Ein halbes Jahr bei Visioneers

Seit Mitte April diesen Jahres durfte ich im Rahmen meines Praxissemester für 22 Wochen ein Teil des Visioneers-Teams sein und dabei viele wertvolle Erfahrungen sammeln. Doch erst Mal ganz kurz zu mir, ich bin Judith, 22 Jahre alt und ich studiere Soziale Arbeit in Regensburg, doch wie es der Zufall so will hat es mich für mein Praxissemester für ein halbes Jahr vom beschaulichen Bayern ins bunte Berlin verschlagen und - so viel sei schon gesagt - ich habe es definitiv nicht bereut das Leben in der Großstadt einmal auszuprobieren.


Gleich zu Beginn meines Praktikums durfte ich voll in das Projekt „Mobile Jugend-Lern-Hilfe.Jetzt“ einsteigen, bei dem ich jeden Vormittag in einer stationären Wohngruppe für Kinder zwischen 6 und 14 Jahren war und sie beim Homeschooling unterstützt habe sowie eine Zeit lang auch jeweils zwei Nachmittage pro Woche in einer Unterkunft für Geflüchtete und 2 Nachmittage in einer Jugendwohngemeinschaft, wo ich ebenfalls beim Deutsch lernen und Homeschooling helfen durfte, unterwegs war. So habe ich einen guten Einblick in verschiedene stationäre Einblicke erhalten, was super spannend und aufschlussreich für mich war, da diese ja auch ein Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit darstellen. Nachdem sich die Kinder und Jugendlichen nach kurzer Zeit an mich gewöhnt haben und ich mich an sie, habe ich mich jeden Tag auf meine Arbeit in den verschiedenen Einrichtungen gefreut. Wenn alle Schulsachen schnell erledigt waren, war manchmal auch noch Zeit gemeinsam etwas zu spielen oder Zeit um mir das neue Fahrrad eines Kindes anzusehen, welches mir stolz präsentiert wurde. Bis zum Beginn der Sommerferien war ich also relativ wenig im Büro und ganz viel unterwegs wodurch ich auch Berlin besser kennen lernen konnte - was natürlich ein ziemlich cooler Nebeneffekt für mich war :)



Mit den Sommerferien startete dann auch die heiße Phase der Vorbereitung für die Sommerferienschule, bei der ich auch viel mitorganisieren durfte. Ich war besonders in die Planung des Nachmittagsprogramms involviert, welches von Volleyball über Bouldern und Museumsbesuche so einiges für die Jugendlichen zu bieten hatte. Doch auch für den Deutschunterricht konnte ich ein Paar Grammatik-Themen mit vorbereiten und dadurch auch mein eigenes Wissen in diesem Bereich ein bisschen auffrischen. Nach ausführlicher Planung und Vorbereitung kam dann der lang ersehnte Tag: der Beginn der Sommerferienschule. Endlich war es trotz Corona möglich, dass eine größere Gruppe an Jugendlichen ganz ohne Bildschirm sondern live und in Farbe zusammen lernen, sich austauschen und Berlin zusammen entdecken konnte. Die zwei Wochen sind wie im Flug vergangen und es war so schön zu beobachten, was für Fortschritte die Jugendlichen im Deutschunterricht machten und besonders auch wie sie als Gruppe zusammengewachsen sind und was für Freundschaften sich entwickelt haben. Umso trauriger war es dann natürlich, dass der letzte Tag der Ferienschule so schnell kam und es schon wieder Zeit zum Abschiednehmen war. Doch einige der Jugendlichen kamen auch so noch zu uns ins Büro für Beratung oder Nachhilfe, sodass ich sie trotzdem noch ab und an sah.



Ein weiterer Bereich meiner Arbeit, der mir mit am meisten Spaß machte, waren auch eben diese Beratungsgespräche, bei denen ich Jugendliche bei den unterschiedlichsten Aufgaben unterstützen durfte. Besonders im Bewerbungsprozess für Praktika oder Ausbildung habe ich die jungen Menschen begleitet aber auch bei der Wohnungssuche oder bei sämtlichen Angelegenheiten mit verschiedenen Ämtern. Die Dankbarkeit der Jugendlichen und dass sie sich mir anvertraut haben hat mich sehr motiviert und natürlich auch, dass wir das ein oder andere Erfolgserlebnis gemeinsam feiern durften. Das alles hat mein Praktikum bei Visioneers unfassbar abwechslungsreich und lehrreich gemacht und ich bin super dankbar, dass ich mit einem so tollen Team arbeiten durfte und einen so vielseitigen Einblick in die Arbeit eines sozialen Vereins bekommen konnte!


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