Ich habe unsere Fachkraft für Lernbegleitung Christina getroffen. Im Rahmen des Projektes „Integrative Mobile Jugend-Lern-Hilfe. Jetzt“, bietet Christina mehrmals in der Woche Nachhilfe für Schulkinder in der Gemeinschaftsunterkunft am Kirchhainer Damm an. Ich habe ihr zu diesem Projekt verschiedene Fragen gestellt – die Antworten könnt ihr hier nachlesen:

Kannst du mir erzählen, was deine Aufgaben in der Gemeinschaftsunterkunft am Kirchhainer Damm sind?

Im Moment habe ich keinen definierten Arbeitsbereich, weil sich die Gemeinschaftsunterkunft in einem Umbruch befindet. Grundsätzlich leiste ich Unterstützung beim Lernen und bei den Hausaufgaben. In der Unterkunft leben viele Familien, deshalb sind dort auch viele Kinder. Manche Kinder sind bereits in der Schule, manche besuchen eine Willkommensklasse und andere gehen noch nicht zur Schule. Ich erledige mit den Kindern unterschiedliche Hausaufgaben. In den Ferien biete ich auch kreative Freizeitangebote an.

Wie läuft ein “klassischer” Nachmittag in der Unterkunft ab, wenn du da bist?

Um 14 Uhr komme ich in der Unterkunft an. Man kann nicht wirklich von einem „klassischen“ Nachmittag sprechen, weil jeder Tag anders ist. An jedem Tag sind verschiedene Hausaufgaben zu erledigen und die Zahl der anwesenden Kinder variiert auch. Wenn noch Zeit ist, spiele ich mit den Kindern. Die Spiele helfen den Kindern Deutsch zu lernen und das Ausmalen von Bildern kann ihre Feinmotorik verbessern. Ich bin täglich bis 17 Uhr vor Ort.

Wie viele Kinder und Jugendliche kommen normalerweise an einem Nachmittag zu dir?

Das ist wirklich jeden Tag unterschiedlich. Wenn ich Freizeitangebote anbiete, kommen so ungefähr 17 Kinder und wenn ich mit ihnen Hausaufgaben mache, sind es manchmal drei, aber manchmal auch acht Kinder, die Hilfe brauchen.

Was motiviert dich in dem Projekt mitzuarbeiten?

Ich bin der Meinung, dass es sich lohnt, in die Kinder meine Zeit zu investieren. Ich habe selber als Kind in vielen verschiedenen Ländern gelebt und daher weiß ich, wie schwer es für die Kinder sein muss, in einem neuen Land mit fremder Sprache und fremder Kultur zurechtzukommen. Ich sehe jeden Tag wie mutig sie sind. Ich bin froh, dass ich sie beim Ankommen in einem neuen Land unterstützen kann und finde, dass es echt tolle Kinder sind!

Welche Herausforderungen gibt es?

Die Herausforderung ist, dass man nie Vorausplanen kann, wer da ist. Manchmal ist es schwer, ihnen bei ihren Problemen zu helfen, weil diese sehr verschieden sind. Die Kinder haben teilweise große Wissenslücken und ich frage mich, wie ich ihnen eine „normale“ Jugend ermöglichen kann oder ihnen zumindest dabei helfen kann, diese zu bekommen. Es ist schwer für mich zu hören, dass die Kinder in der Schule keine Freunde finden.

Fällt dir spontan ein besonders schönes Erlebnis ein, welches du in diesem Projekt hattest?

Ja – mein schönstes Erlebnis bisher fand in der Weihnachtszeit statt. Wir haben in der Unterkunft zusammen Kekse gebacken. Zuhause habe ich eine große Menge an Teig vorbereitet. Die Kinder waren so motiviert und haben sich sehr gefreut. Wir haben es geschafft, den ganzen Teig zu verarbeiten und die Kinder haben die ganze Zeit mitgemacht. Jedes Kind hat eine Tüte mit Keksen für deren Familie bekommen. Das war wirklich ein toller und einprägsamer Tag.

Es ist jedes Mal schön, wenn ich die Kinder in ihren Stärken erlebe, zum Beispiel, wenn sie anderen Kindern helfen und eigene Verantwortung übernehmen.

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Vielen Dank Christina, dass du dir für das Interview Zeit genommen hast und dass du eine so tolle und wertvolle Arbeit für die Kinder und Jugendlichen leistest!

Ebenfalls bedanken wir uns bei der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) und der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, die dieses Projekt ermöglichen!

Unterstützung und Workshops in der Willkommensklasse

Kinder und Jugendliche, die nach Deutschland kommen und kein bzw. wenig Deutsch sprechen, werden in der Schule meistens nicht direkt in Regelklassen zugeteilt, sondern sollen in Willkommensklassen auf den Übergang in eine normale Schulklasse vorbereitet werden. Dabei steht natürlich die Vermittlung der deutschen Sprache im Vordergrund, wichtig sind aber auch Grundkenntnisse in anderen Fächern wie z. B. Mathematik.

