“Wenn man schätzt, was man hat, merkt man, dass man viele Schätze hat.“

-Ernst Ferstl

Für mich begann das bewusste Wertschätzen, vor allem auch von kleinen Dingen, hier in Costa Rica. Denn erst hier habe ich realisiert, was mir auf einmal fehlt, beispielsweise meine Familie. Wie selbstverständlich ist es meistens gewesen, nach Hause zu kommen und meine Familie vorzufinden. Hier komme ich nach Hause und finde nicht mehr meine Familie, sondern meine drei Mitbewohnerinnen vor.

Wieso beginnen wir also erst Dinge wertzuschätzen, wenn wir sie nicht mehr haben oder sie nicht mehr greifbar sind?

Umgekehrt weiß ich schon jetzt, dass ich Manches von dem, was ich hier lieben lerne, nach diesem Jahr und wieder zurück in Deutschland vermissen werde.

Und damit ich nicht erst dann realisiere, was mir alles fehlt und was ich mehr wertschätzen hätte sollen, beginne ich gleich hier bewusst damit. Ich nehme mir vor, pro Tag nur eine Sache oder eine Person auszusuchen, für die ich dankbar bin. Ich bin mir sicher, dass es mir damit viel besser gelingen könnte, im Moment zu leben und den Augenblick zu genießen.

Eine der Sachen, die ich sehr wertschätze, ist die Großzügigkeit und Offenheit der Costa-Ricaner, mit der sie mir täglich begegnen. Es gibt bereits unzählige Beispiele, bei denen mein Herz aufgegangen ist, einige werde ich nennen: kürzlich haben Milena, meine Projektpartnerin und ich nach einem langen Arbeitstag beschlossen, bei der Bäckerei in unserer Straße eine Kleinigkeit zu kaufen. Als wir die Bäckerin nach ihrem Lieblingsgebäck gefragt haben, deutete sie auf Cookies, die wie Brownies aussahen. Wir entschieden uns für diese, wollten jedoch erstmal nur eins kaufen, um es probieren zu können. Doch sie gab uns noch ein zweites mit in die Tüte, mit dem Satz: Willkommen in der Nachbarschaft! Ein weiteres Beispiel ist mir passiert, als ich auf der Heimfahrt von Jaco war und mit Milena im Bus nach San Jose stand. Ja richtig, wir mussten stehen, da wir vergessen hatten, uns ein Ticket zu kaufen und einen Sitzplatz zu reservieren. Doch schon bald kam ein Mann in den Bus und hat gesehen, dass wir uns gerne hinsetzen würden, woraufhin er seinen Platz aufgegeben hat, sich neben eine andere Reisende gesetzt und uns seinen Doppelplatz überlassen hat.

Ich schätze auch meine Nachbarn wahnsinnig wert, da sie für mich wie eine zweite Familie geworden sind! Die Familie besteht aus den Eltern und einer 16-jährigen Tochter, namens Maria. Wir sehen sie nahezu täglich und sie sind uns bei allem eine Hilfe! So kann es passieren, dass wir auf der Suche nach etwas sind und es nur am Rande erwähnen und Marcia, die Mutter uns am nächsten Morgen eine Menge Screenshots schickt von guten Angeboten, die sie herausgesucht hat. Sie sind für mich also ein großer Bestandteil meines Lebens und ich bin unglaublich dankbar dafür, dass wir durch sie die costa-ricanische Kultur hautnah miterleben dürfen.

Zudem bin ich dankbar für die Arbeit in meinem Projekt. Ich fühle mich täglich wirklich gebraucht, sowohl für die organisatorischen Aufgaben als auch für die Arbeit mit den Kindern. Dies erfüllt mich deshalb so sehr, da ich ja auch tatsächlich erfahren möchte, wie der Alltag in einer Kindereinrichtung, wie El Refugio sein kann. Den ganzen Tag nur Löcher in Luft starren und mich ungebraucht fühlen zu müssen, wäre schrecklich für mich. Ich wertschätze, dass ich bei dieser Arbeit lernen muss, viel Geduld zu haben. Und zwar bei allem. Damit meine ich beispielsweise die Ruhe zu bewahren, wenn ein Kind mal keine Lust hat am Englisch-Unterricht teilzunehmen und stattdessen lieber mit Knete spielen möchte. Oder man nach einer zweistündigen Entrega de comida” immer noch auf einige Familien warten muss, die dann in letzter Minute zu sechst reinschneien, um sich ihr Essen abzuholen.

Ich lerne durch die Arbeit, wie ich mit Kindern umgehen kann, die sich anfangs teilweise nicht einmal trauen, die Hand ihrer Mama loszulassen, aber dann beim gemeinsamen Spielen schnell aufblühen und uns Vertrauen schenken.

Ohnehin sind die Kinder im Projekt ein großer Schatz, für den ich dankbar bin. Sie zaubern mir immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht. Zum Beispiel indem sie freudestrahlend auf mich zugelaufen kommen, meinen Namen ganz laut rufen und mich dann umarmen. Diese Zuneigung bedeutet mir deshalb so viel, weil ich dadurch die Bestätigung bekomme, mich richtig gegenüber ihnen zu verhalten und eine Freude machen zu können.

