Nach einer Studie der Bertelsmann Stiftung (2016) nimmt fast ein Drittel aller Schülerinnen und
Schüler in Deutschland während der Schulzeit Nachhilfe in Anspruch. Schätzungen von Bertelsmann zeigen, dass Eltern jährlich rund 900 Millionen Euro für Nachhilfe ausgeben, das sind pro Kind 50 bis 150 Euro monatlich. Doch was passiert mit den Jugendlichen, die ohne Eltern in Deutschland leben oder keine finanziellen Mittel erhalten, um sich einen außerschulischen Einzelunterricht zu leisten?
Aufgrund des hohen Bedarfs an Nachhilfe starteten wir einen Hausaufgabenclub für benachteiligte Jugendliche, die sich sonst keine Nachhilfe leisten können.
Von Juli bis Dezember 2017 fördert die Deutsche Postcode Lotterie unseren wöchentlichen
Hausaufgabenclub. Das Projekt richtet sich insbesondere an Jugendliche, die mit diversen Konflikten und Herausforderungen wie Lernschwierigkeiten zu kämpfen haben. In unseren Nachhilfeworkshops setzen sie sich aktiv mit ihren eigenen Fähigkeiten, Vorstellungen, Wünschen und Ideen auseinander.
Man kann grundsätzlich feststellen, dass sich die TeilnehmerInnen von Woche zu Woche mehr öffnen, fröhlicher werden und auch wieder eine kindliche Seite in sich entdecken. Im Nachhilfetreffpunkt lernen sie meist erstaunlich konzentriert, weil sie hier einen Lehrer haben, der sich Zeit für sie nimmt, ihnen alles erklärt, aber auch mal einen Spaß macht. Meist sind sie in großen Schulklassen überfordert und erhalten nicht die nötige Einzelbetreuung. Da auch deutsche Jugendliche zu unseren Treffen kommen, erhalten sie bei uns die Möglichkeit, mit der deutschen Kultur und Sprache in Kontakt zu kommen und sich willkommen zu fühlen. Auch wenn dies nur kleine Schritte sind, so sind es doch wichtige Schritte auf dem Weg zu einer gelungenen Integration.
Generell kommen 5 bis 10 Jugendliche jeden Freitag: unter anderem ein syrisches Mädchen, das
mittlerweile sehr gute Noten in einer Regelschulkasse hat und bald ihren MSA beendet, sowie ein afghanischer Jugendlicher, der in den Nachhilfeworkshops alphabetisiert und insbesondere im Bereich Mathe gefördert wurde.
Die ProjektteilnehmerInnen bauen zudem Handlungsfähigkeiten und Kompetenzen aus, die sie später als Multiplikatoren auch über das Projekt hinaus nutzen und an andere weitergeben können. Die jungen MigrantInnen erwerben wichtige Kompetenzen für den Einstieg in das Arbeitsleben wie Disziplin oder Kreativität und haben die Möglichkeit, ihre sprachlichen Kompetenzen zu erweitern. Wir möchten uns bei allen ehrenamtlichen NachhilfelehrerInnen bedanken, die jede Woche ihre Freizeit opfern, um den Jugendlichen bei ihren verschiedenen Hausaufgaben zu helfen. Nur diese Einzelbetreuung ermöglicht so große Lernfortschritte.
Außerdem bedanken wir uns bei der Postcode Lotterie für die finanzielle Unterstützung.
Ein großes Dankeschön geht auch an „Masterplans Integration und Sicherheit“, die
Unterrichtsmaterialien für zwölf Workshops gesponsert haben.
Mein Name ist MaryKate – ich verbringe gerade mein Auslandssemester in Berlin und nutze die Gelegenheit, mich ehrenamtlich bei VISIONEERS zu engagieren. Am vergangenen Dienstag nahm ich an einem von VISIONEERS‘ Workshops der Reihe „Sicher in digitalen Medien“ teil. Wir besuchten eine Schule und sprachen mit den Schülern über die Sicherheitsbestimmungen von WhatsApp. Das Interesse der Schüler war erstaunlich und der Workshop schien ihnen eine Menge Spaß zu bereiten. Gleichzeitig konnten sie einige nützliche Informationen rund um das Thema Computersicherheit erfahren.
Mit seinen Workshops möchte VISIONEERS Jugendliche über die potentiellen Gefahren des Internets aufklären. Die Workshops richten sich vor allem an sozial benachteiligte Jugendliche sowie an junge Geflüchtete. Bei diesen Workshops in kleinen Gruppen wird versucht, den Teilnehmern praktische Kenntnisse für einen sicheren Umgang mit der digitalen Welt zu vermitteln.
