Visioneers e.V. veranstaltet eine Vielzahl an Workshops und Programmen. Einige Aktivitäten von Visioneers sind eng mit Essen verbunden, da Essen oft eine Grundlage des Gemeinschaftslebens bildet. Gemeinsame Kochevents passen gleichzeitig ideal zu Visoneers‘ Ziel, soziale Verantwortung von Unternehmen hervorzuheben (ein Gebiet, auf dem es viele Möglichkeiten für Einzelpersonen oder Gruppen gibt).

Jeden Freitag bereitet eine dynamische Gruppe von vier Männern, bestehend aus den drei Syrern Issam, Omar und Saad (einer davon ein professioneller Koch) sowie dem Iraker Mohammad, ein außergewöhnliches Festmahl für die Belegschaft der sich in Berlin befindlichen Firma Plista zu. Das wöchentliche Mittagsessen am Freitag beginnt für die syrischen Köche aber eigentlich schon donnerstags.

Ich hatte die Möglichkeit, die vier bei ihrem wöchentlichen Einkauf durch Neukölln zu begleiten. Wir treffen uns am Hermannplatz und waren gerade dabei, die Sonnenallee entlang zu laufen, als Issam eine Zutat sah, die ihren perfekten Reifegrad für den Kauf erreicht hatte. Anschließend geht es dann weiter, um die nächste zu finden. Das geht solange, bis er alle erforderlichen Zutaten in perfektem Zustand gefunden hat. Nach ungefähr eineinhalb Stunden sind alle Zutaten gekauft und werden zu Plista gebracht. Jede Woche werden andere Zutaten ausgewählt, da sich ihr Menü jede Woche ändert. Jedoch stehen Auberginen, Tahina, Joghurt, Fladenbrot, Zitronen, Zwiebeln, Knoblauch und Petersilie (um nur ein paar zu nennen) immer auf der Einkaufsliste.

Freitags treffen die Vier um acht Uhr morgens im Büro von Plista ein, um das anstehende Essen vorzubereiten. Wie eine gut geölte Maschine beginnen sie zu hacken, schälen, zerkleinern und braten. Jede zweite Woche wechseln sie zwischen einem ausschließlich vegetarischen Menü zu einem zum größten Teil vegetarischen Menü mit einem oder zwei Fleischgerichten. Gegen Mittag fangen die Köche an, ihre Meisterwerke kreativ zu verzieren. Omar, ein dreisprachiger junger Mann aus Syrien, beschriftet jede Mahlzeit, während sich Plistas Mitarbeiter so langsam im Speiseraum einfinden. Gegen 12:30 Uhr sitzen rund 30 Mitarbeiter gespannt und hungrig auf ihren Plätzen, während ihnen Omar den Inhalt der acht Gerichte erläutert. Nachdem er die Gerichte erläutert hat, dankt er jedem für sein Kommen und wünscht einen Guten Appetit. Freude macht sich auf den Gesichtern der Angestellten breit, während sie sich Essen auf ihre Teller löffeln, die in familiärem Stil auf den Tischen angerichtet wurden. Der Raum ist erfüllt von fantastischen Gerüchen, netten Gesprächen und vollen Mägen. Einige der Angestellten verraten mir, wie sehr sie sich jede Woche darauf freuen, wie lecker das Essen jedes Mal ist und wie voll sie sich den restlichen Tag fühlen. Bevor sich jeder nach dem Essen wieder in sein Büro oder an seinen Arbeitsplatz begibt, bedanken sich viele bei den Köchen, die genauso zufrieden aussehen wie sich die Mitarbeiter mit ihren vollen Mägen wohl fühlen. Die Köche und ein Mitarbeiter von Plista putzen noch die Küche sowie den Speiseraum, bevor sie ins wohlverdiente Wochenende gehen.

Nächste Woche werden wir noch mehr interessante Beiträge von unseren gemeinsamen Kochevents, inklusive syrischen Rezepten, veröffentlichen.

Wenn Sie oder die Firma, für die Sie arbeiten, an Visioneers e.V. und der CSR-Arbeit interessiert sind oder einfach Lust auf ein leckeres wöchentliches Mittagessen haben, zögern Sie bitte nicht uns unter ntepass@visoneers.io zu kontaktieren.