Ebenfalls bin ich für die Köchinnen in meinem Projekt sehr dankbar, die uns jeden Dienstag und Freitag ein typisch costa-ricanisches Essen zaubern und dafür sorgen, dass wir auch wirklich satt werden! Sie zeigen jedes Mal so viel Interesse an unserem Leben und freuen sich riesig eines Tages meine Familie kennenzulernen, für die sie auch kochen und zu sich einladen wollen.

Dankbar bin ich auch, dass ich einen neuen Lebensstil erleben darf. Damit meine ich beispielsweise den Weg in die Arbeit, bei dem wir jeden Morgen ca. 20 Minuten zur Bushaltestelle laufen müssen und dann nochmal ca. 25 Minuten mit dem Bus zu unserer Arbeit fahren. Zuhause hätte mich vermutlich das Mama-Taxi bemüht, doch diesen Luxus kann ich hier nicht mehr genießen. Aber das ist auch in Ordnung, denn nur so haben wir jetzt einen neuen Freund, nämlich unseren Busfahrer, der uns morgens sowie nachmittags freundlich begrüßt und sogar auf uns wartet, wenn wir mal etwas verspätet zur Bushaltestelle rennen. Auch war es für mich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, mir ein Zimmer zu teilen, da das bedeutet hat, dass ich jetzt weniger Privatsphäre habe. Jedoch gewöhne ich mich daran immer mehr und finde, dass es auch gut so ist, dass ich mal aus meiner Komfortzone treten muss.

Eine weitere Sache, für die ich extrem dankbar bin, ist der Blick von unserem Haus sowohl auf eine Bergkette, als auch auf die Stadt San José, die vor allem bei Nacht, wie ein wunderschönes Lichtermeer aussieht. Jedes Mal, wenn ich nach Sonnenuntergang nach draußen gehe, muss ich staunen und weiß bereits jetzt, wie sehr ich diese Sicht vermissen werde.

Letztlich schätze ich das Wetter hier sehr wert! Anfangs wurde mir von vielen gesagt, dass es in Heredia kalt sei, woraufhin ich natürlich einige dicke Pullis und Jacken mitgenommen habe. Doch davon habe ich noch keine einzige benötigt! Jeden Morgen laufe ich mit T-Shirt aus dem Haus und genieße die Sonnenstrahlen, herrlich! Genauso habe ich es mir gewünscht: Eine angenehme Wärme, bei der man keine Jacke braucht, aber auch nicht auf der Suche nach Schatten ist. Noch viel mehr schätze ich dieses Wetter wert, wenn mir meine Familie oder Freunde aus Deutschland Bilder schicken, wie sie mit langen Mänteln aus dem Haus gehen müssen.

Wie bereits aufgezählt, gibt es so viele Dinge und Personen, für dich ich dankbar bin und die ich liebe und respektiere. Würde ich noch mehr Sachen aufgreifen und noch mehr ins Detail gehen, würde dieser Artikel zu lang werden.

Für dieses Mal war es mir wichtig zu zeigen, wie viele einzelne Dinge es gibt, die Schätze sind, aber nicht immer automatisch als solche erscheinen. Und zu guter Letzt hat es mir sehr viel Freude gemacht, diesen Blogartikel zu schreiben oft mit einem Lächeln im Gesicht, glücklich, entspannt, positiv – das Wunder der Wertschätzung.

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„weltwärts“ ist eine Initiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und unterstützt das Interesse von Jugendlichen an freiwilligem Engagement in Entwicklungsländern. Der Großteil der Kosten für das Freiwilligenjahr wird durch den Zuschuss vom BMZ übernommen. Es bleibt jedoch ein Viertel der Gesamtkosten übrig: 3.000 € müssen über VISIONEERS und jedem Freiwilligen selbst gesammelt werden. VISIONEERS ist als unabhängige und gemeinnützige GmbH auf private Spenden angewiesen, um ein umfangreiches und zukunftsfähiges weltwärts-Programm zu ermöglichen.

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Heyoooo zusammen!

Mein Name ist Peter und für diejenigen, die es nicht wissen, ich bin bereits 6 Monate im ESK-Freiwilligenjahr mit Visioneers!

Die Zeit vergeht sehr schnell. Bisher hatte die Reise ihre Höhen und Tiefen, aber allgemein bin ich sehr dankbar für die Gelegenheit, die ich habe. Ich lerne viel darüber, was es bedeutet, in einer NGO zu arbeiten und wie wichtig die Struktur für das Wohlergehen einer Organisation ist.

Außerdem lerne ich, wie man mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Denkweisen arbeitet. Offen und bewusst in jedem Gespräch zu sein, ist der Schlüssel. Bis jetzt bin ich sehr gespannt, wie Sommerzeit aussehen wird. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, diese Gelegenheit zu nutzen.

Ich würde es jedem empfehlen auch einmal diese Erfahrungen zu machen!

Cheerios,

Peter

Nach der Schule begann für mich eine neue Lebensphase. Ich begann mir Fragen bezüglich meiner Zukunft zu stellen. Was habe ich mit meinem Leben vor? Was möchte ich erreichen und wie komme ich dort hin, wo ich hin möchte? Was könnten wichtige Zwischenstationen sein?

Schlussendlich habe ich mich für ein freiwilliges soziales Jahr entschieden. Ich wollte gerne für und mit Menschen arbeiten und das Leben aus einer anderen Perspektive sehen. Es bestand der Wunsch nach einem interkulturellen Austausch, neue Leute, deren Gewohnheiten und Sprache kennenzulernen. Bis jetzt durfte ich viel diesbezüglich erleben und lernen.