Dies ist besonders wichtig, da viele Populisten und radikale Gruppen die sozialen Medien für das Anwerben neuer Anhänger ausnutzen. Sie haben es dabei vor allem auf bereits gefährdete Jugendliche abgesehen. Da es nahezu unmöglich ist, alle Posts im Internet zu zensieren, sind dort eine Menge „Fake News“ im Umlauf. Gerade mit diesen „Fake News“ gelingt es den radikalen Gruppierungen, Leute zu manipulieren und letztendlich auch die jungen Leute zu radikalisieren.
Aufgrund der vielen Zeit, die junge Leute im Internet verbringen, laufen sie ständig Gefahr, mit „Fake News“ konfrontiert zu werden. Indem man ihnen beibringt, „Fake News“ zu identifizieren und sich sicher im Internet zu verhalten, werden sie weniger anfällig für die Taktiken radikaler Gruppierungen. Neben Informationen zu „Fake News“ lernen die Teilnehmer auch etwas über Sicherheit in den sozialen Medien.
Durch die Workshops über Facebook, WhatsApp und YouTube erhalten die Teilnehmer wichtige Tipps, wie sie ihre Privatsphäre-Einstellungen richtig anpassen und bewusster Posts auf diesen Seiten formulieren können. Dabei wird auch auf die Gefahren hingewiesen, die bei der übermäßigen Preisgabe persönlicher Daten, wie z. B. Kreditkarteninformationen oder Adressen, lauern. Gleichzeitig wird die Dauerhaftigkeit von einmal veröffentlichten Beiträgen im Internet thematisiert.
Die Workshops der Reihe „Sicher in digitalen Medien“ werden gezielt für kleine Gruppen veranstaltet, um eine intensive Auseinandersetzung mit den jeweiligen Themen zu ermöglichen. Es ist zu hoffen, dass die Teilnehmer das Erlernte nutzen und die Informationen auch mit ihrem sozialen Umfeld teilen, damit die Inhalte der Workshops noch weitere junge Leute erreichen als nur die ursprünglichen Teilnehmer.
VISIONEERS bedankt sich bei House of Resources Berlin für die Unterstützung zur Durchführung der Workshopreihe „Sicher in digitalen Medien“.
Für die Inhalte der Publikationen ist allein die bezuschusste Institution verantwortlich. Die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung wieder.
Am Freitag, den 28. April 2017, hatten wir Besuch von der Unternehmensberatung Qvartz. Acht Mitarbeiter sind morgens aus Norwegen, Dänemark und Schweden für ein Corporate Volunteering Event nach Berlin gereist und trafen Maria, Linda, Lin und Suzanne von VISIONEERS. Maria und Linda absolvieren zurzeit ein Praktikum bei VISIONEERS und sind vor allem im administrativen Bereich tätig. Lin geht zur Berufsschule, ist daneben ebenfalls Praktikantin bei VISIONEERS und möchte ab Herbst eine Ausbildung zur Industriekauffrau machen. Suzanne ist Erasmus-Studentin aus den Niederlanden, studiert in Schweden und hilft ehrenamtlich bei uns mit. Wir sind sehr froh, dass alle dabei sein konnten.
Der Tag begann mit einer kurzen Kennlernrunde und einer Präsentation zu VISIONEERS, um den Besuchern ein gutes Bild von unseren Tätigkeiten und Arbeitsbereichen zu geben. Lin berichtete über die Entwicklungen der Flüchtlingssituation in Berlin und erklärte, was die größten Probleme sind und in welchen Bereichen die meiste Hilfe benötigt wird. Dabei konnte sie ihre eigenen Erfahrungen einbringen und die vielen Fragen ausführlich beantworten. Suzanne hat uns schließlich bei einem gemeinsamen Mittagessen bekocht – vielen Dank! –, sodass wir in entspannter Runde noch mehr übereinander erfahren konnten.
Zum Hausaufgaben-Club, der jeden Freitag von 15:30 bis 17 Uhr stattfindet, kamen einige der Geflüchteten, die wir betreuen. Alle sind sehr motiviert, Deutsch zu lernen, und nehmen Hilfe grundsätzlich gerne an. Einige Mitarbeiter von Qvartz konnten Deutsch unterrichten oder sie halfen z. B. bei Matheaufgaben. Dadurch lernten sich alle Teilnehmer besser kennen und tauschten sich aus. Bei Spiel und Spaß konnten beide Seiten von dem Treffen profitieren und viel von dem Erlernten mit nach Hause nehmen.
Die Atmosphäre war insgesamt sehr entspannt, sodass sich jeder wohlfühlen und ein guter Austausch stattfinden konnte. Es war sehr schön, Qvartz bei uns zu haben, und wir freuen uns über die gemeinsam verbrachte Zeit. Vielen Dank!
