Pura Vida im Hühnerstall

Fast drei Monate bin ich nun schon in Costa Rica und wohl oder übel werde ich jetzt das Surfen unterbrechen müssen, um diesen Blogartikel zu schreiben.

Kurz zur Erklärung

Ich bin Freiwilliger für UNO+, ein Kinderprojekt der Pura Vida Church in Esterillos Oeste. Da die Kinder  aber am Vormittag in die Schule gehen müssen, ist meine Arbeit dort auf den Nachmittag beschränkt. Damit mir aber nicht langweilig wird, helfe ich vormittags auf einer Finca aus. Hier füttere ich die Hühner, kehre, lege den Gemüsegarten an und wenn ich Pech habe, muss ich auch mal den Stall ausmisten.

Doch zurück zu UNO+

Die Arbeit ist sehr breitgefächert. Ich gebe Englischkurse am Montag und Donnerstag, Kunstkurse am Freitag, Bibelstunden werden einmal die Woche durchgeführt und sehr viel Sport getrieben.
Boxen, Basketball, Skaten und Fußball. Bei der hohen Luftfeuchtigkeit und Temperatur kann es dann auch schon mal sein, dass man nach zwei Stunden nur noch schweißgebadet auf dem Fußballplatz liegt und gezwungen ist, drei verschiedene T-Shirts am Tag durchzuschwitzen. Inzwischen habe ich mich jedoch schon so an die Luftfeuchtigkeit gewöhnt, dass ich zumindest beim Fahrradfahren trocken bleibe.

Ein neues Hobby

Wenn ich mal nicht arbeite oder das Pura Vida genieße, bin ich am Surfen. Es ist zwar ein bisschen bitter, wenn ein 12-jähriger 500mal besser ist als ich, Spaß macht es mir aber trotzdem. Ein bisschen Zeit zur Verbesserung habe ich ja noch. Meistens gehe ich zusammen mit meinen Gastbrüdern surfen oder treffe Locals, also Einheimische im Line Up. So muss ich zumindest nicht alleine die Krokodile bekämpfen.

Der Anfang meines Freiwilligenjahres

Inzwischen bin ich einen Monat hier und kenne mich in meinem Projekt und meinem neuen zu Hause gut aus. Doch das war nicht immer so.

Angekommen in Costa Rica

Nach einer langen Reise mit dem Flugzeug, freuten wir uns alle schon auf unsere Betten. Da ich am Spanischkurs für Anfänger teilgenommen habe, ging die Reise für mich zunächst nach Bejuco, ein kleines Örtchen in der Nähe von Parrita und Esterillios an der Pazifikküste. Wir mussten immer schon früh aufstehen, woran wir uns aber bald gewöhnten, da es in Costa Rica früh dunkel wird. Unsere Sprachlehrer:innen bemühten sich sehr, ein gutes Programm für die zwei Wochen zu erstellen, das sowohl aus Unterricht als auch aus vielen Freizeitaktivitäten bestand. Am Morgen lernten wir Spanisch und nachmittags verbrachten wir unsere Zeit am Pool oder am Strand. Besonders aufregend waren für mich der Surfkurs, die Ausflüge in die umliegenden Orte Manuel Antonio, Jacó und Parrita sowie der Tanzkurs. Es war schön, die beiden Wochen mit den anderen Freiwilligen verbracht zu haben, denn für mich ging es danach allein zu meinem Projekt.

Meine Ankunft in Jacó

Am 10.09. war es dann soweit und ich fuhr nach Jacó, ein paar Orte weiter an die Pazifikküste. Jacó ist für costa-ricanische Verhältnisse eine größere Stadt und von viel Tourismus geprägt. Es wird viel Englisch und zum Teil auch Deutsch gesprochen. Leider gibt es in Jacó auch ein Drogen- und Prostitutionsproblem, deshalb muss man in der Nacht vorsichtiger sein. Als ich das erste Mal meiner Gastfamilie begegnete, war ich sehr froh, dass ich von nun an bei ihnen leben durfte. Ich habe eine sehr liebvolle Gastmutter und einen Gastbruder.