Für Lateinamerika habe ich mich aufgrund der spanischen Sprache entschieden. Einer meiner Wünsche ist es am Ende des Jahres fließend Spanisch sprechen zu können.

Costa Rica habe ich aufgrund seiner besseren Situation bezüglich der Corona Lage, als auch der höheren Sicherheit vergleichsweise zu anderen lateinamerikanischen Ländern gewählt. Zudem haben eine Vielzahl von Erzählungen von meinem Vater, als auch seinen Freunden, dazu beigetragen, dieses Land zu wählen. Ebenso gab es seitens der FSJ Organisationen Versprechen, ein für mich passendes Projekt dort vor Ort zu finden. Alle Personen mit denen ich darüber sprach, haben positiv von diesem Land, der Natur und den Leuten geredet.

Bis jetzt kann ich, bezüglich Land und Leuten nur schwärmen. Die Natur ist ebenso vielfältig wie die Artenvielfalt. Es gibt so viel zu sehen. Seien es Berge, Vulkane oder das Meer, die Natur, Flora und Fauna in nicht gekannter Vielfalt.Ich genieße all die Tage und Momente wenn ich frei habe, die ich draußen in der Natur verbringen durfte und darf.

Ganz besonders mag ich den Lebensstil hier, den „Pura Vida“. Viele Menschen scheinen wirklich mehr im Moment zu leben und entspannt zu sein. Ein Kontrast gegenüber dem Großstadtstress den ich ab und zu in Berlin erlebt habe. Die Menschen öffnen nicht nur ihre Arme zum Umarmen, wobei dies auch begrenzt durch Corona ist, sondern auch ihre Türen. Es herrscht eine beeindruckende und unglaubliche Gastfreundschaft. In so vielen Situationen stehen einem die Menschen zur Seite, sei es bei einer Wegbeschreibung, einem Problem mit der Waschmaschine und noch vielem mehr.

Mein Dorf ist klein, jeder kennt eigentlich jeden. Es ist eine vertraute und sichere Umgebung. Man lernt schnell viele Nachbarn kennen und die Anonymität, wie es sie in Berlin gibt, existiert hier nicht wirklich. Die vorhandene Nähe, räumlich und sozial, macht aus meinem Dorf eine Gemeinschaft.

Im Allgemeinen bin ich sehr dankbar und froh die Entscheidung getroffen zu haben mein FSJ in Costa Rica zu machen. Ich liebe das Land und seine Vielfältigkeit bezogen auf Natur und Tiere, als auch die Menschen, die in diesem schönen Land leben. Seien es Freunde, Nachbarn oder mein herzliches Arbeitsteam.

Auch wenn nicht alle Dinge so sind, wie ich es mir vorgestellt habe, oder mir seitens der Organisation oder des Projektes angekündigt wurde bin ich doch dankbar eine solche Erfahrung zu machen.

Das FSJ hat mir durch neue Begegnungen eine Tür in eine andere Welt geöffnet

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Das Gott in Costa Rica viel präsenter im alltäglichen Leben ist als in Deutschland wusste ich zwar vor meiner Ausreise, aber trotzdem bin ich nach 6 Wochen immer noch überrascht, wie tief der Glauben hier verankert ist. Besonders in meinem Projekt dreht sich sehr viel um Gott, den Glauben und die Beziehung der Kinder und Tías (die Mitarbeiter, die sich um die Kinder kümmern) zu Gott.

Das fängt schon dabei an, dass auf die Frage „Cómo estás?“ (Wie geht es dir?) mit „Bien, Gracias a Dios“ (Gut, dank Gott) geantwortet wird. Auch wird in meinem Projekt vor jeder Mahlzeit gebetet, mal leiten die Tías das Gebet, aber auch oft die Kinder. Dabei wird klassischer Weise für das Essen und den Tag gedankt, aber wenn die Kinder an der Reihe sind, wird auch mal dafür gebetet nicht ins Bett zu pinkeln. Zudem gibt es jeden Tag eine Art Gebetskreis in dem zentralen Gebäude des Projekts, bei dem jedes Haus abwechselnd (vor Corona immer gemeinsam, jetzt wird aber versucht die Häuser nicht zu vermischen) dran ist. Dabei werden immer zu einem monatlichen Thema kinderrecht, z.B. durch Singen oder auch Malen, Inhalte über Gott und christliche Werte vermittelt.

Am Anfang war es für mich schon etwas befremdlich zu sehen, mit welcher Überzeugung der Glauben besonders in meinem Projekt gelebt wird, doch mit der Zeit ist mir immer deutlicher geworden, wie wichtig Gott für die Kinder ist. Alle Kinder, die hier vorrübergehend oder auch länger leben, haben in irgendeiner Form Gewalt erfahren: physisch, psychisch oder sexuell und wurden vernachlässigt. In Hogar de Vida wird ihnen beigebracht, dass Gott immer für sie da ist, dass er sie immer liebt und dass er für jede einzelne Person und jedes Lebewesen einen Plan hat. Mit Gott kann man immer reden und ihm alles anvertrauen. Dieses Wissen, dass es immer jemanden gibt, der über einen wacht und liebt, gibt den Kindern die Stabilität, die ihnen in ihrem bisherigen Leben so oft gefehlt hat.