Seit Ende 2016 bietet der VISIONEERS e. V. durch die Unterstützung des Ideenwettbewerbs „Lokales Soziales Kapital“ (LSK) eine Leder-Nähwerkstatt für Frauen an. Ein Team von sechs Personen, bestehend aus Geflüchteten und Deutschen, organisiert und leitet diesen Workshop.
Mouod ist Iraner und ausgebildeter Elektroingenieur. Er kam als Flüchtling nach Deutschland und leitet den Workshop. Dadurch wird Mouod ein erster Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt ermöglicht. Er spricht Farsi, Englisch und Deutsch und kann so bei manchen Sprachbarrieren weiterhelfen.
Fateme stammt ebenfalls aus dem Iran und ist Grafikdesignerin. Auf Farsi, Englisch und Deutsch kann sie den Teilnehmern bei den verschiedenen Arbeitsschritten behilflich sein.
Steffi ist studierte Produktdesignerin in Berlin und unterstützt das Team und die Teilnehmer mit ihrer kreativen Ader. Sie hat viele Jahre lang in Afrika verschiedene soziale Projekte im Bereich Design geleitet und weiterentwickelt. Sie freut sich, diese Erfahrungen auch bei VISIONEERS einbringen zu können.
Vera studiert im letzten Semester Soziale Arbeit und kann sowohl bisher erlangtes Wissen einsetzen als auch neue Erfahrungen sammeln. Besonders motiviert hat sie die Chance, mit einem Team aus unterschiedlichsten Herkunftsländern zusammenzuarbeiten. Außerdem liegen ihr Projekte mit Frauen sehr am Herzen.
Linda und Maria sind zurzeit Praktikantinnen beim VISIONEERS e. V. und unterstützen den Workshop ehrenamtlich bei der Organisation und Ausführung.Zu Beginn fand der Workshop einmal wöchentlich im Café Connections in Berlin-Schöneberg statt. Aufgrund einer höheren Nachfrage im Flüchtlingsheim Heckeshorn, findet der Workshop nun jeden Donnerstag am Wannsee statt.
Unsere Vision ist es, Frauen durch die Leder-Nähwerkstatt einen Zugang zur deutschen Sprache und Kultur zu ermöglichen, ihnen aber auch einen ersten Einblick in den hiesigen Arbeitsmarkt zu geben.
Jeden Donnerstag treffen wir uns, um mit einer gemeinsamen Gesprächsrunde den Nachmittag zu beginnen. Einige Frauen nehmen jede Woche teil, andere sind zum ersten Mal da. Nach dem gegenseitigen Bekanntmachen und dem Erklären des geplanten Projektes geht es dann los. Hergestellt werden verschiedene Lederarbeiten wie Armbänder oder Schlüsselanhänger. Die einzelnen Projekte werden von Mouod, Vera und Steffi konzipiert und sind so angelegt, dass sie mit einfachen Werkzeugen in Handarbeit umgesetzt werden können. So kann jeder direkt aktiv werden und mit der gemeinsamen Arbeit beginnen. Der Ablauf in der Erstaufnahmestelle unterscheidet sich etwas von dem bisherigen. Zuerst muss sich das Workshop-Team, meist bestehend aus vier Personen, ausweisen und einschreiben lassen. Der für die Leder-Nähwerkstatt reservierte Raum wird von zwei Team-Mitgliedern vorbereitet. Sie legen die Materialien zurecht, stellen Snacks bereit und bauen Spiele für die Kinder auf. Zwei weitere Team-Mitglieder machen sich auf den Weg zu den einzelnen Zimmern der Geflüchteten, um diese durch eine direkte Ansprache zur Teilnahme zu motivieren. Die meisten Frauen sind direkt begeistert, erkennen uns wieder und kommen vorbei, um teilzunehmen. Oft helfen dabei die Kinder, die meistens schon gut Deutsch verstehen und sich verständigen können. Dadurch kommt der Kontakt zu den Frauen zustande, die dann weiteren Frauen Bescheid sagen.In der Erstaufnahmestelle am Wannsee gibt es viele interessierte Frauen, die die kreative Ablenkung gerne annehmen und sich in der persönlichen Atmosphäre wohlfühlen. Um auch Müttern den Freiraum zum Nähen zu geben, betreuen wir die anwesenden Kinder und bereiten Spiele vor.
Durch das gemeinsame kreative Arbeiten werden die sozialen Fähigkeiten im Umgang miteinander gefördert und eine Brücke zwischen Geflüchteten unterschiedlicher Herkunft und deutschsprachigen Helfern gebildet. Hierbei stehen sowohl die Kommunikation auf Deutsch als auch das Arbeiten in der Gruppe im Fokus.