Ich selbst helfe im Rahmen meines Bundesfreiwilligendienstes regelmäßig, sofern die Schulen geöffnet haben, in einer Willkommensklasse an der Sophie-Scholl-Schule und unterstütze dort die Lehrerin Frau Schneidereit bei ihrem Unterricht. Die Schulnachhilfe wird in Kooperation mit dem Projekt Corporate Volunteering durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und die Stiftung Pfefferwerk gefördert. Da Frontalunterricht aufgrund der unterschiedlichen Sprach- und Lernniveaus kaum möglich ist, bekommen die Schüler*innen individuelle Aufgaben. Dabei helfe ich den Schüler*innen und erkläre ihnen im Einzelunterricht z.B. deutsche Grammatikregeln oder das kleine Einmaleins.

Meiner Erfahrung nach sind die Jugendlichen sehr konzentriert und motiviert beim Lernen und haben großes Interesse, ihre Deutsch- und Mathekenntnisse zu verbessern. Manche sind in ihrem Heimatland nur sehr wenig zur Schule gegangen und brauchen große Unterstützung beim Erlernen mathematischer Grundlagen wie Multiplikation und Division, Wissen, das in den Regelklassen vorausgesetzt wird. „Manche müssen erst einmal das Lernen lernen.“, hat mir die Lehrerin der Klasse erklärt. Auch das Schreiben ist nicht so einfach, viele Schüler*innen kommen aus Ländern mit arabischer Schrift und müssen als erstes die Buchstaben des deutschen Alphabets üben.

Erst letztens, kurz vor den Weihnachtsferien, kam ein neuer arabischsprachiger Schüler in die Klasse, der nur sehr wenig Deutsch verstand, sodass andere auch arabischsprachige Mitschüler*innen übersetzten mussten. Er war bisher nur wenig zur Schule gegangen und konnte nicht arabisch schreiben. Gleichzeitig sind andere Jugendliche schon 2 Jahre in der Willkommensklasse und möchten bald ihren A2 Deutsch Test bestehen. Auch der Altersunterschied (12-16) ist groß und somit haben die Jugendlichen ganz unterschiedliche Entwicklungsstände.

Dabei ist es gar nicht von einer einzelnen Lehrer*in zu leisten, die Schüler*innen individuell zu fördern. Frau Schneidereit ist seit Ende 2016 an der Schule und hat dort auch recht schnell die Willkommensklasse übernommen. Im Ausland hatte sie schon Deutsch als Fremdsprache unterrichtet und dies auch studiert. In der Schule bekommt sie oft Unterstützung von Schulhelfer*innen bei ihrem Unterricht.

Damit aber auch manchmal gemeinsamer Unterricht stattfinden kann, schaut die Klasse öfters die Logo Kindernachrichten zusammen und spricht danach darüber. Das tut der Gemeinschaft gut. Und es sei schön zu sehen, wie sich manche entwickelten, erzählte mir Frau Schneidereit. „Ein Junge konnte am Anfang kein Deutsch und jetzt ist er der Beste in der Klasse.“

Seit Juni 2020 hat Giresse Dako, der Jugendleiter von Visioneers, regelmäßig Workshops in der Willkommensklasse zu verschiedenen wichtigen Themen veranstaltet, die nicht im Unterricht behandelt werden. Er sprach mit den Schüler*innen in mehreren Workshops über Rassismus und Diskriminierung und wie man damit umgeht sowie über Sicherheit in digitalen Medien und Falschnachrichten. Außerdem war Religion ein Thema, es wurde über das Judentum, Christentum und den Islam und ihre Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede gesprochen. Durch die Vermittlung von Wissen über andere Religionen und das Aufzeigen von Gemeinsamkeiten wurden Vorurteile abgebaut und ein Beitrag zur Prävention von Radikalisierung und Antisemitismus geleistet.

Die Beteiligung an den Workshops und die Rückmeldungen der Jugendlichen haben deutlich gezeigt, dass sie viel Neues lernen konnten und auch Spaß an den Workshops hatten. Manche Jugendlichen sind über diese Workshops auch auf andere Angebote von Visioneers aufmerksam geworden und haben z.B. an Angeboten unseres Jugendtreffs oder an den Ferienschulen teilgenommen. Gefördert waren die Workshops durch die Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung.

Während der aktuellen Schulschließungen versucht die Lehrerin, über WhatsApp und Zoom Kontakt zu ihren Schüler*innen zu halten, auch hier macht sie Einzelstunden mit ihnen, um den Jugendlichen angemessene Aufgaben geben zu können. Jede Woche gibt es eine Zoom-Stunde, die mit allen zusammen abgehalten wird, damit sich alle gegenseitig über ihre Lernstrategien zuhause und wie es ihnen sonst so geht austauschen können. Auch ich versuche während der Homeschooling Zeit die Schüler*innen weiterhin zu unterstützen.

Ich hoffe, dass die Schulen bald wieder öffnen können und ich wieder jeden Dienstag meine Unterstützung vor Ort einbringen kann. Denn natürlich merkt man auch hier, wie die Einschränkungen den Lernprozess behindern.