Wir von Visioneers haben es uns zur Aufgabe gemacht, Brücken zu bauen und Jugendliche aus Deutschland und geflüchtete Jugendliche aus Krisenländern zusammenzubringen. Mit Hilfe einer finanziellen Förderung des Landes Berlin – Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit – konnten wir unsere Nähwerkstatt weiterentwickeln. Seit Juni 2016 finden nun einmal pro Woche dreistündige Näh-Sessions statt, in denen Jugendliche aus verschiedenen Kulturkreisen gemeinsam nähen und sich so auf Augenhöhe begegnen und kennenlernen können.

Ein einzelner Workshoptermin beginnt immer mit einer gemeinsamen Gesprächsrunde, in der die vorherige Woche und alle für den aktuellen Tag anstehenden Aufgaben besprochen werden. Dabei werden auch theoretische Hintergründe des Nähens von Textilien in den Vordergrund gestellt sowie entwicklungspolitische Aspekte besprochen. Die Jugendlichen haben die Möglichkeit, ihre eigenen Vorschläge und Ideen einzubringen und miteinander zu besprechen. Danach beginnen die Jugendlichen frei an dem jeweiligen Projekt und miteinander zu arbeiten. Gegenseitige Unterstützung und Zusammenarbeit unabhängig von der Herkunft stehen in dieser Phase im Fokus. Zum Schluss jedes Termins kommen wir noch einmal zusammen, besprechen den jeweiligen Tag und werfen einen Ausblick auf die in der kommenden Woche anstehenden Aufgaben. All das geschieht in einer entspannten Atmosphäre, denn der Spaß am Nähen und Beisammensein soll immer im Vordergrund stehen.

Die Workshops werden komplett in deutscher Sprache durchgeführt und von unserer kreativen Julia von Funkelfaden.de geleitet. Jede Woche denkt sich Julia ein neues Thema und spannendes Projekt aus. Unsere Workshops geben den geflüchteten Jugendlichen die Möglichkeit, ungezwungen mit der deutschen Sprache und Kultur in Kontakt zu treten und gleichzeitig geben sie den in Deutschland aufgewachsenen Jugendlichen die Chance, eine neue Kultur kennenzulernen und mehr über die Lebensumstände in Krisenländern zu erfahren.

Viele der Teilnehmer haben in ihren Heimatländern als Näher in der Industrie gearbeitet. Dies bedeutet, dass sie entweder nach dem Schulbesuch oder statt des Schulbesuches in Fabriken gearbeitet haben, in denen die Kleidung hergestellt wird, die man beispielsweise in Deutschland günstig erwerben kann. Das kreative Arbeiten ist für sie zwar neu, der Umgang mit der Nähmaschine jedoch oft sehr vertraut. Die teilnehmenden Jugendlichen aus Deutschland haben zu der Lebenssituation in Krisenländern meist keinen Bezug. Das sogenannte Shoppen gehört zu den liebsten Beschäftigungen vieler Teenager. Das Bewusstsein dafür, wer diese Kleidung unter welchen Umständen herstellt, ist oft nicht sehr ausgeprägt.

Die Ausgangssituation dieser beiden Gruppen könnte also nicht unterschiedlicher sein, wobei sie jedoch fortan beide in Deutschland leben und Teil der gleichen Gesellschaft sind. Hier setzen wir mit unserer Nähwerkstatt an, um das Verständnis der beiden Gruppen füreinander zu verbessern, die Integration zu fördern und das Wissen über Fluchtursachen und die Situation Jugendlicher in Krisenländern zu vertiefen.

Seit Juli 2016 kommen nun regelmäßig deutsche Jugendliche sowie junge Geflüchtete in das Café Connections, wo die Nähwerkstatt stattfindet. Oft wird vorher gemeinsam gekocht und gegessen, bevor es dann an das gemeinsam Nähen geht.

Wir bedanken uns für die Unterstützung der

Für die Inhalte der Publikationen ist allein die bezuschusste Institution verantwortlich. Die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung wieder.

Seit September 2015 bietet Visioneers jede Woche eine Nähwerkstatt an. Was mit einfachen Bastelkursen begonnen hat, ist inzwischen zu einem spannenden Projekt geworden, in dem in den letzten Monaten eine Vielzahl an schönen Dingen entstanden ist. Im Dezember 2015 haben wir zum Giving Tuesday 36 unbegleitete jugendliche Flüchtlinge zu uns eingeladen, die mit uns gemeinsam kreativ gearbeitet haben. Einige dieser Jungen kommen seitdem jede Woche zu uns in die Nähwerkstatt. Ein Teil von ihnen hat bereits in der Heimat in der Textilindustrie an der Nähmaschine gearbeitet, aber auch die anderen sind inzwischen richtig gut im Umgang mit der Nähmaschine und alle haben viel Freude am gemeinsamen kreativen Arbeiten, sodass hierdurch bereits viele neue Freundschaften entstanden sind.