Red de Cuido Palmichal – mein Start in ein völlig neues Leben

Seit dem 26. August 2022 bin ich schon in Costa Rica und ich muss sagen, dass diese elf Wochen wahrscheinlich die erlebnisreichsten und lehrreichsten Wochen in meinem Leben waren. Ich habe unfassbar viel Neues gelernt, insbesondere über die Kultur, die Sprache und die Menschen Costa Ricas. Aber auch über mich habe ich schon einiges gelernt, das mir, im vergleichsweise langweiligen Alltag in Deutschland, nicht bewusst werden konnte.

Erste Male

Erst acht Stunden Schule hinter mich bringen, nachmittags dann Hausaufgaben machen, mich um den Haushalt kümmern, zum Sport gehen oder mich mit Freunden treffen. Am Wochenende dann noch mehr Hausaufgaben erledigen und stundenlang durch die sozialen Medien scrollen. Und jeden Tag dieselben Menschen.
Das war meine Realität in Deutschland und damit das ziemliche Gegenteil zu meinem Leben als Freiwillige in Costa Rica, denn die Arbeit hier im Red de Cuido in Palmichal ist für mich, wie es in der Überschrift steht, der Start in ein völlig neues Leben. Zum ersten Mal in meinem Leben gehe ich nicht mehr zur Schule. Stattdessen arbeite ich jetzt 40 Stunden in der Woche. Zum ersten Mal in meinem Leben reise ich für mehr als nur für einen Urlaub in ein fremdes Land und zum ersten Mal in meinem Leben bin ich länger als zwei Wochen von meiner Familie getrennt. Das ist alles ziemlich überwältigend, aber gleichzeitig habe ich das Gefühl weiterzukommen und endlich selbstbestimmt leben zu können.
Hier in Costa Rica ist für mich kein Tag wie der andere, denn auch wenn ich hier einen gewissen Alltag habe, lerne ich jeden Tag etwas dazu. Ob es ein neues spanisches Wort, ein neues costa-ricanisches Gericht, eine unbekannte Frucht, ein neuer Ort in Costa Rica oder etwas Neues in der Arbeit mit Kindern ist, hier wird es einem nicht langweilig. Vor allem gilt das für die Arbeit im Projekt, denn in einem Alltag voll mit Kindern kann kein Tag dem Gestrigen gleichen. Natürlich gibt es eine Routine mit festen Essens-, Ruhe- und Spielzeiten, die auch ziemlich streng eingehalten werden und jeder Mitarbeiter hat seine festen Aufgaben, aber dennoch hält jeder Tag eine Überraschung bereit.

Das Projekt

Aktuell besuchen das Red de Cuido täglich bis zu 40 Kinder im Alter zwischen eins und zwölf Jahren und sie erhalten eine dem Alter entsprechende Betreuung und Förderung. Das Projekt wurde erst 2020 gegründet und ist dadurch sehr modern. Die Räumlichkeiten sind groß und sehr gut ausgestattet. Von Holzbausteinen, über eine Spieleküche, bis hin zu Buntstiften, haben die Kinder viele Möglichkeiten, sich hier zu beschäftigen. Ganz besonders freue ich mich, wenn die Kinder mir ihre gemalten Bilder schenken, da ich diese mit nach Hause nehme und dort als Erinnerungen sammle.

 

La vida en Aiped

Am 12.9. 2022 machte ich mich mit gemischten Gefühlen, aber voller Vorfreude auf zu meiner neuen Arbeit. Es war mein erster Tag und ich hatte lediglich eine grobe Vorstellung von den Aufgaben, die mich das Jahr über erwarten würden. Meine Spanischkenntnisse reichten für das Führen von einfachen Konversationen aus.

Meine Aufgaben

Ich wurde nett von den Mitarbeiter:innen empfangen und bekam für die ersten Tage einfache Aufgaben zugeteilt. Ich sollte die „Usuarios“ morgens empfangen, das Essen austeilen sowie bei den Aktivitäten (Malen, Bingo spielen, usw.) mithelfen.
Schon nach kurzer Zeit durfte ich an der Planung der Aktivitäten für das Jahr mitwirken. Hier konnte ich eigene Vorschläge einbringen, die größtenteils auch umgesetzt wurden.
Bei jedem Freiwilligen im Projekt wird geguckt, welche Hobbys bzw. Talente sie haben. Diese werden dann in die Arbeit integriert. Da ich sehr gerne Sport mache, wurde ich zum „Profesor de deportes” ernannt. Seitdem gebe ich Kurse in Fußball, Basketball, Boccia und Leichtathletik. Andere Möglichkeiten wären aber auch Musik- oder Kunstunterricht.