Wir würden uns sehr über Ihre Unterstützung für weitere Projekte auch in diesem Jahr freuen! Überweisen Sie gerne auf unser allgemeines Spendenkonto:

“Psychische Belastungen, fehlender alltäglicher Austausch mit Gleichaltrigen und Zukunftsängste prägten die Corona-Zeit für junge Menschen.” – so lautet das traurige Résumé der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ) in ihrem neuen Positionspapier. Auch unsere Arbeit war im zweiten Corona-Jahr erneut von Einschränkungen und Corona-Regeln betroffen und auch wir konnten unseren Jugendlichen vor allem in der ersten Jahreshälfte nicht die volle Bandbreite an Betreuungsmöglichkeiten bieten, die wir gerne hätten.

Als “Unzeit für die Jugend” tituliert die Studie die letzten 1.5 Jahre und fordert mehr Einbeziehung der Situation von Kindern und Jugendlichen. Trotz kreativer Anpassung vieler Organisationen, der Verlagerung von Angeboten nach draußen oder mehr Online-Angebote, mussten Teilnehmer:innenzahlen begrenzt werden und nicht jede:r Jugendliche:r konnte seinen Bedürfnissen entsprechend betreut werden.

Auch wir sehen, dass Kinder- und Jugendliche im Allgemeinen sowie Kinder- und Jugendarbeit im Speziellen in Pandemie-Langzeitplänen der Politik weiterhin nicht ausreichend beachtet werden und wünschen uns für 2022 weitreichende Förderung sowie politische Beachtung der Wichtigkeit.

Unsere Kinder sind die Zukunft und nur wenn wir ihnen eine solche bieten, kann es weitergehen.

2021 war somit ein schwieriges Jahr, aber auch ein Jahr wunderbarer Projekte, vieler toller Erlebnisse, ein Jahr des Zusammenhalts. VISIONEERS blickt zurück auf 2021 mit gemischten Gefühlen, aber auch dieses Jahr sind wir dankbar wie vielen Kindern und Jugendlichen wir ein Lächeln aufs Gesicht zaubern konnten.

Jugendarbeit mit Maske und im Freien – kreativ zusammenkommen und nicht alleine bleiben.

Kommuniziere wie eine Giraffe und nicht wie ein Wolf!

Wir ihr bestimmt schon wisst, führen wir bis Ende 2023 Dank einer Förderung von Aktion Mensch e.V. und der Kreuzberger Kinderstiftung ein Boxprojekt namens „Fair Play – Boxen schafft Gemeinschaft“ durch. Falls ihr mehr zu dem Projekt wissen wollt, scrollt doch mal runter, da findet ihr einen eigenen Blogbeitrag dazu. Ein Teil des Projekts sind die „Sozialkompetenz-Trainings“ in denen es darum geht, Alternativen zu Gewalt kennenzulernen. Und am 10. Dezember war es soweit: Unser erster Sozialkompetenz-Workshop zum Thema: „Umgang mit Konflikten und Streit“ fand in unseren neuen Räumen am Sachsendamm statt! Teilgenommen haben 9 Jugendliche, die teilweise auch schon bei den Boxtrainings von Giresse mit dabei waren.

Begonnen haben wir mit einer kleinen Kennenlernrunde, bei der jede:r Einzelne sich mit seinen Fähigkeiten und Interessen vorstellen durfte. Außerdem wurde die Stimmung durch kleine Spiele als Ice-Breaker aufgelockert. Dann ging es direkt rein ins Thema: Wir haben uns mit unseren eigenen Erfahrungen in Bezug auf Konflikte und Streit auseinandergesetzt und Erfahrungen ausgetauscht. Es war interessant zu beobachten, wie sich die Jugendlichen mehr und mehr öffneten. In einer vertrauten Atmosphäre gab es Raum für positive Erlebnisse in Konfliktsituationen, aber auch für Erfahrungen, auf die man nicht unbedingt stolz ist. Dann wurden es konkreter. Mit einem kleinen Rollenspiel wurde eine Konfliktsituation dargestellt und gemeinsam überlegt, wie man nun darauf reagieren könnte.

Orientiert haben wir uns dabei an dem Konzept der „Gewaltfreien Kommunikation“ nach Marshall B. Rosenberg. Anhand von zwei Tieren lassen sich die unterschiedlichen Kommunikationsarten gut veranschaulichen.

Der Wolf: Sieht der Wolf eine Gefahr und hat Angst, so geht er immer auf Angriff. Er vertuscht seine wahren Gefühle und sieht das Problem in der anderen Person. Genau das gilt auch für die Wolf-Sprache, die geprägt ist von Angst, Beleidigungen, Fehlern, Angriff und „Du-Botschaften“. Anders ist es bei der Giraffe. Sie ist das Landlebewesen mit dem größten Herzen und dem längsten Hals für den besten Überblick und sie lebt in Frieden mit den anderen Tieren. Eine Giraffen-Sprache achtet auf das eigene Herz, kommuniziert die eigenen Gefühle und Bedürfnisse, respektiert das Gegenüber und formuliert „Ich-Botschaften“, sowie konkrete Bitten.