Die teilnehmenden Frauen sind immer interessiert und gesprächig und verstehen trotz mancher Sprachschwierigkeiten , was sie machen sollen. Es bereitet ihnen besondere Freude, Erfolge zu sehen und etwas Eigenes herzustellen, das sie mit nach Hause nehmen können. Außerdem gefällt den Frauen der Austausch und das Reden im Kreise der anderen Kursteilnehmerinnen.Wir freuen uns auf weitere kreative und lehrreiche Donnerstagnachmittage am Wannsee, wo wir jedes Mal sehr viel Spaß miteinander haben und in lockerer Atmosphäre zusammen arbeiten und uns austauschen. Wir bedanken uns für die Unterstützung bei
Im Dezember hat das EU Promotion Planning Team von Wayfair einen Volunteer Day bei Visioneers Berlin durchgeführt. Das Team verbrachte den Tag zusammen mit Jugendlichen mit Flucht- bzw. Migrationshintergrund:
- Es wurde gemeinsam für alle Teilnehmer ein leckeres und reichhaltiges Mittagessen mit internationalen Spezialitäten gekocht.
- Es fand ein reger Austausch von Geschichten und Erlebnissen auf Englisch und auf Deutsch statt und es wurde viel gelacht (…und mit „Blume“, dem Hund einer Mitarbeiterin, gespielt)
- Gemeinsam wurde ein Adventskalender als Geschenk für die Jugendlichen gebastelt und dies auch gleich als Möglichkeit genutzt, ihnen die deutsche Tradition näher zu bringen.
Außerdem nutzte das Team ihr zur Verfügung stehendes 2-Monats-Budget für Teamevents, welches üblicherweise für Team-Building-Maßnahmen, gemeinsames Essen oder ähnliches eingesetzt wird, um die Ausgaben für die obigen Aktivitäten zu finanzieren und darüberhinaus einen Teil an Visioneers zu spenden.
„Es war eine sehr lohnende Erfahrung – zu sehen, wie die Jugendlichen über den Tag immer lockerer wurden und das Gefühl zu haben, dass wir für ein paar Stunden eine positive Wirkung (wenn auch nur eine kleine!) auf ihr Leben hatten“, sagte Hortense Tarrade, Associate Director, EU Category Management.
Das EU Promotion Planning Team von Wayfair bei Visioneers Berlin
Wir danken Alixia, Anesia, Gabby, Hellen, Lizzie und Rachel für die Initiative, nicht nur ihren bezahlten Volunteer Day, sondern auch ihr monatliches Budget für Teamevents zur Unterstützung dieses wunderbaren Vereins zu nutzen.
Ein besonderer Dank geht an Natascha von Visioneers für ihre Ideen, ihre Herzlichkeit und Flexibilität – und generell für die großartige Arbeit ihres Vereins!
In den diesjährigen Berliner Herbstferien luden wir deutsche und geflüchtete Jugendliche zu verschiedensten Ausflügen und Aktivitäten ein. Trotz unterschiedlicher Kulturen unterscheiden sich die Jugendlichen nicht in Hinblick ihrer Interessen.
Genau wie in Deutschland, sind die Jugendlichen beispielsweise in Afghanistan oder Syrien gerne ins Kino gegangen oder haben gemeinsam Fußball gespielt. So war es kein Problem ein Programm zusammenstellen, das allen gefiel. Gemeinsam mit den Jugendlichen haben wir die Events geplant, um Dinge zu unternehmen die ihnen wirklich Spaß machen und zu denen sie möglicherweise sonst nicht in der Lage sind.
In den Herbstferien, also zwischen dem 16. und 30. Oktober haben wir insgesamt 13 verschiedene Aktivitäten gemeinsam unternommen. Es gab tolle Ausflüge und Workshops zu Fotografie, Kochen uvm. Großen Spaß hatten wir beim Spieletag und Filmabend.
Das Projekt wurde mit 2.600 Euro von dem House of Resources gefördert. Vielen lieben Dank für diese Unterstützung!
Begonnen hat das Ferienprogramm am Sonntag, den 16. Oktober 2016 mit einem Theaterbesuch im CHAMÄLEON Theater. Dank den 10 Freikarten von HiMate durften wir uns die Vorstellung „underart“ ansehen. Die Jugendlichen bekamen einen Einblick in einen zeitgenössischen Zirkus, der die Genres Akrobatik, Tanz, Musik und Schauspiel verbindet.
Seit einigen Monaten war ein oft geäußerter Wunsch der Jugendlichen in das JumpHouse in Berlin zu gehen. Leider fehlt es ihnen persönlich oft an finanziellen Ressourcen, solche Freizeitparks zu besuchen. Es freut uns umso mehr, dass wir 10 Teilnehmern ermöglichen konnten die Trampolinhalle zu besuchen.