Gott spielt auch eine wichtige Rolle, wenn den Kindern erklärt wird, wann sie zu ihrer Familie zurückkönnen. Dafür wird in Hogar de Vida die Metapher einer Brücke verwendet. Die Kinder mit den Tías stehen auf der einen Seite und die Familie, sei es die biologische oder Adoptivfamilie, auf der anderen. Doch auf der Brücke liegen ganz viele Steine und Stöcke, die durch Arbeit von beiden Seiten entfernt werden müssen, bevor die Kinder die Brücke überqueren können. Wenn die Kinder also fragen, wann sie wieder zu ihrer Familie können, antworten die Tías: „Wenn alle Steine und Stöcke aus dem Weg geräumt sind“. Doch wann die Brücke frei von Hindernissen ist und der Weg endlich frei ist, weiß nur Gott. Für diese Metapher bin ich extrem dankbar, denn ich wüsste nicht wie ich sonst erklären sollte, wann ein Kind wieder zurück zu den Eltern darf.

Abschließend kann ich sagen, dass durch die Arbeit in meinem Projekt mein Horizont definitiv erweitert wird und mir auch Seiten von Religion gezeigt werden, die ich davor noch gar nicht kannte. Es ist zwar oft sehr anstrengend und besonders in der Anfangszeit auch schwierig, aber ich lerne jeden Tag dazu und genieße die Zeit im Projekt und mit meinen wundervollen Mitbewohnerinnen aus vollen Zügen!

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Salve!

Und schon ist mehr als die Hälfte meines Freiwilligendienstes hier in Senigallia in Italien vorbei. Die Zeit vergeht einfach zu schnell! Das Leben hat sich hier total eingespielt und es fühlt sich fast so an, als ob ich hier bereits seit Ewigkeiten wohnen würde. Dies liegt unter anderem daran, dass mir die Sprache mittlerweile sehr vertraut ist.

1) la lingua italiana

Ich bin jedes Mal erstaunt, wenn ich darüber nachdenke, dass ich jetzt – nach einem halben Jahr – recht mühelos eine weitere Sprache sprechen kann. Ich habe definitiv eine große Leidenschaft für Italienisch entwickelt und es macht mir viel Freude, meine Sprachkenntnisse immer weiter zu verbessern.

Insbesondere bin ich sehr froh, dass wir als einzige WG aller Freiwilligen hier im Umkreis tatsächlich auch zu Hause Italienisch miteinander sprechen. Zu Beginn meines Freiwilligendienstes haben wir uns natürlich auf Englisch verständigt, aber nach kurzer Zeit haben wir angefangen peu à peu auf Italienisch zu kommunizieren.

Dadurch fühlten wir vier Mädels aus der WG uns alle deutlich sicherer in der Sprache und die Hemmschwelle, frei und ohne viel nachzudenken zu reden ist merklich gesunken. Italienisch in der WG zu sprechen war auf jeden Fall eine der besten Entscheidungen und mittlerweile ist es ganz selbstverständlich geworden.

Doch nicht nur die Sprache, sondern auch meine Freizeitgestaltung trägt in erheblichem Maße dazu bei, dass ich hier eine tolle Zeit habe.

2) Vivere il momento

Morgens mit Freund:innen frühstücken oder einen Kaffee trinken, über den wöchentlichen Markt schlendern, abends nach der Arbeit spontan einen Aperitivo zu sich nehmen oder doch lieber noch in einer Bar Darts und Tischkicker spielen? Alleine am Strand spazieren, sich am Hafen mit einem guten Buch niederlassen oder doch lieber mit anderen Freiwilligen zusammen Italienisch in einem Café lernen? Das klingt wie Urlaub, oder? So fühlt es sich auch an, ist aber tatsächlich, das was ich unter der Woche unternehme. Da meine Arbeitszeiten auf den Nachmittag fallen, habe ich den kompletten Vormittag frei und kann den Tag ganz entspannt starten.

Vieles ergibt sich hier sehr spontan. Die Stadt ist recht klein (ca. 45.000 Einwohner:innen), alle wohnen ziemlich nah beieinander, sodass man sich unkompliziert und schnell auf einen Kaffee treffen kann. Wir leben in den Tag hinein und der Lebensrhythmus ist sehr entspannt. Allerdings impliziert dies auch, dass wir vier Mädels gefühlt immer zu spät sind…Ups.

Des Weiteren habe ich eine Fußball- („calcio“) sowie Hallenfußballmannschaft („calcetto“) gefunden, mit denen ich wöchentlich trainiere, was mir viel Freude bereitet.

Ich genieße hier jeden einzelnen Tag in vollen Zügen! Fast jeden Abend kann ich auf den Tag zurückschauen und an etwas Schönes denken, das ich an diesem Tag erlebt habe.

Außerdem sind schon ein paar Trips in Italien geplant: Rom, Apulien, Cinque Terre und Florenz, die Vorfreude ist groß!

3) Le Rondini – Nachmittägliche Hausaufgabenhilfe und Freizeitbetreuung

Wie bereits im letzten Artikel beschrieben, ist die Aufgabe von uns Freiwilligen die Kinder und Jugendlichen bei ihren Hausaufgaben zu unterstützen und anschließend ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm anzubieten. Heute haben wir zum Beispiel geplant, Blumengirlanden aus Krepppapier passend zum Frühling zu basteln.

Es ist schön zu sehen, wie sich die Kinder gefreut haben, als wir nach dem Heimaturlaub über Weihnachten wieder zum Arbeiten kamen.