Jetzt fehlte nur noch, das Gelernte in der Realität umzusetzen. Mit vielen kleinen Beispielen konnte sich die Theorie auch in unserer Alltagspraxis manifestieren. Abgeschlossen haben wir mit einem kleinen Quiz, welches per Handyteilnahme auf der Plattform von Kahoot durchgeführt wurde. Danach gab es ein gemeinsames Abendessen.

Wir waren wirklich begeistert von der Motivation und Anteilnahme der Teilnehmenden, von denen alle in einer anonymen Umfrage angegeben haben, dass sie auch an einem nächsten Workshop teilnehmen wollen. Ich glaube, dass die Jugendlichen angespornt wurden, in aufgeladenen Situationen Ruhe zu bewahren und sich die Giraffe als Vorbild für starke Kommunikation zu nehmen. Wir freuen uns jetzt schon unglaublich auf den nächsten Workshop, dann vermutlich zum Thema: Respekt. Wir halten euch auf dem Laufenden!

So, da bin ich also wieder nach einem Drittel meines Jahres hier in Berlin! In der Zwischenzeit ist einiges passiert! Ich durfte die Herbstferienschule miterleben, habe an meinem Einstiegsseminar vom Freiwilligendienst teilgenommen, im Projekt Mobile-Jugend-Lernhilfe.Jetzt meine Nachmittage verbracht und ganz nebenbei einige tolle Freundschaften geschlossen!

Aber alles der Reihe nach:

Den September über habe ich durch die Mobile-Jugend-Lernhilfe.Jetzt die Bewohner:innen des Luisenstifts im Alter von 14 bis 17 Jahren bei schulischen Aufgaben betreut und gemerkt, wie viel Spaß mir dieser enge, tägliche Kontakt zu den Jugendlichen bereitet! Auch für die administrativen Aufgaben im Hintergrund, das Pflegen der Social Media Kanäle und interne Abläufe im Büro habe ich langsam ein Gespür entwickelt und mich immer vertrauter mit der Bearbeitung unterschiedlichster Aufgaben gefühlt.

Nach diesem September folgte ein aufregender Oktober, denn für mich ging es am 11. dieses Monats los, auf eine Reise nach Schmölen, wo mein Einstiegsseminar des Freiwilligendienstes stattfand. An diesem Seminar nahmen also ungefähr 25 Menschen gemeinsam mit mir teil, die ebenfalls einen Freiwilligendienst absolvieren und dementsprechend teilten wir nicht nur viele Interessen, sondern konnten uns auch wunderbar über unsere Erfahrungen austauschen! Ich freu mich auf unser nächstes Zusammentreffen und bin gespannt welche neuen Geschichten wir dann zu erzählen haben!

Auch die Herbstferienschule fand im Oktober statt, wobei sich die erste Woche leider mit meinem Seminar überschnitt, allerdings durfte ich die zweite Woche miterleben und war begeistert: Die Jugendlichen waren sehr motiviert Deutsch zu lernen, Gabriel, mein Mitfreiwilliger, und ich haben für die ganze Gruppe gekocht und auch das Nachmittagsprogramm hat nicht nur den teilnehmenden Jugendlichen Spaß gemacht! Freundschaften wurden geschlossen und einige Gesichter sehe ich hoffentlich auch in der nächsten Ferienschule wieder!

Im November sind für mich neben der täglichen schulischen Begleitung im Luisenstift noch weitere Nachhilfeschüler:innen zu mir ins Büro gekommen, denen ich Mathe- und Deutschnachhilfe erteile und ich habe mein eigenes Zimmer fertig eingerichtet. Auf allen Ebenen fühle ich mich inzwischen in Berlin und bei Visioneers angekommen und angenommen, verstehe mich sehr gut mit meinem Team und bin sehr gespannt, was die Zukunft noch bringt!

Auch in diesem Jahr hat unsere Herbstferienschule wieder stattgefunden – und war wieder ein großer Erfolg!

Wir möchten euch erzählen, wie wir die Herbstferienschule 2021 wahrgenommen haben…

Los ging es am Montag, dem 11. Oktober um 10 Uhr: Eine Gruppe Jugendlicher, aus der sich ein paar bereits von vorherigen Ferienschulen mit Visioneers kannten, traf auf viele neue Gesichter, die zum ersten Mal mit dabei waren. Alle waren gespannt und aufgeregt, was sie in den nächsten zwei Wochen erleben und lernen würden!

Der Kurs für die Anfänger:innen wurde von Marc in der Belziger Straße unterrichtet. Die Studentinnen Rebekka und Dana unterstützten ihn dabei an mehreren Tagen. Die Gruppe bestand aus bis zu 10 Teilnehmerinnen aus Osteuropa, Afrika und dem Nahen Osten. Für zwei Wochen konnte diese Mädchengruppe jeweils vormittags ihren Wortschatz aufbauen, Hören, Sprechen und Schreiben üben und die Grammatikkenntnisse auffrischen. Besonders beliebt waren die regelmäßige Artikelgymnastik, deutsche Geburtstagslieder, das Lied mit den Wechselpräpositionen und die lebenspraktischen Übungen zu Themenbereichen wie Arztbesuch, Telefonieren und Einkaufen. Für einige Teilnehmerinnen war das Deutschsprechen vor und in der Gruppe nicht leicht. Nach regelmäßiger Teilnahme und dank der Geduld und der Unterstützung durch die Gruppe, bemerkten die meisten am Ende der zwei Wochen eine neue Sicherheit, wenn sie ein Gespräch auf Deutsch führen sollen.