Ein paar der Nähprojekte, die in den letzten Monaten im Workshop entstanden sind, möchte ich euch gerne zeigen. Für alle, die selber nähen können, gibt es für die meisten der Nähprojekte kostenfreie Anleitungen zum Nachnähen online auf Funkelfaden, die ich euch hier auch mit Links hinterlegt habe. Bereits im letzten Jahr haben wir mit simplen Projekten, wie Stiftmäppchen, Schals, Handschuhen und Mützen angefangen.

Etwas komplizierter wurde es dann, als wir Portemonnaies genäht haben. Hier musste man schon etwas genauer arbeiten, denn es galt, mehrere Stofflagen übereinander zu legen. Bei den selbstgenähten Kissen durfte der Kreativität freien Lauf gelassen werden. Denn hier konnte man Motive oder auch seinen Namen auf die Kissen applizieren. Besonders schön fand ich dieses Kissen mit und für meinen Hund Blume, das einen Platz im Körbchen von Blume gefunden hat. Außerdem haben wir Mäppchen mit Reißverschluss genäht.

Wir haben viele Wochen damit verbracht, Messenger Bags zu nähen. Dies war eines unserer größten Projekte und das Material war etwas widerspenstig. Insbesondere die Jungs, die in der Industrie gearbeitet haben, waren schockiert, dass wir wochenlang an einer einzigen Tasche genäht haben. Aber Jungs: Wir sind hier in Deutschland, ihr seid Teenager und es gibt keinen Zeitdruck, keinen Fertigungsdruck und niemand, der euch ein Bügeleisen auf den Arm setzt, wenn ihr einen Fehler macht. Der Nähworkshop soll euch einfach nur Spaß machen und eure Kreativität fördern und ich denke, das tut er.

Das konnte man dann auch bei unserem zweiten Großprojekt sehen. Eine wunderschöne, großartige Patchworkdecke, an der wir ebenfalls viele Wochen genäht haben. Alle Teilnehmer des Workshops, seien es Flüchtlinge, ehrenamtliche Helfer oder einer der internationalen Besucher, haben Quadrate in Größe von 25cm x 25cm zugeschnitten und dann mit Namen, Bildern und Mustern verziert. Eine sehr zeitaufwendige Arbeit, deren Mühe sich aber gelohnt hat. Beim gemeinsamen Zuckerfest zum Ende des Ramadan wurde die Decke dann feierlich eingeweiht und Dank ihrer immensen Größe bietet sie Platz für viele Leute, sodass wir sie inzwischen immer bei unseren Ausflügen in den Park dabei haben.

Und wie geht es weiter? Wir freuen uns, dass die Workshops so gut angenommen werden und laden ab sofort auch andere Jugendliche ein, an den Workshops teilzunehmen und gemeinsam mit uns nähen zu lernen. Bei Interesse schreibt uns einfach eine Mail an

Seit September veranstaltet VISIONEERS jede Woche einen Nähworkshop mit Flüchtlingen im Café Connecions in Berlin Schöneberg. Nachdem wir zu Beginn mit Kindern, Frauen und Männern aus den verschiedensten Herkunftsländern aus einem nahe liegenden Flüchtlingsheim gearbeitet haben und dabei zum Beispiel bunte Handtaschen entstanden sind, betreuen wir aktuell unbegleitete Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren, vorwiegend aus Afghanistan.

Am Giving Tuesday waren als Auftakt direkt 35 von ihnen zum gemeinsamen Basteln

erschienen. Inzwischen haben wir eine Gruppe von zehn bis fünfzehn regelmäßig

teilnehmenden Jungs. Die Entwicklung, die die Jugendlichen in den wenigen Wochen

durchgemacht haben, ist dabei immens. Die Nähkurse sind ein integratives Projekt, bei dem Spaß und gemeinsames Kreativsein im Vordergrund stehen. Wir lachen viel und überwinden dabei kulturelle und sprachliche Barrieren spielerisch. Das Team, das die Teilnehmer dabei begleitet besteht aus Freiwilligen, die teilweise ebenfalls einen kreativen Hintergrund besitzen, die zum Teil auch selbst noch deutsch lernen, wie Omar aus Syrien oder Laura aus Frankreich, sodass wir alle voneinander lernen können.