Der letzte Ausflug war ins Kino. Unser ehrenamtlicher Helfer Khalil sah dort mit 12 Jugendlichen den Film „Doctor Strange“.
Am Mittwoch, den 19. Oktober veranstalten wir eine Nähwerkstatt. Die Jugendlichen hatte die Chance, sich kreativ zu entfalten. Die Künstlerin Julia hat den Teilnehmern gezeigt, wie man Kleidung selbst nähen kann. Auch unser Lederdesigner Mouod war im Einsatz und hat mit den Jugendlichen tolle Lederarmbänder hergestellt.
Am Kreativtag am 27. Oktober zeigte VISIONEERS e.V. Partnerin Julia den Jugendlichen, dass Stricken gar nicht so uncool ist, wie man glaubt und richtig viel Spaß machen kann! Es freut uns sehr, dass einige der Teilnehmer nach dem Workshop begonnen haben, auch in ihrer Freizeit zu stricken.
In dem Fotoworkshop entstanden beeindruckende Fotos. Der Workshopleiter Florian hat den Teilnehmern verschiedene Techniken gezeigt, um im Dunkeln ganz besondere Fotos machen zu können.
In dem Musikworkshop hat unser ehrenamtliche Helfer Simon, fünf Jugendlichen die ersten Handgriffe an einer Gitarre gezeigt. Den Teilnehmern hat es so gut gefallen, dass sie in Zukunft an unserem wöchentlichen Gitarrenunterricht teilnehmen wollen.
Als Abschluss gab es einen Kochworkshop mit unserer italienischen Praktikantin Greta. Sie hat mit den Jugendlichen ein Mittagessen gekocht. Sie erklärte ihnen die Zubereitung einfacher italienischer Gerichte und anschließend wurde gemeinsam gegessen.
Auch die Bildung der Jugendlichen ist Teil unserer Ferienprogramme. Zusammen mit deutschen Jugendlichen und Ehrenamtlichen wurden mit verschiedenen Lernspielen die deutschen Sprachkenntnisse der Jugendlichen mit Fluchthintergrund verbessert.
Am 25. Oktober veranstalten wir ein Sportevent in der Sporthalle der Baptisten Gemeinde Schöneberg. Es hat sich wieder gezeigt, dass Sport die Mitspieler über alle Barrieren hinweg verbindet. Volleyball, Basketball und Fußball zu spielen, hat den Jugendlichen großen Spaß gemacht.
Auch am Mittwoch, den 26. Oktober haben sich die Jugendlichen sportlich betätigt. Es fand ein großes Fußballturnier statt mit Teilnehmern aus vielen verschiedenen Ländern. Neben den geflüchteten Jugendlichen aus dem Nahen Osten und den deutschen Jugendlichen, waren auch Mitspieler aus Nord- und Südamerika dabei. Das Fußballturnier wurde zu einer tollen internationalen Begegnung.
Der Spielenachmittag am 20. Oktober hat allen 18 Beteiligten großen Spaß gemacht. Wir haben Acitivity in der Kategorie „Erklären“ gespielt. So stand neben dem Spaß, auch das spielerische Deutschlernen im Mittelpunkt. Trotz der unterschiedlichen Sprachniveaus hat jeder aktiv mitgemacht und es entstand eine fröhliche und offene Atmosphäre.
Als Abschlussveranstaltung fand ein Filmabend im Café Connections statt. Der deutsche Film „Groupies bleiben nicht zum Frühstuck“ wurde gemeinsam geschaut. Es bildete einen schönen Abschluss des Ferienprogrammes.
Wir freuen uns sehr, dass wir deutschen und geflüchteten Jugendlichen ein abwechslungsreiches Ferienprogramm bieten konnten. Die Teilnehmer waren sehr dankbar für die neuen Erlebnisse und wir hoffen, dies auch in den zukünftigen Schulferien ermöglichen zu können.
Wir danken allen freiwilligen Helfern für ihr Engagement und ihre Zeit!
Erfahrungen aus dem Schulalltag mit Flüchtlingskinder, die zeigen, wie wichtig ein Mentorenprojekt wie das von Visioneers e.V. ist: Für Kinder genauso wie für Erwachsene.
