita-Spielplatz; habe darauf geachtet, dass sich die Kinder abwechseln, doch vor allem habe ich ihnen Anschwung gegeben. Ein Kind wartete schon länger darauf, auch schaukeln zu können, doch ein Kind schnappte ihm, als er dran war, die Schaukel weg. Ich fragte das Kind, ob es für ihn in Ordnung sei, da er schon länger wartete. Ja, das war es! Sonst könnte das andere Kind doch nicht schaukeln!
Und er wartete geduldig, bis er dann schaukeln konnte.
Ein anderes Mal schaute ich einem Mädchen und einem Jungen zu, die draußen auf die Suche nach Tieren gingen: Käfer, Regenwürmer, Kellerasseln. Schnecken. Alles durfte dabei sein. Behutsam nahmen sie die Tiere und legten sie in eine Box mit Löchern auf dem Deckel und sammelten Blätter, Gras, Erde und Steine, um den Tieren ein schönes Zuhause zu bieten.
Und als ich einmal mit ein paar Kindern draußen auf dem Spielplatz war, nahm mich ein Mädchen an die Hand, führte mich zielstrebig zur Rutsche und zeigte mir oben, dass sie zusammen mit mir rutschen möchte.
Und das machten wir daraufhin ein paar Male 🙂
Und jetzt nutze ich die Zeit, kurz vor meinem Abschied umso mehr, die Zeit mit den Kindern zu genießen und mich mit den Kolleg:innen zu unterhalten.
Ich sammle die Bilder, die mir die Kinder gemalt haben und schreibe ihre Namen drauf. Und später, wenn ich sie mir wieder anschaue, werde ich an meine unverhoffte, aber umso schönere Zeit in der Kita zurückdenken und mich an die Erlebnisse mit den Kindern zurückerinnern.
Und dann, nachdem mein Freiwilligendienst dort beendet ist, möchte ich das Kind in mir nicht verlieren, sondern es spüren. Und es rauslassen. Neugierig sein. Fragen stellen und das Lachen des Kleinen Prinzen in den Sternen hören.
„Fabi! Fabi!“ schreit es über den ganzen Platz. Es ist Punkt 13.30 Uhr und Fisnek, einer der Aki-Kinder, welche jeden Tag kommen, wartet sehnsüchtig darauf, dass wir die Tore vom „Aki“ öffnen. Kaum sind die Tore offen rennt Fisnek zum Aki-Haus und fragt, als ob er keine einzige Minute mehr warten könne, ob er den Fußball ausleihen könne. Denn Fußball ist Fisneks absolute Lieblingsbeschäftigung auf und neben dem Aki. Mit dem Fußball in der Hand sprintet er bei Wind und Wetter auf den Fußballplatz, sogar wenn dieser vereist ist und ruft dann wieder „Fabi! Fabi! Komm schnell, schnell! Wir müssen Fußball spielen. “
Nun aber genug zu Fisnek und dem Fußballspielen auf dem Aki, mit dem ich mehr als 80% meiner Zeit verbracht habe, denn Fußball ist auch meine Lieblingsbeschäftigung auf dem Aki.
Was sind denn meine Aufgaben auf dem Aki? Neben vielen pädagogischen Aufgaben, wie zum Beispiel dem Fußballspielen, können die Kinder auf dem Aki viele Abenteuer erleben. Das Highlight: Das riesige Trampolin im Aki-Haus, auf welchem die Kinder Ehrfurcht, Körperkontrolle, sowie eigenes Vertrauen in Körper und Geist lernen können und dabei sehr viel Spaß haben. Die Kinder dort zu betreuen, nützliche Ratschläge zu geben und TrampolinTricks beizubringen, sind nur wenige meiner Aufgaben im Aki-Haus. Das schönste aber aus meiner Sicht am Aki ist die unglaubliche Vielfalt. Sei es an verschiedenen Charakteren der Kinder, die vielen unterschiedlichen Stationen oder die ständig wechselnden Herausforderungen für die Betreuer, worauf das Aki-Team immer eine Antwort weiß.