Mit der Zeit haben wir die Kinder und Jugendlichen gut kennengelernt und wir wissen, wie wir mit jedem Einzelnen umzugehen haben. Jede:r hat seine/ihre Stärken und Besonderheiten, schulisch, aber auch persönlich.

Es ist herausfordernd auf alle einzeln einzugehen und jede:n individuell zu fördern, aber genau das ist auch gleichzeitig das Schöne. Besonders gut ist es, wenn wir eine 1:1 Betreuung bei den Hausaufgaben ermöglichen können.

4) Covid

Auch hier beeinflusst die Pandemie natürlich unseren Alltag. Im Winter gab es eine Maskenpflicht draußen, Clubs waren geschlossen und eine Impfpflicht für über 50-Jährige wurde eingeführt. Auch ich musste mehrfach in Quarantäne, da ich Kontaktperson war bis das Virus mich vor ein paar Wochen selbst traf und ich fast zwei Wochen komplett isoliert in meinem Zimmer meine Infektion auskurieren musste. Mittlerweile geht es mir wieder gut und auch die Corona-Beschränkungen wurden gelockert – nur der „Greenpass“ (der Impfnachweis) muss weiterhin vielerorts vorgezeigt werden.

Zu Beginn des Freiwilligendienstes hatte ich Sorge, dass die Pandemie mein Auslandsjahr stark negativ beeinflussen würde, aber glücklicherweise kann ich sagen, dass ein Freiwilligendienst in Coronazeiten definitiv möglich ist. Am Ende überwiegen andere Faktoren als Corona und das Virus rückt in den Hintergrund.

Ich bin sehr dankbar für die mir gebotene Möglichkeit und ich würde jeder/m empfehlen, solch eine Chance zu nutzen. Meine Freude auf die restlichen Monate hier ist immens und ich möchte gar nicht, dass meine Zeit hier endet!

Baciiiii e arrivederci!

Durch die zentrale Lage in Mittelamerika war Costa Rica schon immer von Migration geprägt. So kamen bereits früh Menschen mit Fluchterfahrungen aus dem Norden Mittelamerikas in den Süden, vor allem aus Nicaragua. Auch in den letzten Jahren war der Anteil von Menschen mit Fluchtgeschichte aus diesem Land sehr hoch, da es im Jahr 2018 in Nicaragua zu landesweiten Protesten kam, weshalb viele Menschen nach Costa Rica geflüchtet sind. Allein im Jahr 2020 betrug die Anzahl der Menschen aus Nicaragua 9.416 von insgesamt 12.654 Menschen mit Fluchterfahrungen, die nach Costa Rica kamen.

In dem Stadtteil von Heredia, La Milpa, in dem sich mein Projekt befindet, kann man diesen hohen Anteil von Menschen mit Fluchthistorie hautnah miterleben. Um das genauer aufzuzeigen, möchte ich die Geschichte von einer meiner Kolleginnen erzählen. Klarissa (Name verändert) und ihre Familie kamen vor vielen Jahren, als sie selbst noch ganz klein war, aus Nicaragua nach Costa Rica. Ihre Mutter hatte keine Arbeit mehr gefunden und sie konnten ihr Leben in ihrem Herkunftsland nicht mehr finanzieren. In Costa Rica angekommen, musste die Familie sich illegal eine Blechhütte in La Milpa erbauen, in der sie zu Siebt in einer „Drei-Zimmer-Wohnung“ leben. Allerdings besitzen sie nicht mal Stühle, einen Tisch oder ein Sofa. Lediglich ein paar Betten und einen Kleiderschrank. Viele Familien sind illegal in Costa Rica, da es sehr schwer und sehr teuer ist, die Staatsbürgerschaft zu bekommen.

Aus diesem Grund finden viele Menschen mit Fluchterfahrungen keinen richtigen Job. Die einzigen Möglichkeiten, die sie haben, sind unter der Hand angestellt zu werden, viel zu arbeiten für wenig Lohn, Korruption in Kauf zu nehmen, oder selbstständig zu werden. Viele verkaufen Lebensmittel oder handgemachte Artikel an den Häusern. Eine weitere Option ist es, in den Drogenhandel einzusteigen. Vor allem in La Milpa haben diesen Weg viele gewählt. Dies ist ein riesiges Problem und auch der Grund, warum sich Klarissa nie, nicht mal in ihrem eigenen zu Hause, sicher fühlen kann. Das Problem, das durch den Drogenhandel entsteht ist, dass nicht nur viele von außerhalb nach La Milpa kommen um sich Drogen zu besorgen, sondern auch Rivalitäten zwischen den Dealern entstehen, da sie so nah aufeinander wohnen. Somit gibt es viel Unterdrückung, Ausnutzung und Bedrohungen.

Eine weitere sehr traurige Folge ist, dass es in vielen Familien Angehörige gibt, die von Drogen abhängig sind. Dadurch, dass die Familien aus armen Verhältnissen stammen und kaum irgendeine Art von Bildung haben, entsteht ein Kreislauf oder auch Teufelskreis. Die Drogenabhängigkeit wird so zu sagen von Generation zu Generation vererbt und es kommt nicht selten vor, dass selbst die Großeltern süchtig sind.