Die Workshops werden komplett in deutscher Sprache durchgeführt. Dass die Teilnehmer diese Sprache meist nicht beherrschen, ist dabei völlig irrelevant.Die Kommunikation funktioniert auch ohne Wörterbuch meist einwandfrei durch stetiges Wiederholen und vielfach natürlich auch durch einfaches Zeigen. Hinzu kommt, dass man von Woche zu Woche merkt, dass die Jugendlichen sich sicherer mit der deutschen Sprache fühlen. Sie beginnen auf einfache Fragen auf Deutsch zu antworten. Begriffe wie Schere oder Stift hat jeder schnell verstanden und je mehr sie merken, dass sie Deutsch zu verstehen beginnen, desto sicherer, selbstbewusster und offensichtlich auch glücklicher treten sie auf. Mit dem Verlust der Unsicherheit gegenüber der neuen Sprache steigt auch die Motivation, selbst mehr zu erlernen.

Genäht werden jede Woche neue Projekte, von Schals, Handschuhen und Mützen bis hin zu Turnbeuteln und Täschchen. Wir widmen uns dabei immer einem bereits im Voraus

vorbereiteten Projekt, dass innerhalb des Nachmittags komplett genäht werden kann. Auf Wunsch können aber auch individuelle Ideen umgesetzt werden. Einige der Jungs haben

in ihren Heimatländern offenbar als Näher in der Industrie gearbeitet, anders ist ihr sicherer Umgang mit Nähmaschinen kaum zu erklären. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass sie dort nur nach Anleitung zwei vorgegebene Teile zusammengenäht haben, denn das kreative Arbeiten ist für sie neu, scheint ihnen aber viel Freude zu bereiten.

Generell merkt man, wie die Teilnehmer sich von Woche zu Woche mehr öffnen,

fröhlicher werden und – was mich persönlich besonders freut – auch wieder eine kindliche Seite in sich entdecken. Sie arbeiten meist erstaunlich konzentriert, wobei immer mehr auch rumgealbert wird, kleine Späße gemacht werden und in der letzten Woche zum ersten Mal

auch eigene Ideen umgesetzt wurden, wie zum Beispiel eine genähte Augenklappe,

einfach nur aus einer spielerischen Idee heraus. Das kreative Arbeiten an den Nähmaschinen ist dabei eine Art verbindendes Element, das den Jugendlichen eine Auszeit von ihrem aktuell mit Sicherheit schwierigen Alltag ermöglicht. Gleichzeitig haben sie bei den Nähworkshops die Möglichkeit, mit der deutschen Kultur und Sprache in Kontakt zu kommen und sich willkommen geheißen zu fühlen. Auch wenn dies nur kleine Schritte sind, so können sie doch wichtige Schritte auf dem Weg zu einer gelungen Integration sein.

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Jeden Dienstag findet im Café Connections in Berlin Schöneberg ein Deutschkurs für Geflüchtete statt. Ich möchte hier im Blog von meinen Erfahrungen und Eindrücken aus den vergangenen Wochen berichten.

Da ich als Masterstudent im Facility Management bislang keine didaktischen Vorkenntnisse hatte und auch noch nie in der Rolle des „Lehrers“ war, war ich vor meiner ersten Unterrichtsstunde natürlich ein wenig aufgeregt und wusste nicht genau, was auf mich zukommt. Um mich auf den Unterricht vorzubereiten, habe ich an einem Didaktik-Workshop des Vereins Multitude e.V. teilgenommen. Mithilfe der mir zur Verfügung gestellten Unterrichtsmaterialien und weiterer hilfreicher Tipps bereitete ich dann meine erste Unterrichtseinheit vor.

Da das Café Connections an unserem ersten Unterrichtstag noch geschlossen hatte, fand der Kurs an diesem Tag ausnahmsweise in der Unterkunft der geflüchteten Jugendlichen statt (Jugendherberge Am Wannsee). Dort war ich mit Abdul (17 Jahre aus Ghana) und 3 anderen Jugendlichen verabredet. Als 15 Minuten nach der verabredeten Zeit immer noch keiner der Jungs zu sehen war, habe ich Abdul angerufen und gefragt, wo er denn bleibt. Er kam dann sofort aus seinem Zimmer runter ins Foyer und hat mich sehr herzlich und voller Vorfreude begrüßt.