Aktuell ist die „semana de los derechos con discapacidad“. In dessen Rahmen machen wir allerlei sportliche Aktivitäten. Dabei treten wir auch gegen andere Einrichtungen für Menschen mit Behinderung an. Die Disziplinen sind u.a. Boccia, Leichtathletik und Fußball. Das Ganze wird von dem lokalen Rathaus organisiert. Hierbei geht es aber weniger um den Wettkampf, sondern vorrangig um den Spaß und die Begeisterung der Teilnehmer:innen.

Dankbarkeit, Lebensfreude und Zuneigung

Das ist es, was ich aus meinen ersten Wochen auf der anderen Seite der Welt mitnehme.
Mein Name ist Oli, ich bin nun seit fast acht Wochen in meinem weltwärts-Projekt „El Refugio“ im Brennpunktbezirk „La Milpa“ in Heredia.

Die Einleitung lässt schon erahnen, dass ich hier mit starker Armut konfrontiert werde. In meinem ganzen bisherigen Leben hatte ich damit noch keinen Kontakt. Ich hatte nichts davon geahnt und gehofft, sie niemals erleben zu müssen.
Zehn Minuten Fußweg liegen zwischen mir und meiner Arbeit. Nach etwa der Hälfte des Weges bin ich im Stadtteil „La Milpa“, in dem sich die Armut deutlich zeigt. Kleine, unstabile „Häuser“, zugemüllte Straßen, abgemagerte Tiere, schiefe Blicke und die nahezu tägliche Frage nach Geld, sind hier mein Alltag. Wenn ich schließlich im Projekt angekommen bin, welches seinen Platz in einem kleinen Haus in einer Seitengasse hat, ist es zu Beginn noch ruhig, da die Kinder noch nicht eingetroffen sind. Diese trudeln an den Dienstagen und Donnerstagen, (meine Lieblingstage, da an diesen Tagen von den großartigen freiwilligen Küchenfrauen für alle Essen gekocht wird und deshalb viele Kinder kommen) ab 10:30 Uhr mit costa-ricanischer Pünktlichkeit natürlich, verspätet ein.

 

Ein Geben und Nehmen

Nach zwei erlebnisreichen Wochen, während derer ich einen Sprachkurs in den Bergengemacht hatte, bin ich Mitte September mit meinem Mitfreiwilligen nach Parrita an die Pazifikküste gefahren.
Dort bin ich nun schon seit fast zweieinhalb Monaten und habe bereits einiges erlebt, viele neue Orte gesehen und bin mit vielen verschiedenen Menschen in Kontakt gekommen. Bereits jetzt fühlt es sich an, als wäre ich seit einem halben Jahr hier und ich fühle mich schon gut in der Gemeinschaft integriert.

Meine Gastfamilie

Das liegt vor allem daran, dass ich seit dem ersten Tag sehr herzlich von meiner Gastfamilie aufgenommen wurde und wir schon viel zusammen unternommen und sie mich überallhin mitgenommen haben. So habe ich bereits den Geburtstag meiner Gastoma mitgefeiert sowie viele andere Familienmitglieder und Freund:innen meiner Familie besucht und kennengelernt. Außerdem haben wir schon viele Aktivitäten, wie eine Kajaktour durch Mangroven, zusammen unternommen, waren zusammen im Urlaub und haben schon viele gemeinsame Pläne für die nächste Zeit. Ich fühle mich bereits wie ein richtiges Familienmitglied, wofür ich wirklich sehr dankbar bin.
Ich arbeite von Mittwoch bis Sonntag und bin meistens den ganzen Tag beschäftigt. Meine freien Tage, Montag und Dienstag, nutze ich, um etwas mit meiner Gastfamilie zu unternehmen, die Gegend mit Freund:innen zu erkunden oder zu verreisen.

Meine eigenen Projekte

Zusammen mit meinem Mitfreiwilligen arbeite ich zum Teil im „Colegio“. Dort bieten wir den Schüler:innen des Colegios einen Deutschclub an, um den Schüler:innen die Kultur Deutschlands sowie die Sprache näherzubringen, indem wir gemeinsam spielen, kochen oder Musik hören.
Zusätzlich biete ich mit meinem Mitfreiwilligen viermal die Woche Englischkurse für alle Altersklassen an. Unter anderem haben wir einmal wöchentlich nachmittags einen Englischkurs für Erwachsene. Englisch spielt, vor allem bezüglich der Jobmöglichkeiten an der Pazifikküste, eine sehr wichtige Rolle, da in dieser Region ein Großteil der Jobs im Tourismusbereich liegen.