Klarissa und ihre kleinen Geschwister haben den Vorteil, dass sie durch das Projekt „El Refugio“ dazu motiviert worden sind in die Schule zu gehen. Es gibt jedoch viele Kinder, die dieses Privileg nicht haben. Die Kinder, die illegal in Costa Rica leben, haben die Erlaubnis und sogar die Pflicht in die Schule zu gehen. Viele Kinder leben allerdings in diesem Land, ohne dass der Staat es weiß, weshalb keiner darauf achtet, ob die Kinder tatsächlich in die Schule gehen oder nicht. Viele der Eltern sind durch ihre Abhängigkeit nicht in der Lage, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Die Kinder verbringen den ganzen Tag auf der Straße. Die Kinder fangen an zu stehlen und geraten auch selber schnell in Drogengeschäfte oder andere kriminelle Aktivitäten. Bereits in jungem Alter müssen sie lernen sich durchzusetzen und auf der Straße zu überleben. Es geht um „survival of the fittest“.

Dadurch sind die Kinder schon früh Gefahren wie Kidnapping, Misshandlung oder Überfällen ausgesetzt. Allerdings sind die Kinder leider oft freiwillig den ganzen Tag auf der Straße unterwegs, da sie zu Hause nicht glücklich sind, misshandelt werden und sich niemand um sie kümmert.

Wenn die Kinder Gegenstände (Bücher, Kleidungsstücke oder anderes) besitzen, müssen sie diese Dinge oftmals selbst in ihrer eigenen Familie verstecken, da sie ihnen sonst weggenommen, verkauft oder zerstört werden. Die Kinder sind oft nicht mal in ihrem eigenen Haus sicher. Zu der fehlenden Bildung kommt, dass die Kinder und ihre Familien, die in La Milpa leben, keine Perspektive haben. Viele von ihnen verlassen das Stadtviertel oder die Stadt niemals in ihrem Leben. Sie kennen sich nicht in Costa Ria aus, geschweige denn in der Welt. Deutschland ist für sie gefühlt wie ein anderer Planet. Für mich ist es immer sehr schockierend zu sehen, dass Kinder mit 14 Jahren noch nicht einmal richtig schreiben können, gerade einmal addieren lernen und nicht wissen, wo sich Europa befindet.

Da die Menschen mit Fluchgeschichte keine Staatsbürgerschaft besitzen, haben sie auch nicht das Recht zu studieren. Klarissa zum Beispiel würde gerne Grundschullehrerin werden, da sie aber noch keine Staatsbürgerschaft besitzt, kann sie weder studieren noch arbeiten.

Hinzu kommt, dass die Familien oftmals so arm sind, dass ihnen sogar das Geld für den Bus fehlt. Hierbei muss man wissen, dass öffentliche Verkehrsmittel und vor allem Busse hier in ganz Costa Rica extrem günstig sind. Mit ca. 5 Euro kommt man beispielsweise von der Hauptstadt bis an die Küste. Ich habe eine Familie kennengelernt, die so wenig Geld besitzt, dass der Vater abwägen muss, ob er den Bus hin zur Arbeit nimmt oder den, der zurückfährt. Somit muss er immer einen Weg der ca 15 Kilometer langen Strecke zu Fuß gehen.

Ich finde es eine sehr überwältigende und prägende Erfahrung, diese absolute Armut und diese Lebensweise zu sehen und kennen zu lernen. In einem Industrieland wie Deutschland vergessen wir viel zu oft, in welchen Umständen andere Menschen leben. Die Armut und die Zustände, die ich hier sehe, hätte ich mir nie so vorstellen können. Es ist für mich eine einmalige Erfahrung und zeigt mir jeden Tag aufs Neue, in welchem Luxus ich aufgewachsen bin.

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In Deutschland, wie in vielen anderen Ländern der Welt wird am 31. Oktober Halloween gefeiert – in Costa Rica erleben wir den 31. Oktober dieses Jahr etwas anders: 1997 wurde dieser Tag offiziell zum „Día Nacional de la Mascarada Tradicional Costarricense“ ernannt.

Die Geschichte der costaricanischen Maskeraden geht zurück auf die Kolonialzeit (ca. 1560-1821), in der die Masken aus Spanien nach Costa Rica gebracht wurden. Forscher vermuten jedoch auch, dass das präkolumbianische Costa Rica bereits eine Kultur der Maskeraden kannte. Naheliegend ist also, dass die heutige Maskeradentradition sowohl indigenen als auch kolonialen Ursprungs ist.

In einigen Kantonen Costa Ricas wurde die heutige Tradition, die im kolonialen Cartago begann, über die Jahre fortgeführt, wie z.B. in Escazú, Asserí oder Alajuelita. Die Maskeradentradition diente zum einen der Stärkung des Identitätsgefühls der Ticos. Zum anderen sollte damit erreicht werden, dass andere Feste, die der costaricanischen Kultur fremd waren, sich nicht verbreiten.

Der Día Nacional de la Mascarada Tradicional Costarricense wurde 1997 zum offiziellen Nationalfeiertag erklärt, um die kulturellen Traditionen des Landes zu manifestieren. Dies und die handwerkliche Herstellung der Masken sollte auch der Stärkung der kulturellen Identität und des kulturellen Bewusstseins Costa Ricas und deren Bevölkerung dienen.

Das Handwerk der Maskenkunst ist in Costa Rica häufig eine Familientradition und wird von den Eltern an die Kinder weitergegeben. Dabei werden ganz verschiedene Arten von Masken „gebastelt“.