Wir suchten uns dann eine kleine Sitzecke im Foyer und starteten zu zweit mit dem Unterricht. Kurze Zeit später sind auch seine drei Freunde Muhammad, Bilal und Jojo erschienen und wir haben kurze Wortkombinationen und Mini-Dialoge zur Begrüßung und Verabschiedung geübt: Hallo, mein Name ist…, Wie geht´s dir?, Auf Wiedersehen etc…

Schnell merkte ich, dass die Sprachkenntnisse der Jungs viel besser waren, als ich vorher gedacht hatte. Insgesamt war die Atmosphäre sehr locker und entspannt und wir haben viel gemeinsam gelacht. Ich hatte nach der Stunde das Gefühl, dass die Jungs sehr am Unterricht und an den Konversationen mit mir interessiert waren. Und auch mir hat der Unterricht sehr viel Spaß gemacht – umso mehr freute ich mich schon nach der ersten Unterrichtsstunde auf das nächste Treffen.

Die zweite Unterrichtsstunde fand im Café Connections statt, wo uns ein kleiner Raum in gemütlicher Atmosphäre zur Verfügung gestellt wurde, in dem wir sogar eine kleine Tafel haben. Die Tafel machte die Unterrichtsgestaltung für mich sehr viel einfacher. Wieder war Abdul mit dabei und mit ihm sind zwei seiner Freunde, Hussain und Ali, gekommen. Das Thema in dieser Unterrichtseinheit war das Wetter. Da es bekanntermaßen ein typisches Small-Talk Thema in Deutschland ist, dachte ich mir, dass dies für die Jungs sehr hilfreich sein könnte.

Es herrschte wieder eine sehr schöne Atmosphäre. Ich war sehr erfreut, und auch ein wenig überrascht, dass die Jungs von sich aus so sehr mitarbeiteten und so viel Engagement und Interesse zeigten. Sehr motiviert hat mich auch, als Abdul am Ende der Stunde sagte, dass er den Unterricht sehr möge. Besonders gut gefalle ihm, dass es ein kleiner Kreis ist, in dem wir lernen, weshalb ihm das Lernen und die Konzentration leichter fallen als bei seinem „normalen“ Deutschunterricht.

Bei unserem dritten Treffen war neben Abdul auch Elias (50 Jahre aus Syrien) mit von der Partie. Dieses Mal wurde ein weiteres typisch deutsches Small-Talk Thema durchgenommen, nämlich das „Ich habe so viel zu tun und eigentlich gar keine Zeit“-Thema. Dabei haben Abdul, Elias und ich sehr viel gelacht. Außerdem habe ich für „meine Schüler“ ein Wortschatz-Arbeitsblatt zum Thema Wohnung mitgebracht, das wir zusammen bearbeitet haben. Ich hatte den Eindruck, dass Elias, der ja zum ersten Mal dabei war, ebenfalls sehr viel Spaß am Unterricht hatte.

Dieser Eindruck bestätigte sich, als beide, Abdul und Elias, auch zum vierten Deutschkurs-Treffen wiederkamen. Außerdem durften wir Thierno (32 Jahre aus dem Senegal) in der Runde begrüßen. Das Thema in dieser Stunde war „Einkaufen gehen“. In gewohnt lockerer Atmosphäre sind wir Lebensmittel, Getränke und typische Sätze aus diesem Themengebiet durchgegangen. Dabei haben wir schnell gemerkt, dass Thierno ein wahrer Experte in Sachen Artikeln ist (er wusste wirklich jeden Artikel der im Unterricht behandelten Lebensmittel und Getränke sofort). Wir haben wieder sehr viel gelacht und uns am Ende der Stunde auch eine ganze Weile über private Dinge unterhalten.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass die ersten Unterrichtseinheiten eine große Bereicherung für mich waren. Schon jetzt habe ich einige wirklich sehr nette, interessante und lebensfrohe Menschen kennenlernen dürfen, die unglaublich viel Engagement zeigen, diese für sie sehr fremde Sprache zu lernen. Ich freue mich schon sehr auf viele weitere Unterrichtsstunden!

Seit Dezember 2015 veranstaltet Visioneers e.V. ein Fußballtraining für Flüchtlinge. Das Training wird unterstützt von erfahrenen Trainern aus der Organisation Athletes in Action. Großer Dank gilt dabei unter anderem den ehrenamtlichen Trainern Kevin Wood, Tobias Lusky und Aaron Scherbarth, die jeden Mittwoch von 14-16 Uhr mit den überwiegend unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen im Alter von 14-17 in der Sporthalle der Baptisten Gemeinde Schöneberg Fußball spielen. Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde stellt uns die moderne Halle dafür kostenlos zur Verfügung.

Die Flüchtlinge, von denen viele erst seit November 2015 in Deutschland sind, kommen aus Afghanistan, Syrien, dem Libanon, Irak und Ghana. Auch die Helfer kommen aus den veschiedensten Ländern (zum Beispiel Italien, Peru oder auch Neuseeland), so dass sich beim Training internationale Teams ergeben.