Die Fortgeschrittenen-Gruppe beschäftigte sich zeitgleich in den neuen Räumen am Sachsendamm unter Anleitung von Miriam und der Praktikantin Daniela mit anspruchsvollen Themen wie dem Deutschen Bundestag und den demokratischen Parteien oder dem Konjunktiv. Insgesamt war diese Gruppe deutlich lebhafter. Besonders beliebt waren diesmal die Spiele Werwolf und TABU. Für die nächste Ferienschule planen wir, im Deutschkurs am Vormittag bei Bedarf noch mehr Bezüge zum Nachmittagsprogramm herzustellen und z.B. Hintergrund-Wissen und Wortschatz zu vermitteln.

Nachmittags ging es nach einem gemeinsamen Mittagessen, oft gekocht von unserem Freiwilligen Gabriel aus Costa Rica, mit einem abwechslungsreichen Freizeitprogramm weiter. Bowling, eine Schnitzeljagd durch Schöneberg oder ein Besuch in Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett in Begleitung unseres Streetworkers Giresse, sorgten dafür, dass die Jugendlichen in ihrer Gemeinschaft gestärkt wurden und sich nachhaltige Freundschaften entwickelten.

Die Feedback-Runde am Ende unserer Ferienschule bestärkt uns in der Überzeugung, den Jugendlichen in dieser intensiven, erlebnisreichen Zeit viel mitgeben zu können, seien es Deutschkenntnisse, das Gefühl von Gemeinschaft, Selbstbewusstsein oder eine neue, vertrauensvolle Anlaufstelle bei Problemen und Schwierigkeiten, die VISIONEERS für sie darstellen kann! Wir freuen uns über alle, die teilgenommen haben und danken der DKJS für die Förderung dieses Projektes!

Wir starten ein neues Projekt! Mit Sport und Gemeinschaft stellen wir uns gegen Gewalt! Wir sind super stolz euch mitteilen zu können, dass eines unserer Herzensprojekte die Förderzusage von Aktion Mensch erhalten hat: Wir dürfen in einem Übergangswohnheim für Geflüchtete mit den Jugendlichen lernen durch Boxtrainings und Kompetenzworkshops mit Aggressionen und Frustrationen umzugehen. Es wird also ordentlich trainiert. Hierbei steht nicht nur unsere körperliche Fitness im Vordergrund, sondern viel mehr auch die Möglichkeit Handlungsalternativen zur Gewalt kennenzulernen. Wir werden uns mit Themen wie Respekt, Provokation, Rassismus, Diskriminierung etc. beschäftigen, uns austauschen und den konkreten Umgang mit solchen Herausforderungen einüben. Außerdem werden wir Exkursionen in Boxstudios machen, inspirierende Lebensgeschichten hören, eine mehrtätige Reise machen und jährlich ein Boxturnier organisieren, was unseren Zusammenhalt richtig prägen wird. Da wir das Projekt bis Ende 2023 genehmigt bekommen haben, ist es möglich, die Jugendlichen längerfristig in ihrem Prozess zu selbstbewussten und selbstwirksamen Persönlichkeiten zu begleiten und eine nachhaltige Veränderung zu schaffen. Giresse und ich haben den August und September fleißig zum Planen genutzt und stehen nun in den Startlöchern. Giresse arbeitet bei uns als Streetworker und Boxtrainer und geht voll in der Begegnung mit den Jugendlichen auf. Ich, Naema, mache momentan mein Praxissemester bei Visioneers und darf als zukünftige Sozialarbeiterin mit dem Projekt so einiges dazulernen. Es wurden Ziele festgelegt, Finanzpläne aufgestellt, Jugendherbergen angefragt, Trainingsabläufe konzipiert und Themeneinheiten geplant. Wir wollen euch gerne mit in unsere Planung hineinnehmen und euch zeigen, was bis Ende des Jahres noch alles auf uns wartet!

Für 2021 wollen wir mit ca. 9 Jugendlichen 7 Boxtrainings veranstalten, bei denen Giresse die Jungs sportlich herausfordert. Sie können neue Fähigkeiten erlernen und angestaute Frustrationen gezielt loswerden. Außerdem führen wir 4 Sozialkompetenztrainings durch. Wir haben uns festgelegt auf die Themen: Umgang mit Streit und Konflikten, Respekt, Umgang mit Gewalt und Aggression und Persönlichkeit und Identitätsentwicklung. Dabei geht es darum, dass wir uns über unsere Erfahrungen austauschen und Handlungsalternativen kennenlernen. Durch Rollenspiele und erlebnispädagogische Elemente können die Jugendlichen das Gelernte und die neuen Erkenntnisse verinnerlichen. Geplant ist außerdem, dass wir 4 Exkursionen und thematische Workshops anbieten. Wir werden beispielsweise ein Boxturnier über Beamer anschauen oder gemeinsam gesund Essen gehen.