Meine Eingewöhnung in Palmichal

Seit zwei Monaten bin ich jetzt im “Red de Cuido” in Palmichal, Costa Rica.
Hier helfe ich dabei, die Kinder (1-12 Jahre) zu betreuen, die tagsüber hierherkommen. Ich wurde von Anfang an herzlich empfangen und durfte schon so einiges erleben!

Meine Aufgaben

Grundsätzlich soll ich im Projekt dabei helfen, auf die Kinder aufzupassen.
Darunter fällt, ihnen beim Essen und Zähneputzen zu helfen, sie zu betreuen, Aktivitäten vorzubereiten und auszuführen und den älteren Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen. Zusätzlich helfe ich einmal in der Woche entweder beim Putzen oder in der Küche. Dadurch konnte ich auch schon viel über das Essen in Costa Rica lernen, das zwar hauptsächlich aus Reis und Bohnen besteht, aber trotzdem sehr interessant und abwechslungsreich ist!

Mein Arbeitsalltag im Kinderheim „Hogar de Cuna“

In meinem Projekt „Asocuna“ arbeite ich in einem Kinderheim in San José, der Hauptstadt Costa Ricas.
Jeden Morgen laufe ich eine halbe Stunde zu meiner Arbeit, die um 8:00 Uhr beginnt.
Dort werde ich immer freundlich von den „Tías“ (Erzieherinnen, wörtlich übersetzt: „Tanten“) und den 18 Kindern, die alle zwischen null und sechs Jahre alt sind und in dem Heim leben, begrüßt.
Nachdem wir den Kindern nach ihrem Frühstück ihre Zähne geputzt haben, werden sie in zwei Gruppen aufgeteilt. Die älteren Kinder gehen mit der „Maestra“ (Lehrerin) in den Klassenraum und lernen dort die Zahlen und Farben oder spielen bildungsfördernde Spiele. Die kleineren Kinder, zu denen die unter zweijährigen Babys gehören, bringen wir in den Stimulationsraum. Dort singen wir vier „Guten Morgen“-Lieder und spielen mit ihnen.

Meistens helfe ich der Maestra im Klassenraum.
Bis 9:30 Uhr singen wir mit den Kindern Lieder und basteln etwas. Danach wird die erste „Merienda“ (Snack) serviert. Diese besteht meistens aus einer Frucht wie einer Banane, etwas Papaya oder Erdbeeren.
Um 10:30 Uhr gehen alle Kinder und Babys in die Pause. Wenn gutes Wetter ist, was meistens der Fall ist, gehen wir in den Außenbereich des Hauses, wo es viele Spiel- und Fahrzeuge gibt. Dort passen die Tías und ich auf, dass sich die Kinder nicht schubsen, hinfallen oder das Spielzeug eines anderen Kindes klauen.

Vor dem Mittagessen „klatschen“ wir immer ein Gebet und danach werden die Kinder um 11:00 Uhr gefüttert. Anschließend putzen wir ihnen wieder ihre Zähne und dann beginnt auch schon die „Siesta“, der Mittagsschlaf. Dieser geht unter der Woche bis 14:00 Uhr.
Währenddessen bekommen ab 11:30 Uhr, die älteren Kinder ihr Mittagessen. Diese sind alt genug, um selbstständig zu essen, sodass man nur darauf achten muss, dass sie alles aufessen. Wenn ein Kind aufisst, bekommt es ein „Fresco“ (Erfrischungsgetränk).
Nachdem wir auch deren Zähne geputzt haben und sie schlafen, essen ich und meine Arbeitskolleginnen gemeinsam zu Mittag.
Oftmals helfe ich in der Pause meiner Chefin dabei, Spenden zu sortieren oder andere Sachen für die Kinder vorzubereiten. Manchmal kann ich mich aber auch in einem Nebenraum bis 14 Uhr ausruhen.