Sie reden nicht viel. Die zwei Zwillingsschwestern aus Afghanistan schweigen, wenn im Deutschunterricht die bunt zusammengewürfelten Flüchtlingskinder Zeit haben, von ihrem Weg nach Deutschland zu erzählen. Ihre glatten schwarzen Haare umspielen dabei ihre braunen Augen, die sich auf dem langen Weg von Afghanistan verloren haben. Über Pakistan wollten die Schwestern mit ihrer Familie fliehen, doch an der Grenze zum Iran kamen sie nicht weiter. Polizisten schossen auf die Füße der Mädchen. Immer wieder schrie der Vater: „Schnell, schnell rennt weg!“ Die Familie musste zunächst umkehren nach Afghanistan, doch sie versuchten es erneut, über die Grenze in den Iran zu fliehen, heimlich zu Fuß. Heimlich blieben sie auch dort, bis der Weg in die Türkei frei war. Und dann, erneutes monatelanges Warten bis sie genügend Platz für die gesamte Familie in einem Schlauchboot nach Griechenland fanden. In Griechenland setzten sie ihre Reise mit verschiedenen Verkehrsmitteln fort, oft aber liefen sie zu Fuß. Über Bulgarien, Kroatien, Ungarn und Österreich bis nach Deutschland setzte sich ihr Weg fort. Die Schwestern möchten nur bedingt wieder zurück in ihr Heimatland, sie sind froh, hier in Deutschland angekommen zu sein, hier lernen zu dürfen. Eine von ihnen möchte gern studieren und Designerin werden. Eine weitere Klassenkameradin aus Syrien möchte hier ebenfalls studieren – Architektur, um dann ihr Land nach dem Krieg in Syrien wieder aufbauen zu können, vor allem auch deshalb, um ihre eigene Zukunft aufzubauen. Dieses syrische Mädchen mit ihren 14 Jahren ist körperlich gezeichnet vom Krieg. Auf den ersten Blick nicht sichtbar, zeichnen sich an ihren Händen Narben. Ihrer kleinen Schwester, die erst kürzlich aus der Grundschule auf die Sekundarschule kam, auch sie hat Narben davongetragen, deutlicher sichtbar, fehlen Fingerteile.
Wie mutig man doch sein darf, wenn man zu zweit ist
Jedes der Kinder trägt seine eigene Geschichte vom Krieg und von der Flucht mit sich herum. Als Lehrer, der täglich mit ihnen mehrere Stunden verbringt, kennt man bereits einige Geschichten, erfährt vom Leben in Syrien vor dem Krieg, von Traditionen und sieht Fotos der alten Heimat. Dass auch die deutschen Kinder ihre neuen Mitschüler näher kennenlernen, ist wichtig, gerade jetzt nach diesem Vorfall in der Pause. Die deutschen Schüler, die beteiligt waren, werden in ihren Klassen während des Unterrichts besucht. Es werden die Geschichten der Flüchtlingskinder erzählt und es wird ein Gespräch über die eigenen Ansichten und zur aktuellen Situation angeregt. Zusätzlich wird die Idee der Patenschaft vorgestellt. Diese Patenschaft besteht aus jeweils einem deutschen Schüler oder einer deutschen Schülerin und einem geflüchteten Kind, Sie knüpfen eine Patenschaft, um sich kennenzulernen und um sich auszutauschen, auch um sich sowohl bei der deutschen Sprache als auch beim Lösen von Mathematikaufgaben zu helfen. Wenn daraus auch über die Schule hinaus eine Bindung entsteht und bleibt, ist das Ziel erreicht.
Mit kleinen Schritten soll sie eingerissen werden, die unsichtbare Fassade, die uns trennt von den Menschen aus anderen Ländern. Der Visioneers e.V. verfolgt mit seinem Mentorenprojekt das gleiche Ziel, um geflüchteten Menschen in Berlin zu helfen und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Dabei handelt es sich um Hilfe im Alltag, beim Lernen der Sprache, bei beruflichen Perspektiven oder bei der Wohnungssuche. Unterstützt werden auch die Mentoren, die ehrenamtlich ihre Zeit und Hilfe den Geflüchteten anbieten. Bei Workshops und regelmäßigen Treffen des Visioneers e.V. können sie sich austauschen und Fragen stellen.
Zwei Menschen als Tandem, zwei Menschen aus verschiedenen Kulturen, die sich quasi symbolisch gemeinsam auf ein Fahrrad schwingen und zusammen in eine Richtung fahren, ihre Kräfte bündeln, um voranzukommen, um mit Freude am neuen Leben teilzunehmen. Denn zu zweit geht’s immer leichter.
Erfahrungen aus dem Schulalltag mit Flüchtlingskinder, die zeigen, wie wichtig ein Mentorenprojekt wie das von Visioneers e.V. ist: Für Kinder genauso wie für Erwachsene.