Janet, eine ehrenamtliche Mitarbeiterin, die uns bei grafiktechnischen Anliegen immer treu zur Seite steht, hat uns außerdem tolle T-Shirts designt! Hier mal ein kleiner Vorgeschmack auf unser Logo:

Wir halten euch auf jeden Fall auf dem Laufenden und berichten regelmäßig über unsere Erfahrungen. Liebe Grüße!

Das Projekt “Mobile-Jugend-Lernhilfe.Jetzt” führt uns an unterschiedliche Orte Berlins und ich nehme euch mit zu einem Nachmittag in der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung “Luisenstift”.

Um 14:15 laufe ich mit meiner Kollegin vom Büro in Schöneberg los, um ca. 40 Minuten später vor der Tür des Luisenstiftes in Berlin-Zehlendorf zu stehen. Es ist noch relativ wenig los in der Einrichtung, weil die meisten der etwa 12- bis 16-jährigen Kinder und Jugendlichen erst später von der teilweise weit entfernten Schule kommen. Ein paar Kinder sind aber schon da.

Eine von uns beiden bleibt in der unteren Gruppe mit 6 Jugendlichen, während sich die andere in die obere Gruppe, in der 10 Jugendliche wohnen, begibt. Dort oben im Gemeinschaftsraum wartet sie nun auf Schüler:innen mit Schwierigkeiten bei den Hausaufgaben oder anstehenden Klassenarbeiten und bietet entsprechende Nachhilfe an. Meistens sind es einzelne Schüler:innen oder Kleingruppen, die gleichzeitig betreut werden. Während zu Beginn des Schuljahres noch nicht sonderlich viele Hausaufgaben aufgegeben wurden, so beginnt nun die Phase von Klassenarbeiten und Tests, für die wir gemeinsam lernen. 

Auch wurden in der letzten Zeit einige Bewerbungen für Schülerpraktika geschrieben, Bewerbungsgespräche simuliert, sowie auch der Umgang mit einem Computer, Dokumenten, Recherche und Powerpoint geübt. Hierbei konnten sich die Jugendlichen wunderbar austauschen und voneinander lernen!

Mir persönlich macht es sehr viel Spaß für die “Mobile-Jugend-Lernhilfe.Jetzt” ins Luisenstift zu fahren und zu sehen, wie die Betreuung der schulischen Aufgaben auf Entlastung und Dankbarkeit, sowohl von Seiten der Leiter:innen, als auch der Schüler:innen selbst, stößt. Die Lernhilfe ist in der Routine der Einrichtung schon fest etabliert und die Jugendlichen kommen mittlerweile auch eigenständig mit Fragen und Problemen auf mich zu. Ich freu mich darauf die Jugendlichen noch besser kennenzulernen und finde es toll, dass Projekte wie dieses möglich gemacht werden. Ein großes Dankeschön an die “Deutschen Kinder- und Jugenstiftung” und das Luisenstift!

Seit Mitte April diesen Jahres durfte ich im Rahmen meines Praxissemester für 22 Wochen ein Teil des Visioneers-Teams sein und dabei viele wertvolle Erfahrungen sammeln. Doch erst Mal ganz kurz zu mir, ich bin Judith, 22 Jahre alt und ich studiere Soziale Arbeit in Regensburg, doch wie es der Zufall so will hat es mich für mein Praxissemester für ein halbes Jahr vom beschaulichen Bayern ins bunte Berlin verschlagen und – so viel sei schon gesagt – ich habe es definitiv nicht bereut das Leben in der Großstadt einmal auszuprobieren.

Gleich zu Beginn meines Praktikums durfte ich voll in das Projekt „Mobile Jugend-Lern-Hilfe.Jetzt“ einsteigen, bei dem ich jeden Vormittag in einer stationären Wohngruppe für Kinder zwischen 6 und 14 Jahren war und sie beim Homeschooling unterstützt habe sowie eine Zeit lang auch jeweils zwei Nachmittage pro Woche in einer Unterkunft für Geflüchtete und 2 Nachmittage in einer Jugendwohngemeinschaft, wo ich ebenfalls beim Deutsch lernen und Homeschooling helfen durfte, unterwegs war. So habe ich einen guten Einblick in verschiedene stationäre Einblicke erhalten, was super spannend und aufschlussreich für mich war, da diese ja auch ein Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit darstellen. Nachdem sich die Kinder und Jugendlichen nach kurzer Zeit an mich gewöhnt haben und ich mich an sie, habe ich mich jeden Tag auf meine Arbeit in den verschiedenen Einrichtungen gefreut. Wenn alle Schulsachen schnell erledigt waren, war manchmal auch noch Zeit gemeinsam etwas zu spielen oder Zeit um mir das neue Fahrrad eines Kindes anzusehen, welches mir stolz präsentiert wurde. Bis zum Beginn der Sommerferien war ich also relativ wenig im Büro und ganz viel unterwegs wodurch ich auch Berlin besser kennen lernen konnte – was natürlich ein ziemlich cooler Nebeneffekt für mich war 🙂