Eine Projektreflexion: Die 17 Ziele der UN und unser Projekt “NO POVERTY!“-
– Diskussion über die Agenda 2030 und die 17 Ziele der UN für die „globale Transformation“ mit Schüler:innen an Berliner Schulen

Peter Drucker, der berühmte amerikanische Autor und Ökonom, sagte einmal: „Der beste Weg, die Zukunft vorherzusagen, ist, sie zu gestalten“ – und das wurde zu meinem Lebensmotto. Allerdings bin ich nicht die Einzige, der an diesen Satz glaubt – denn 2015 haben alle Länder der Vereinten Nationen die Agenda 2030 und ihre 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung („Sustainable Development Goals, kurz SDG) verabschiedet.

Was genau sind die „SDG“?

Und warum sind sie für mich persönlich von Bedeutung? Und was können wir tun, um einen Beitrag zu leisten? – Das sind die Fragen, die in diesem kleinen Blogbeitrag beantwortet werden sollen. Wenn ich deine Aufmerksamkeit geweckt habe: Lies weiter!
Um die SDG zu erreichen, brauchen wir aus meiner Sicht starke und engagierte Nationen. Wir als Gesellschaft müssen uns der kommenden Herausforderungen bewusst bleiben. Wir müssen über die Konsequenzen unseres Handelns nachdenken und uns dafür verantwortlich fühlen, die Welt zu verbessern – jede:r Einzelne:r von uns! Ein wichtiger Hebel ist daher Bildung. Bildung ist, wenn sie richtig eingesetzt wird, die beste Waffe in den Händen der Menschen.
Aus diesem Grund haben wir in diesem Jahr Schulworkshops als wichtigen Bestandteil unseres diesjährigen Projekts zu den UN-SDG durchgeführt. Wir von VISIONEERS organisierten im Juli einen Train-the-Trainer-Workshop, um jungen Menschen beizubringen, wie sie junge Menschen in interaktiven Seminaren zu entwicklungspolitischen Themen schulen können. Die Freiwilligen wurden dann eingeladen, ihr Wissen über die SDG und ihre neuen Fähigkeiten als Trainer:innen in Workshops an unseren Partnerschulen in Berlin anzuwenden. Ich war eine dieser Freiwilligen und in den vergangenen Monaten lernte ich selbst viel über die UN-SDG und konnte dieses an Schüler:innen weitergeben und Interesse an entwicklungspolitischen Themen und eigenem Engagement wecken.

Was genau sind die Sustainable Development Goals (SDG)?

Alle Länder der Welt haben 2015 gemeinsam einen „Weltzukunftsvertrag“ beschlossen. Mit diesem Vertrag verpflichten sich die Staaten dazu, allen Menschen bis zum Jahr 2030 ein Leben in Würde zu sichern. Zum Beispiel sollen Armut, Hunger, AIDS und die Diskriminierung von Frauen und Mädchen beendet werden. Der Vertrag, auch Agenda 2023 genannt, enthält 17 Ziele, die 169 Unterziele umfassen.

Warum sind sie für mich als Person wichtig?

Die Ziele betreffen uns alle, da sie eine Lebenswerte Zukunft für uns alle sichern sollen…aber dies gelingt nur, wenn wir uns alle daran beteiligen. Die Agenda mit ihren 17 Zielen ist universell und fordert alle Länder und Nationen, sowohl die Industrie- als auch die Entwicklungsländer, zum Handeln auf. Dadurch wird sichergestellt, dass niemand zurückgelassen wird. Alle müssen zusammenkommen – Regierungen, die Zivilgesellschaft, Wissenschaftler:innen, Akademiker:innen und der Privatsektor, um gemeinsam eine bessere Zukunft zu schaffen.

Der Start in mein weltwärts-Abenteuer

Jetzt geht es endlich los

Der langersehnte Abreisetag, der 26. August, kam dann doch schneller als gedacht. Schon saß ich mit meiner ganzen Familie und gepackten Koffern im Auto auf dem Weg zum Flughafen. Jetzt startete mein Abenteuer also wirklich, dachte ich, mein weltwärts-Freiwilligendienst. Das Jahr, auf das ich mich während des ganzen letzten Jahres vorbereitet hatte, das aber doch immer noch so weit weg gewesen war. Plötzlich war doch die Zeit gekommen, um Abschied zu nehmen. Es ist ein komisches Gefühl, wenn man weiß, dass man sich für so eine lange Zeit nicht mehr sehen wird. Die Vorfreude war plötzlich verschwunden und ich spürte nur noch die Nervosität und Angst vor dem, was kommen wird. Es gab so viel Ungewissheit darüber, wie das nächste Jahr aussehen wird.