Die Ziele des Fußballtrainings sind sehr vielseitig. Einerseits wird den Flüchtlingen die Möglichkeit geboten, sich sportlich zu betätigen und dabei gleichzeitig ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Am Wichtigsten sind uns allerdings die gemeinsamen Emotionen, die wir und die zahlreichen Helfer mit den jungen Flüchtlingen jede Woche teilen. Es ist immer wieder schön zu sehen, mit welcher Vorfreude die Jungs zum Training kommen, mit wie viel Elan sie bei der Sache sind und wie sie ihre Dankbarkeit durch ein Lächeln oder Lachen zum Ende des Fußballtrainings zum Ausdruck bringen. Woche für Woche zeigt sich: Der Sport verbindet die Mitspieler über alle Barrieren hinweg.

Die Visioneers Weihnachtsfeier für Jugendliche war ein Ferienabend voller Geschnatter. Ich habe es wirklich genossen diese geflüchteten Jugendlichen während eines gemeinsamen Essens und eines informellen Vortrags von dem Visioneers Kassenwart und freiwilligen Helfer Robert Madularu kennenzulernen. Der Zweck dieser Veranstaltung am 26.12.2015 war es, den Flüchtlingen andere Leute in ihrem Alter und Mitgliedern der Gemeinde in Wannsee vorzustellen und willkommen zu heißen.

Die Geflüchteten, die ich getroffen habe, kamen ursprünglich aus Syrien, Afghanistan, Albanien, dem Libanon und dem Irak. Die meisten von ihnen wohnen in der Wannsee Heim. Diese Unterkunft beherbergt zurzeit 72 minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge und Visioneers beabsichtigt noch mehr ansprechende Veranstaltungen für sie zu organisieren.

Die Weihnachtsfeier war definitiv eine super Gelegenheit für die jungen Erwachsenen neue Leute kennenzulernen. Als sie die Kirchenhalle betraten, in der die Veranstaltung stattfand, schienen sie aufgeregt und manche ein bisschen schüchtern. Die freiwilligen Visioneers fingen schnell an mit den Flüchtlingen in Kontakt zu treten, um eine spaßige und entspannte Atmosphäre aufzubauen. Der Großteil der Flüchtlinge konnte weder Englisch noch Deutsch, sodass die Kommunikation sich oft etwas schwierig gestaltete. Die jungen Erwachsenen konnten jedoch sehr gut mit ihren Handys umgehen und übersetzten somit schnell zwischen ihrer Muttersprache und dem Deutschen. Natürlich war die Kommunikation nicht perfekt und immer etwas verzögert, aber wir füllten die komischen Pausen mit Gelächter und Witzen. Da ich schon immer Arabisch lernen wollte, war mein absoluter Höhepunkt des Abends, dass ein Flüchtling anbot mir Arabisch beizubringen, wenn ich ihm im Gegenzug Deutsch beibringe.

Ein etwas ernsteres Thema war das Hauptereignis des Abends: Robertss Vortrag. Er sprach über das Thema des Aufwachsens und die Herausforderungen, mit denen viele Jugendliche dabei konfrontiert werden. Er erzählte von seinen eigenen Erfahrungen und Schwierigkeiten, welche für das Publikum gut nachvollziehbar waren. Die informelle Rede war zugänglich, unterhaltsam und zeitlich gut angepasst. Sie beinhaltete Anschauungsmaterial und Musik und wurde natürlich live für die Flüchtlinge übersetzt. Zusätzlich wurden sie dazu eingeladen sich mit Fragen und Kommentaren einzubringen.

Nach der Ansprache aßen wir alle zusammen Pizza und Weihnachtskekse. Die Flüchtlinge erhielten auch noch kleine Weihnachtsgeschenke und spielten Kicker und Tischtennis. Außerdem konnten wir auch einige nette Momente draußen am Lagerfeuer miteinander verbringen. Die ungewöhnlich warme Dezembernacht war voll mit positiven Emotionen und zwar sowohl bei den Freiwilligen als auch bei den Flüchtlingen.