Mit den Sommerferien startete dann auch die heiße Phase der Vorbereitung für die Sommerferienschule, bei der ich auch viel mitorganisieren durfte. Ich war besonders in die Planung des Nachmittagsprogramms involviert, welches von Volleyball über Bouldern und Museumsbesuche so einiges für die Jugendlichen zu bieten hatte. Doch auch für den Deutschunterricht konnte ich ein Paar Grammatik-Themen mit vorbereiten und dadurch auch mein eigenes Wissen in diesem Bereich ein bisschen auffrischen. Nach ausführlicher Planung und Vorbereitung kam dann der lang ersehnte Tag: der Beginn der Sommerferienschule. Endlich war es trotz Corona möglich, dass eine größere Gruppe an Jugendlichen ganz ohne Bildschirm sondern live und in Farbe zusammen lernen, sich austauschen und Berlin zusammen entdecken konnte. Die zwei Wochen sind wie im Flug vergangen und es war so schön zu beobachten, was für Fortschritte die Jugendlichen im Deutschunterricht machten und besonders auch wie sie als Gruppe zusammengewachsen sind und was für Freundschaften sich entwickelt haben. Umso trauriger war es dann natürlich, dass der letzte Tag der Ferienschule so schnell kam und es schon wieder Zeit zum Abschiednehmen war. Doch einige der Jugendlichen kamen auch so noch zu uns ins Büro für Beratung oder Nachhilfe, sodass ich sie trotzdem noch ab und an sah.

Ein weiterer Bereich meiner Arbeit, der mir mit am meisten Spaß machte, waren auch eben diese Beratungsgespräche, bei denen ich Jugendliche bei den unterschiedlichsten Aufgaben unterstützen durfte. Besonders im Bewerbungsprozess für Praktika oder Ausbildung habe ich die jungen Menschen begleitet aber auch bei der Wohnungssuche oder bei sämtlichen Angelegenheiten mit verschiedenen Ämtern. Die Dankbarkeit der Jugendlichen und dass sie sich mir anvertraut haben hat mich sehr motiviert und natürlich auch, dass wir das ein oder andere Erfolgserlebnis gemeinsam feiern durften. Das alles hat mein Praktikum bei Visioneers unfassbar abwechslungsreich und lehrreich gemacht und ich bin super dankbar, dass ich mit einem so tollen Team arbeiten durfte und einen so vielseitigen Einblick in die Arbeit eines sozialen Vereins bekommen konnte!

Ich habe unseren Streetworker Giresse getroffen, der sich seit einiger Zeit regelmäßig mit Jugendlichen im Rahmen des Projektes “Sport im Park” trifft und sie einlädt, mit ihm gemeinsam, draußen im Park, zusammen Sport zu machen und durch Bewegung in den Austausch zu kommen. Zu diesem Projekt habe ich ihm einige Fragen gestellt – die spannenden Antworten könnt ihr nun hier lesen:

Kannst du mir erzählen, was sich hinter dem Projekt “Sport im Park” verbirgt?

Sport im Park ist entstanden, weil wir in der Corona-Zeit bemerkt haben, dass die Jugendlichen von Zuhause über Zoom Unterricht machen und die ganze Zeit am Handy und Computer sind. Es ist natürlich ein bisschen anstrengend für sie, die ganze Zeit online zu sein und sie haben dadurch auch den Kontakt zu anderen Jugendlichen verloren. Deswegen haben wir uns entschieden, dass wir nach dem Lockdown ein Projekt machen, bei dem wir die Jugendlichen dazu einladen, draußen im Park einfach ein bisschen Sport zu machen und dadurch Beziehungen wieder aufzubauen. Durch den Sport können sich die Jugendlichen wieder bewegen und wir können dadurch eben auch Beziehungen zu ihnen aufbauen. Genauso wie sie auch untereinander Beziehungen knüpfen können. Genau so ist das Projekt entstanden.

Wie läuft ein Treffen von “Sport im Park” ab?