„Kommen Sie schnell“, rief einer meiner Schüler. Es ist die kleine Pause, 10 Minuten zum Verschnaufen. Hinter dem Lehrertisch stehend las ich in meinem Notizbuch, welche Übungen ich in der kommenden Deutschstunde durchführen werde. Ich gehe zur Tür und höre erst jetzt die hektischen Schreie aus arabischen und deutschen Wörtern; eine Schlägerei zwischen zwei deutschen und zwei syrischen Kindern. Gesichter nehme ich nicht wahr, nur lauter wirbelnde Hände und Füße. Mithilfe von syrischen und deutschen Mitschülern gelingt es, die Schlagenden auseinanderzubringen. Was bleibt sind erschrockene Gesichter, ein beklemmendes Gefühl und die Frage, wie konnte es dazu kommen?
Die unsichtbare Wand
Seit über einem Jahr gehen die Flüchtlingskinder in unsere Schule. Sie besuchen Sprachklassen und werden langsam und zunächst nur stundenweise in deutsche Klassen integriert. Die deutsche Sprache zu schreiben, zu lesen, zu sprechen und vor allem zu verstehen, ist wichtig für die Integration. Immer wieder stoßen neue Flüchtlingskinder hinzu und andere ziehen weg. Doch der Großteil der Kinder bleibt. Ein Jahr, in dem auch die deutschen Kinder die Flüchtlingskinder beobachten und auf Hofpausen kennenlernen konnten. Spannungen oder derartige Konflikte gab es in der Schule bisher nicht. Doch nun kippte die Stimmung. Schmerzliche Worte fielen, schon Tage vor dem Vorfall, auch außerhalb der Schule. Worte, die verletzten, Worte gegen Familienangehörige, die bei Mitbürgern aus dem arabischen Raum die Wut entfachten. Und dann in der Pause auf dem Flur folgte der Knall. In den Gesichtern stand Krieg, in den Augen spiegelten sich Verletzung und Wut wider.
Die Vorurteile zu entkräften, die Angst vor der Überfremdung zu nehmen, dem gefährlichen Halbwissen mit einer Einladung zum Gespräch entgegenzutreten, das sind nicht nur die Aufgaben, die nach diesem Vorfall in der Schule zu bewältigen sind. Es ist eine gesellschaftliche Aufgabe in allen Teilen Deutschlands. Was wissen wir von den Einzelschicksalen, wenn wir nie genau nachfragen? Wenn eine Schablone auf alle Flüchtenden gelegt wird, die vorgeformt wurde von schlecht recherchierten Parolen. Wer fragt den Menschen, der da nun neben einem im Zug sitzt oder im Laden steht? Wie ein Vorhang hängt eine unsichtbare Blockade voll Angst oder gar Hass vor Fremden vor der Sicht der Menschen.
Um diese Vorurteile zu widerlegen, bedarf es Ihrer Mithilfe. Lesen Sie in der Fortsetzung von weiteren prägenden Erfahrungen und dem möglichen Umgang mit solchen Konflikten.
Wie du vielleicht durch die Website von VISIONEERS und aus früheren Blogartikeln weißt, legt unser Team großen Wert auf gute, langfristige Verbindungen – auf beruflicher und persönlicher Ebene -, wozu unser vielfältiges Angebot für Freiwillige, unsere Kochveranstaltungen und kreativen Workshops beitragen sollen. Dazu passend werden wir an dieser Stelle immer wieder kurze Biografien unserer Mitglieder posten. So kannst du erfahren, wer vielleicht zu deiner Kochveranstaltung kommen könnte, um bei der Vorbereitung des Essens zu helfen, wer mit unternehmerischem Geschick unsere kreativen Workshops geleitet hat und mit wem du vielleicht bei deinem nächsten Einsatz als Freiwilliger bei VISIONEERS zusammenarbeiten wirst.
Zu Beginn dieser Biografien-Serie möchte ich gerne Omar aus Damaskus in Syrien vorstellen. Omar ist 23 Jahre alt und lebt jetzt seit ungefähr einem Jahr in Berlin.
Wenn du Omar das erste Mal triffst, ahnst du sofort, dass er ein aufrichtiger und liebenswerter Mensch ist. Wenn es nicht an seinen immer lachenden Augen liegt, dann an seinem Humor und seiner Bescheidenheit. Aufgrund seiner Vorliebe für Kommunikation konnte Omar „aus der Luft“, wie er sagt, Englisch und Deutsch lernen. Er sagt, er hat sich Englisch alleine durch Fernsehsendungen und Lieder beigebracht. Seit er in Berlin ist, hat Omar angefangen, Deutsch zu lernen und nimmt regelmäßig an Sprachkursen teil. Weil ihm Kommunikation leicht fällt, hat er ziemlich schnell Deutsch gelernt und übernimmt die Rolle des Arabisch-Deutsch-Englisch-Übersetzers bei vielen unserer unternehmensgeförderten Kochveranstaltungen.