Leider wurde aufgrund des „harten Lockdowns“ natürlich auch der Aki geschlossen, was für viele Kinder – mich eingeschlossen – sehr viel Langeweile im Alltag bedeutet. Meine Aufgaben auf dem Aki änderten sich nun drastisch und aus 4 Stunden Fußball spielen wurden Renovierungsarbeit, bei der ich aber auch sehr viel lernen konnte. Zum Beispiel haben wir das Haus und den neuen Zaun des neuen Reitplatzs gestrichen. Ja, der Aki hat auch viele Tiere: Schafe, Kaninchen, Hühner und natürlich Pferde. Leider konnte man aufgrund von Corona auch nicht mehr reiten, was zu großer Enttäuschung bei vielen Kindern führte. Natürlich musste der Aki auch zahlenmäßig wegen Corona einstecken und so kamen viel weniger Kinder auf den Aki als üblich. Aber auch darauf fand das Aki-Team eine Antwort denn „Qualität geht über Quantität“ und so machten wir das Beste aus der Situation, wie wahrscheinlich jeder während dieser schwierigen Zeit.
Trotz Corona bot mir die Zeit auf dem Aki unglaubliche Momente, auf welche ich hoffentlich mein ganzes Leben noch denken werde.
Ich grüße alle Kinder und Betreuer des Akis! Hoffentlich bleibt ihr alle gesund in dieser Zeit.
Fabi
In den achtziger Jahren wurde Costa Rica aufgrund einer Beschwerde zu einem der größten Gegner von Agrochemikalien weltweit. Es entsteht ein kleiner Bauernsektor, der den „ökologischen Landbau in Costa Rica“ fördert.
Dreißig Jahre nach dieser Initiative schließen sich immer mehr Produzenten und Verbraucher dieser Initiative an – von Projekten in indigenen Gebieten, in denen das Wissen der Vorfahren für die Lebensmittelproduktion und die Saatgutkonservierung genutzt wird, bis hin zu großen Exportgenossenschaften und lokalen Produzenten. Neben ländlichen und städtischen Projekten bietet Costa Rica verschiedene Szenarien im Hinblick auf den ökologischen Landbau.
In Bezug auf die Ausbildung von Fachleuten zu diesem Thema ist Costa Rica ein weltweites Vorbild mit renommierten Institutionen wie der Earth University, dem Nationalen Zentrum für ökologischen Landbau des Nationalen Lerninstituts (CNEAO) und dem tropischen agronomischen Forschungs- und Forschungszentrum. Enseñanzas ( CATIE), letztere mit einer der größten und vielfältigsten Wald- und einheimischen Samenbanken der Welt.
Meiner Meinung nach ist Costa Rica einer der größten Gegner von Agrochemikalien weltweit. Dies hat uns geholfen, in der Bevölkerung und in den Institutionen ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass wir nach anderen umweltfreundlichen und gesundheitsfreundlichen Alternativen suchen müssen, um Lebensmittel anzubauen. Dafür gibt es kleine Projekte, die täglich forschen und Wissen und Werkzeuge für die Herstellung von Lebensmitteln ohne schädliche Chemikalien verbreiten. Obwohl dies eine große Herausforderung ist, arbeiten immer mehr Menschen an diesem Gemeinwohl zusammen, in der Hoffnung, eine gesündere Ernährung ohne Agrochemikalien für die Welt zu erreichen.
Fabio ist weltwärts Süd-Nord Freiwilliger, 23 Jahre alt und stammt aus einem der bevölkerungsreichsten Kantone von San José, Costa Rica (Desamparados). Er studierte Technik in ökologischer Produktion. Fabio ist Naturliebhaber und seine Hobbys sind Gartenarbeit, Gitarre spielen, Malen und Yoga.