Also ein Treffen dauert insgesamt 2-3 Stunden. Wenn die Jugendlichen kommen, haben wir erstmal ein bisschen Zeit ins Gespräch zu kommen und zu fragen, wie es ihnen geht, wie es in der Schule war und wie ihr Alltag läuft und so weiter. Danach haben wir eine Zeit, in der wir gemeinsam spielen, entweder Basketball, Tischtennis oder Fußball, einfach um ein bisschen locker zu werden und uns aufzuwärmen. Wenn wir mit dem Aufwärmen fertig sind, dann fangen wir richtig an mit dem Sport. Am meisten machen wir Boxen, also Boxen kombiniert mit Fitness und es gibt immer einen bestimmten Aspekt im Training, den ich herausarbeite. Die Jugendlichen sind zum Beispiel frustriert und auch sauer auf irgendwas, weil sie die ganze Zeit Zu Hause bleiben müssen und nur online Unterricht haben. Beim Boxen zeige ich ihnen, wie sie diese Frustration rauslassen können. Ich möchte ihnen zeigen, wie sie mit dieser Aggression umgehen können. Im Boxen nennt man es Sparring, wenn man eins gegen eins kämpft. Die andere Person versucht natürlich einem weh zu tun und wenn du zum Beispiel einen Schlag abbekommst – wie reagierst du dann darauf? Ich möchte den Jugendlichen beibringen, dass sie dann nicht wütend auf die Person losgehen und sie verprügeln, sondern lernen zu kassieren und ruhig zu bleiben. Im Leben wird man immer mal kassieren, aber man kann trotzdem nicht auf alle, Lehrer:innen, Familie oder Mitschüler:innen losgehen und alle verprügeln. Dadurch lernt man damit umzugehen, auch mal etwas einzustecken und das will ich den Jugendlichen mitgeben. In jedem Training sprechen wir über etwas wichtiges, entweder über Respekt oder Strategien, mit denen man mit seinen Aggressionen oder seinem Frust umgehen kann – beziehungsweise darüber, wie die Jugendlichen momentan damit umgehen. Ich nehme jedes Mal einen Aspekt, den ich hervorhebe und frage nach dem Training nochmal, wie es für die Jugendlichen war, wie sie diesen Aspekt wahrgenommen haben, ob sich etwas in ihrem Denken verändert hat und wie sie das finden. Am Ende des Trainings haben wir dann noch eine Zeit, in der wir gemeinsam essen. Das Training an sich dauert also immer ca. 2 Stunden und bis wir dann gegessen haben, dauert es meistens 3 Stunden oder manchmal auch 4 Stunden.

Was motiviert dich das Projekt durchzuführen?

Ich bin leidenschaftlicher Sportler, Fitnesstrainer und Boxer und Sport ist für mich ein Mittel, das viele Jugendliche verbindet. Viele wollen Sport machen, egal ob Fußball, Boxen oder Fitness und ich habe einfach bemerkt, dass ich das nutzen kann um Beziehungen zu den Jugendlichen aufzubauen. Bevor Jugendliche etwas von einem lernen wollen, muss man zuerst eine Beziehung zu ihnen haben, sonst kann man ihnen nichts beibringen und nichts sagen. Genau das ist das Problem, das die Schulen haben. Die Lehrer:innen haben keine Beziehung zu den Jugendlichen und wenn sie etwas erzählen, hören die Jugendlichen ihnen nicht zu.

Was ist für dich die größte Herausforderung bei dem Projekt?

Große Herausforderungen gibt es an sich nicht. Die einzige Herausforderung sind die Stundenpläne der Jugendlichen. Manche haben relativ lange Schule und wenn ich einen Termin festlege, muss ich immer ein bisschen Pingpong spielen, sodass möglichst viele Zeit haben. Wenn nur zwei Jugendliche kommen, muss ich das Training auch mal in so einer kleinen Gruppe durchführen. Die Challenge ist also eine feste Zeit zu finden, zu der alle können. Das ist ein bisschen schwierig.

Wie viele Jugendliche sind normalerweise bei einem Training dabei?

Durchschnittlich sind es immer ca. vier Jugendliche und ich, dann sind wir also zu fünft. Das Ziel ist es, immer so fünf Leute zu haben, die regelmäßig am Training teilnehmen.

Was war bisher dein schönstes Erlebnis bei “Sport im Park”?

Ich glaube es ist einfach diese Begeisterung, die von den Jugendlichen kommt. Wenn sie mir schreiben, auch wenn ich mal ein Training absage und ihnen Bescheid gebe, dass diesmal leider kein Sport im Park stattfinden kann. Wenn sie mir dann von sich aus schreiben und fragen, wann wieder Sport im Park ist und einfach Interesse zeigen, dann ist das ein sehr schönes Erlebnis für mich, weil es mir zeigt, dass das Projekt den Jugendlichen auch etwas bringt.

Was ist deine Vision für “Sport im Park”?

Meine Vision ist es, mit der Gruppe, mit der ich Sport mache, zusammen etwas aufzubauen, mit ihnen zu wachsen und mit ihnen weiter zu gehen. Wir haben zum Beispiel letztes Mal an einem Fußballturnier teilgenommen. Mein Ziel ist es, egal ob es Fußball ist oder Boxen, dass wir auch an Wettbewerben teilnehmen und dass sich die Gruppe wirklich gegenseitig aufbaut, sich gestärkt fühlt und gemeinsam etwas erreicht. Genau das ist meine Vision, dass wir nicht nur dort zusammen Sport machen sondern, dass wir auch als Gruppe etwas zusammen erreichen.

Vielen Dank Giresse, dass du dir Zeit für das Interview genommen hast und dafür, dass du so eine wertvolle Arbeit mit den Jugendlichen leistest! Außerdem möchten wir uns auch ganz herzlich bei den Fördergebern des Projektes “outreach GmbH” und “Bezirksfonds Integration 2021 – integrative “Projekte mit jungen Geflüchteten”” bedanken, die dieses Projekt erst möglich machen!