Vor fast einem Jahr, im November 2015, kam Omar durch einen Freund, der in Berlin-Schöneberg lebte, zu VISIONEERS. Mit seinem beeindruckenden und charmanten Kommunikationstalent war er sofort eine tolle Ergänzung für das VISIONEERS e.V.-Netzwerk und eine wichtige Person, wenn es darum ging, Sprachbarrieren zwischen einigen unserer Geflüchteten, die weder Deutsch noch Englisch sprechen, und unseren Mitgliedern, die kein Syrisch-Arabisch sprechen, zu durchbrechen. Als der erste Vertrag für eine unternehmensgeförderte Kochveranstaltung zu Stande kam, war Omar unsere erste Wahl, als es darum ging, mit den Unternehmensleitungen und Angestellten bei wöchentlichen Veranstaltungen zu kommunizieren und Informationen an die anderen syrischen Köche weiterzugeben. Omar sagt, dass er durch diese Veranstaltungen das Kochen kennengelernt hat und es jetzt liebt und sogar als Hobby betrachtet. Der Teil beim Kochen, den er am meisten mag, ist die Präsentation der Gerichte. Er liebt es, jedes Gericht perfekt aussehen zu lassen.
Neben dem Kochen und dem Ausbau seiner Sprachkenntnisse nimmt Omar an einem Mentoring-Programm von VISIONEERS teil (worüber du hier mehr erfahren kannst). Wenn er gerade nicht an Sprachkursen oder Veranstaltungen von VISIONEERS teilnimmt, macht Omar gerne Sport, arbeitet an seiner Fitness und verbringt Zeit mit seinen Freunden und seiner Freundin Silvia. Für die Zukunft wünscht er sich eine Karriere als Programmierer im Bereich Autos und/oder IT. Er sagt auch, dass er manchmal überlegt, als professioneller Übersetzer zu arbeiten, weil er gerne mit anderen kommuniziert und neue Kulturen und Menschen kennenlernt. Für ihn ist es das Wichtigste, etwas über Menschen zu lernen und sie zu akzeptieren, egal wer sie sind und woher sie kommen. Er sagt, dass er, weil er Moslem ist, weiß, dass die Religion als verurteilend gegenüber bestimmten Lebensweisen – zum Beispiel Alkohol trinken – interpretiert werden kann. Aber Omar lehnt solche wertenden Sichtweisen ab. Er sagt, dass er versucht, Menschen so kennenzulernen, wie sie sind und möchte nie jemand sein, der andere aufgrund ihrer Entscheidungen verurteilt. Er sagt, dass jeder sein Freund sein kann – egal, woher er kommt oder was er macht, solange er ein guter Mensch ist.
Vor Kurzem hat sich VISIONEERS e.V. mit dem CIEE zusammen getan, um ein Abendessen zum interkulturellen Austausch zu veranstalten.
Der CIEE (Council on International Educational Exchange) ist eine gemeinnützige Organisation in den USA, die sich für internationale Bildung einsetzt. Die Studierenden, die mit uns an dem Abendessen teilgenommen haben, kommen von der Ostküste der USA und studieren gerade für ein Semester in Berlin. Alle haben sich sehr darauf gefreut, die neuen und leckeren Gerichte zu probieren!
Zanib, die Gastgeberin und Köchin dieser Veranstaltung, war allein für den leckeren und fröhlichen Abend verantwortlich. Nach einem lustigen und ziemlich lehrreichen Nachmittag, an dem wir unter Zanibs Anleitung die marokkanischen Gerichte geschnitten, gewürfelt, gekocht und zubereitet haben, haben die Freiwilligen von VISIONEERS e.V. die Gerichte gemeinsam mit Zanib den Studierenden des CIEE präsentiert. Hier sind die bunten Gerichte zu sehen.
Das ist ein marokkanischer Blumensalat mit einer Thunfischcreme, angerichtet mit gekochten Kartoffeln, Karotten, frischen Radieschen, Tomaten, Paprika und gebratenen Auberginen.
Nachdem wir diese marokkanischen Gerichte – wie Marokkanische, in Tomatensauce gekochte, Fleischbällchen – kennengelernt haben, war es aufregend zu sehen, wie Zanib den cremigen Pudding kunstvoll mit Aprikosen, Streuseln und Schokolade dekoriert hat. Die Zubereitung der Aubergine in heißem Öl für Zallouk hat mich daran erinnert, wie ich gebratene Yucca in Nicaragua zubereitet habe. Mein Lieblingsessen ist aber der Blumensalat, weil er so festlich und leuchtend ist.
Dann haben alle zusammen Brot gebrochen. Hier sind die Studierenden des CIEE zu sehen, wie sie die Gerichte probieren. Der Raum hat sich schnell mit Lachen und Freude über das Essen gefüllt.