Schick bitte eine E-Mail an blog@visioneers.io, wenn ihr euch für die Freiwilligenarbeit interessiert oder gerne für unseren Blog schreiben würdet. Wir freuen uns auf deine Unterstützung! : )

übersetzung: Lisa Chapman

Da Weihnachten die Zeit des Gebens ist, hat sich CASHBOARD dieses Jahr eine etwas andere Weihnachtsfeier einfallen lassen: Anstatt eine große Sause für alle fleißigen CASHBOARD-Mitarbeiter zu veranstalten, haben sich dieses Jahr Freiwillige zusammengefunden und sich bereit erklärt ein Weihnachtsessen für eine Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Wannsee zu kochen. Was wir dort erlebt haben und wie unsere Eindrücke waren, wird hier einmal zusammengefasst.

Am Freitagnachmittag ging es los!

Um 15:30 Uhr befanden sich alle CASHBOARD-Helfer zum Zubereiten des Festmahls in der Küche der „Baptisten“-Kirche in Berlin-Wannsee zusammen. Bevor es ans Kochen ging, wurde der Essenssaal weihnachtlich dekoriert und ein kleiner Empfangsbereich mit kleinen Snacks und Getränken für die ankommenden Notunterkunftsbewohner eingerichtet. Auch ein gemütliches Lagerfeuer war im Hinterhof der Kirche entfacht worden.

Es wurde gekocht, sich sportlich betätigt und viel gelacht

Mit etwas Verspätung kam dann auch Omar von seinem Einkauf zurück und hatte alle Zutaten dabei, die man für das Zubereiten eines arabischen Gerichts benötigte. Mit vollem Tatendrang packten alle mit an und Chaos machte sich bald in der Küche breit. Einige von uns wurden daraufhin zum Empfangsbereich geschickt und sollten dort alle Ankommenden willkommen heißen.

Wenige Zeit später kamen auch schon die ersten Bewohner der Notunterkunft. Ohne die Sprache des anderen wirklich verstehen zu können, kamen alle Beteiligten schnell miteinander ins Gespräch. Während das Essen in der Küche noch zubereitet wurde, gab es zwischen einigen Helfern und Flüchtlingen intensive Duelle beim Tischtennis und beim Tischkickern. Es wurde viel gelacht und sich auf das Essen gefreut. Serviert wurde eine arabische Nudelsuppe mit Kichererbsen und frittiertem Fladenbrot.

Google Translator erfüllte seine Funktion

Wenn es möglich war, wurde sich auf Deutsch oder Englisch unterhalten. Da die meisten dies aber nicht konnten, erfolgte die Verständigung meistens mit Händen und Füßen. Konnte man sich trotz des ganzen Körpereinsatzes dennoch nicht verstehen, wurde einfach Omar, der als Übersetzer fungierte, herangeholt. Auch war Google Translator ein wichtiger Bestandteil einiger Unterhaltungen. Während der vielen Gespräche, die wir als CASHOARD-Team mit den Flüchtlingen geführt haben, wurden nicht nur kulturelle Dinge ausgetauscht, sondern auch persönliche Geschichten einander anvertraut. Für unsere Helfer waren diese Gespräche überaus interessant.

Wir finden es gut zu helfen!

Von der Veranstalterin des Weihnachtskochens, Natascha, haben wir erfahren, dass dieses einmal wöchentlich stattfindet. Sie erzählte uns, dass jedes Mal immer mehr Leute dazukommen und der Platz, den die Kirche zur Verfügung stellt, allmählich nicht mehr ausreicht. Doch solange die Kapazität dafür noch besteht, werden Natascha und ihr Verein das Kochen für die Flüchtlinge weiterhin fortsetzen. Außerdem hat sie darauf aufmerksam gemacht, dass es neben der Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Wannsee noch zahlreiche andere Notunterkünfte rund um Berlin gibt, die derzeit freiwillige Helfer benötigen.

Unser Fazit: Wir finden es wichtig zu helfen! Dabei spielt es keine Rolle, ob Großes getan wird oder nicht. Oftmals können kleine Gesten, Gutes bewirken.

Wie in unserem letzten Artikel versprochen, berichten wir auch hier auf dem Blog von unserem Event am #GivingTuesday. Vorneweg sei gesagt: Es war für alle Beteiligten ein sehr schöner und besonderer Tag.

Der #GivingTuesday mit VISIONEERS stand ganz im Zeichen der Kreativität. Am Vormittag

haben wir uns mit einer Gruppe von wayfair-MitarbeiterInnen, die sich als Corporate Volunteers bei uns gemeldet hatten, auf den Weg in eine Flüchtlingsunterkunft gemacht. Gemeinsam mit den 35 unbegleitete Flüchtlingen, die sich für unseren Bastel-Workshop angemeldet hatten, sind wir von der Unterkunft zum Café Connections in Schöneberg gefahren, wo unsere ehrenamtlichen Helferinnen, Julia von Funkelfaden und Victoria, schon alles für einen gemütlichen Bastel-Vormittag vorbereitet hatten. Unter fachkundiger Anleitung bastelten die jugendlichen Flüchtlinge ihre eigenen Notizbücher und waren am Ende mächtig stolz auf die fertigen Werke.