Zu den typischsten Masken gehören: El Diábolo (der Teufel), La Muerte (die Tote), El Padre sin Cabeza (der kopflose Vater), La Segua, La Llorona oder La Giganta.

Auch bei mir im Projekt, im Centro Cívico Por la Paz Heredia, wurde der Día de la Mascarada gefeiert. Am Freitag, dem 29.11., konnten die Kinder und Jugendlichen mit ihren Familien zu uns kommen, um mit ihren selbst ausgemalten Masken Rollschuh zu laufen. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Comité Cantonal de Deporte y Recreación de Heredia und vom Centro Cívico Por la Paz.

Meine Aufgabe bestand darin, im Vorfeld die Masken ausszuschneiden und hieran Bänder zu befestigen. Am Tag des Maskenfestes habe ich dann die Masken an die Kinder und Eltern verteilt. Nach dem Ausmalen der Masken durften die Teilnehmer dann in kleinen Gruppen mit ausgeliehenen Rollschuhen auf die „Fahrbahn“. Die Freiluftsporthalle des Centro Cívicos wurde hierbei zur Rollschuhbahn mit Musik und Lichteffekten umfunktioniert. Neben dem freien Fahren wurden auch Spiele gespielt und es gab Zeit zum Reden. Am Fest habe ich dann selbst auch teilgenommen und bin gemeinsam mit den anderen maskiert Rollschuh gelaufen.

Anlässlich des Feirtages standen um die Fahrbahn verteilt echte typisch traditionelle (riesige) Masken. Zwischendurch haben die professionellen Rollchuhfahrer sich diese sogar aufgesetzt und sind damit durch die Halle gefahren, was auf Grund der Gröβe der Masken sehr beeindruckend war. Auβerdem war ein richtiger Handwerker aus Heredia zu Gast, Manuel Mena, der bekannt dafür ist, traditionelle Masken herzustellen. Er hat uns alle dann über die Tradition und Herstellung der Masken informiert.

Insgesamt war es eine sehr schöne Veranstaltung zu Ehren des „Día Nacional de la Mascarada Tradicional Costarricense“, und ich bin froh, dass ich hieran teilnehmen durfte. Dieses Erlebnis hat mir einmal mehr einen Teil der costaricanischen Kultur nähergebracht.

PURA VIDA

Greta

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Wenn ich früher an Meeresschildkröten gedacht habe, habe ich automatisch auch an bunte Korallenriffe, Fische und türkies-blaues Wasser gedacht. In den letzten Jahren wurde meine Vorstellung davon jedoch leider getrübt. Durch das Plastik in den Meeren, die Jagd auf das Fleisch, die Panzer oder die Eier der Schildkröten und die riesigen Fischernetzte in die die Tiere als Beifang geraten, hat sich der Bestand der Meeresschildkröten drastisch verkleinert. Sodass nun alle sieben Arten vom Aussterben bedroht sind.

In Playa Bandera, unserem kleinen costa-ricanischen Dorf, haben sich einige Freiwillige gefunden, die helfen möchten, den Bestand der Schildkröten wieder zu vergrößern. Dabei geht es hier vor allem um die heimische „Tortuga Lora“, die auf Deutsch leider den unschönen Namen „Bastardschildkröte“ trägt. Auch wir beide, Julina und ich, durften schon einige Male bei verschiedenen Aktionen, wie Eier einsammeln oder Babys aussetzen dabei sein.

Zum Eierlegen kommen die Schildkröten Weibchen in der Dunkelheit an den Strand zurück, an dem sie selbst geschlüpft sind. Sie buddeln mit ihren flossenförmigen Beinen ein Loch in den Sand und legen dann zwischen 40 und 130 Eier ab, die sie im Normalfall danach wieder mit Sand bedecken. Die Aufgabe der Freiwilligen ist es, entweder die golfball-großen Eiern direkt beim Legen zu sammeln und sie sozusagen unter der Schildkröte aus dem Sand zu nehmen oder im Nachhinein anhand der Spuren im Sand zu erkennen, wo sich ein Nest befindet und die Eier dann auszugraben. Die Eier werden dann, geschützt vor Mensch und Tier, in einem Käfig wieder vergraben und nach ca. 60 Tagen schlüpfen die ersten Babys. Diese werden dann am Strand wieder ausgesetzt. Die letzten Meter ins Meer müssen sie allerdings selbst laufen, damit sie später „ihren“ Strand wiederfinden können. Das Aussetzten der jungen Schildkröten wird oft zu einer großen Aktion mit vielen Zuschauern, einerseits um das Bewusstsein der Bevölkerung für den Schutz der Meere und Tiere zu schärfen und andererseits natürlich, weil es sehr süß anzusehen ist, wie die Babys auf mehr oder weniger direktem Weg ins Wasser laufen. Wenn sie dort angekommen sind, ist die Arbeit der Freiwilligen erstmal abgeschlossen, wie viele der Schildkröten allerdings überleben werden und vielleicht sogar zum Eierlegen zurückkehren bleibt ungewiss.

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„weltwärts“ ist eine Initiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und unterstützt das Interesse von Jugendlichen an freiwilligem Engagement in Entwicklungsländern. Der Großteil der Kosten für das Freiwilligenjahr wird durch den Zuschuss vom BMZ übernommen. Es bleibt jedoch ein Viertel der Gesamtkosten übrig: 3.000 € müssen über VISIONEERS und jedem Freiwilligen selbst gesammelt werden. VISIONEERS ist als unabhängiger und gemeinnütziger Verein auf private Spenden angewiesen, um ein umfangreiches und zukunftsfähiges weltwärts-Programm zu ermöglichen.