Ich komme in meinem neuen Zuhause an

Nachdem ich die ersten zwei Wochen in Costa Rica noch mit einigen anderen Freiwilligen gemeinsam beim Sprachkurs verbracht hatte, ging es für uns alle zu unseren Projektstandorten. Es war schön, die ersten Tage in einer großen Gruppe zu verbringen, um die ersten Erfahrungen hier gemeinsam zu machen. Schließlich ging es danach so richtig los mit unserem Freiwilligendienst.
Samstagabends machten wir, meine Mitfreiwillige Alisa und ich, uns auf den Weg nach Bandera, einem kleinen Dorf an der Pazifikküste, wo wir das Jahr über wohnen und unseren Dienst leisten. Gespannt saß ich im Auto und dachte während spannender Gespräche mit einem „VISIONEERS“ – Mitarbeiter darüber nach, wie wohl mein Leben im nächsten Jahr aussehen würde.
Wie schnell werden wir Anschluss finden und neue Leute kennenlernen? Werde ich mich bei der Arbeit mit den Kindern wohlfühlen? Habe ich dafür wirklich genug Selbstvertrauen? Wie wird meine Freizeit aussehen? Werde ich Surfen lernen? Habe ich die Chance dazu, ab und zu Tennis zu spielen, den Sport, den ich sicherlich sehr vermissen werde?
Fragen über Fragen, deren Antworten ich wohl erst im Verlauf der nächsten Monate finden werde.
Auch wenn ich noch nicht genau wusste, was mich erwarten wird, freute ich mich wirklich darauf, jetzt so richtig ankommen zu können. Ich war schon ganz gespannt auf das kleine Häuschen, in dem Alisa und ich für das nächste Jahr zusammen in einer WG wohnen werden.
Als wir im Dunkeln über den Schotterweg gebrettert sind, wo ein Schlagloch dem nächsten folgte, konnte ich mir schon mehr darunter vorstellen, was es bedeutet, in einem kleinen Dorf ohne Busanbindung zu wohnen. Als wir endlich angekommen waren, hievten wir unsere Koffer und Rücksäcke aus dem Auto und wurden herzlich von unserer Nachbarin empfangen.
Man sieht hier sehr viele einfache Wellblechhütten, die ein Zuhause für viele Familien hier sind. Deswegen wollten wir beide nicht zu viel erwarten und waren wirklich positiv von unserem kleinen Häuschen hier überrascht. Ich habe hier zwar kein eigenes Zimmer und das Haus ist sehr einfach, trotzdem fühle ich mich hier sehr wohl.
Wir wohnen direkt hinter der Pulpería – dem Dorfladen Banderas. Die Familie, welche die Pulpería betreibt, ist für uns wie eine Gastfamilie geworden. Gleich an unseren ersten Tagen wurden wir zum Essen eingeladen und von allen herzlich begrüßt. Hier, am großen Tisch und in der offenen Küche der Nachbarsfamilie, wo wir auch sehr viel Zeit verbringen, kommt das ganze Dorf zusammen. Sogar jetzt gerade, während ich diesen Blogartikel schreibe, sitze ich hier am Tisch und höre dem Regen zu, wie er auf das Wellblechdach prasselt.

Das ist das Projekt UNO+

UNO+ ist ein Bildungsprojekt mit dem Ziel einer ganzheitlichen Förderung der Kinder, um ihnen eine gute Schullaufbahn und somit einen guten Start in ihr späteres Leben zu ermöglichen. An insgesamt fünf verschiedenen Standorten werden benachteiligte Kinder zwischen 7 und 12 Jahren betreut. Ich arbeite zusammen mit meiner Mitfreiwilligen in den Orten Bandera, La Loma und Parrita. Hier betreuen wir am Nachmittag die Kinder, nachdem sie aus der Schule kommen.
Unser erster Arbeitstag bei UNO+ startete in einem kleinen Chaos. Da die Absprache etwas schiefgelaufen war, sollten wir gleich an unserem ersten Tag ca. 20 herumtobende Kinder beschäftigen, ohne etwas mitgebracht oder vorbereitet zu haben. Mit etwas Improvisation und Kreativität ist uns dies aber auch ganz gut gelungen.