Am Nachmittag ging es mit einem Näh-Workshop weiter, bei dem in etwas kleinerer Runde Federmäppchen genäht wurden. Jede(r) konnte dabei aus einer großen Kiste mit bunten Stoffresten seine Lieblingsfarben und -muster zusammenstellen:

Neben den Kreativ-Workshops startete am #GivingTuesday auch eine Foto-Ausstellung im Café Connections mit ausgewählten Bildern von Paul Schärf, der unsere Aktionen der letzten Monate fotografisch festgehalten hat. Auch für das leibliche Wohl aller TeilnehmerInnen war natürlich gesorgt und so gab es über den Tag hinweg ein kleines Buffet mit selbstgebackenem Kuchen, Waffeln, Keksen und frischen Sandwiches.

VISIONEERS dankt allen Helferinnen und Helfern, die den #GivingTuesday inhaltlich und organisatorisch mitgestaltet haben und natürlich wie immer dem Café Connections für die tolle Unterstützung.

Was ist der Giving Tuesday? Giving Tuesday ist ein Tag, der weltweit dem Zurückgeben gewidmet ist. Das Ziel ist es Leute zusammen zu bringen und Großzügigkeit zu zelebrieren.

Wohltätigkeitsorganisationen, Familien, Unternehmen und Studenten auf der ganzen Welt vereinen sich, um an ihre Gemeinden zurückzugeben. Am Giving Tuesday geht es einzig und alleine darum mit anderen zu teilen und an Aktivitäten teilzunehmen, die der Gesellschaft Gutes tun. Schließt euch den Visioneers am 1. Dezember an, um einen ganzen Tag dem sozialem Engagement zu widmen.

Du kannst uns auf unterschiedlichste Art und Weise helfen: spende uns deine Zeit und komm zu unseren besonderen Veranstaltungen im Connections Café in der Prinz-Georg-Straße 10 in Berlin Schöneberg, spende Geld oder erhöhe den Bekanntheitsgrad des Giving Tuesday. Solltest du in Berlin sein, laden wir dich herzlich in das Connections Café ein, um deinen Tag großzügig und glücklich zu verbringen. Dabei hast du die Gelegenheit uns und andere Gleichgesinnte zu treffen, etwas über laufende Projekte zu erfahren (von denen eins wöchentlich im Connections Café stattfindet) und einen wichtigen Beitrag mit deinen Ideen und Kenntnissen zu leisten.

Unsere Veranstaltungen fangen um 11.00 Uhr an und werden bis in den Nachmittag hinein

stattfinden. Bei frischem Gebäck und heißen Getränken werden wir etwas an unsere Gemeinde

zurückgeben. Es gibt Spiele und Lesezeit für Kinder von 11.00 Uhr bis 16.30 Uhr, einen Nähworkshop von 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr und einen Upcycling Workshop von 15.00 Uhr bis 16.00 Uhr. Komm vorbei und spiel mit Kindern, probiere etwas Neues aus und gib etwas zurück.

Falls du uns gerne finanziell unterstützen möchtest, haben wir eine Spendenbox im Connections Café aufgestellt. Andernfalls kannst du dies auch über unsere

Webseite machen. Wir freuen uns auch über Spenden in Form von Bastel- und Nähmaterialien oder anderen Sachen für unsere Workshops. Ihr seid außerdem herzlich eingeladen uns bei der Vorbereitung unserer Veranstaltungen zu helfen. Wenn du gerne ehrenamtlich den Giving Tuesday mit vorbereiten oder durchführen möchtest, dann schreib uns eine E-Mail an blog@visioneers.io.

Nicht zuletzt, leih uns deine Stimme und erzähle deinen Freunden vom Giving Tuesday. Hilf uns den 1. Dezember als Giving Tuesday bekannt zu machen und unterstütze Visioneers durch ein Like auf Facebook. Schließ dich uns an und unterstütze eine neue weltweite Tradition der Großzügigkeit!

Schau bald wieder bei unserem Blog vorbei, um einen Post über das Resultat des Giving Tuesday zu lesen.

Das Programm des Giving Tuesday findest du hier: https://www.visioneers.berlin/#!giving-tuesday/cjkt

Übersetzung bei Lisa Chapman