Helft mir und VISIONEERS, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Bitte unterstützt uns mit einer monatlichen oder einmaligen Spende.

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Regenbogen, Herzen, Melonen, Wellen und viele weitere kleine Zeichnungen verzieren die kleine Bibliothek von Bandera. In den letzten Wochen haben wir mit den Kindern aus unserem Projekt UNO+ einen alten Kühlschrank bemalt, der nun zu einem Bücherregal umfunktioniert wird. Die Idee kam uns im Dezember. Bei der Arbeit und im Alltag ist uns immer wieder aufgefallen, dass die Kinder nicht lesen. Viele Kinder aus dem Projekt kennen kein einziges Buch. Die Kinder verbringen hier lieber viel Zeit beim Spielen draußen am Strand, oder vor dem Fernseher und Handy. Unser Gedanke jedoch war, dass man durch Bücher so viel lernt. Lesen entfaltet die Kreativität und Fantasie, und man kann durch lesen sein Wissen über die Welt und die Wissenschaft erweitern. Also kam uns die Idee eine kleine Bibliothek zu basteln – konkret einen Bücherschrank mit neuen Büchern zum ausleihen und austauschen. Mithilfe von Spenden konnten wir bereits 30 Kinder- und Jugendbücher kaufen.

Damit die Bücher vor Regen geschützt sind, war unser erster Gedanke ein Kühlschrank zu einem Regal umzubauen. Wir haben also einen Zettel mit einer Suchanzeige ausgehangen, und schon am gleichen Tag meldete sich jemand, der einen alten Kühlschrank zu verschenken hat. Mit unserer ganzen Nachbarsfamilie holten wir den alten Kühlschrank gemeinsam ab. Zusammen mit den Kindern von UNO+ bemalten und verschönerten wir den alten Kühlschrank. Als nächstes unternahmen wir einen Ausflug zur Flussmündung, „La boca“, um ein paar Bretter als Regalbretter für den Kühlschrank zu sammeln. Diese werden wir noch zurrechtsägen und fertig ist das neue Bücherregal, das wir am Sportplatz von Bandera aufstellen werden. Außerdem werden wir uns noch ein Konzept überlegen, damit die ausgeliehenen Bücher ihren Weg wieder zurück in den Bücherschrank finden. Unser Wunsch ist es, dass die Kindern und Erwachsenen in Bandera an den Büchern lange Freude haben werden.

Hallo, Wir sind Paola und Carl. Zusammen verbringen wir ein Jahr in Costa Rica, um hier mit der Organisation VISIONEERS über das Programm „weltwärts“ alles über nachhaltigen Kaffeeanbau zu lernen sowie bei der Ernte des Kaffees zu helfen.

In der Region „Zona de los Santos“, wo auch das Dorf San Andrès, unser Zuhause für ein Jahr liegt, ist das Klima perfekt für Kaffeeanbau. Fast überall wächst hier die kostbare Bohne, von der laut Statistik jede:r Deutsche etwa 5,66kg im Jahr verbraucht. Aber kann das auch nachhaltig sein?

Nicht wirklich…Allein durch die Transportwege und den Endverbrauch ist Kaffee nicht gerade nachhaltig. Doch auch Dünger und hoher Wasserverbrauch beim Anbau sind ein wichtiger Faktor für die Nachhaltigkeit von Kaffee.

Es gibt allerdings Wege Kaffee umweltfreundlicher zu machen: Zum Beispiel lassen sich Monokulturen durch das Pflanzen von schattenspendenden Bäumen vermeiden, sodass der Boden weiter fruchtbar bleibt. Des weiteren kann der Dünger gezielt und somit auch umweltschonender eingesetzt werden. Ein Faktor, der sowohl die Qualität des Kaffees steigert und gleichzeitig umweltschonender ist, ist stückweise zu pflücken – nicht alle Kaffeefrüchte sind gleichzeitig reif. Oft wird jedoch nur einmal geerntet, was weniger Arbeit, dafür aber auch schlechteren Kaffee, mehr Abfall und weniger Ertrag bedeutet. Daher wird bei umweltfreundlichen Betrieben oft in mehreren Erntephasen gepflückt. Das ist viel arbeitsintensiver und macht den Kaffee daher auch teurer. Für den Kaffee selbst ist dies jedoch eine Wohltat. Der nachhaltige Anbau ist gerade auch wegen der Masse des weltweiten Konsums ein unumgänglicher Teil, um zu globaler Klimaneutralität zu kommen. Dabei dürfen wir nicht vergessen, wie viel mehr hinter der Klimabilanz des Kaffees in Deutschland steckt.

Die Aussage „Ich selbst kann hier ja wenig für tun oder die Welt verbessern“ hilft wie immer nur wenig weiter: Knapp 30% der Umweltschäden entstehen durch die Zubereitung, z.B. durch Einweg-Papierfilter oder Espressokapseln. Und auch beim Kauf kannst du selbst entscheiden, ob du ökologischen Anbau von Kaffee unterstützt, auch wenn der mal teurer ist. Geschmacklich kannst du dir damit auf jeden Fall einen großen Gefallen tun.

Falls du gerne mehr über nachhaltigen Kaffee lernen möchtest, kannst du dir gerne die folgenden Links mal anschauen: