Mit Uno+ haben die Gründer sicherlich einen sehr passenden Namen für ihr Projekt gefunden. Es bedeutet „ein weiteres” und bezieht sich auf das Ziel, Kinder besser zu fördern und so die Welt positiv zu verändern.
UNO+ wurde 2013 von Kyle und Dennis León in Esterillos Oeste gegründet und betreut heute in Esterillos und an drei weiteren Orten bis zu 70 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 18 Jahren. Neben den Tutorien in Bandera, Esterillos Oeste, Jacó und Parrita soll demnächst noch ein weiteres in La Loma stattfinden. Dazu wurde bereits ein Haus gemietet, dass im Moment renoviert und für die Kinder vorbereitet wird.
Ziel des Projektes ist es, die Kinder und Jugendlichen ganzheitlich zu fördern. Zwei Mal pro Woche werden Tutorien angeboten, in denen die Kinder und Jugendlichen je nach Bedarf bei ihren Hausaufgaben oder der Klausurenvorbereitung unterstützt werden. Zusätzlich können die Kinder und Jugendlichen sich in den Kunst- und Handwerksangeboten kreativ ausleben und während der Sporteinheiten Team- und Kooperationsfähigkeit erlernen.
In allen Angeboten werden christliche Werte vermittelt, um neben der Förderung der Kinder und Jugendlichen auch die Natur zu bewahren. Die Arbeit von UNO+ ist besonders an der Pazifikküste Costa Ricas von großer Bedeutung, da hier die Schulabbrecherquote deutlich höher ist als in anderen Regionen des Landes. Die Tutorinnen und Tutoren hoffen durch ihre Arbeit, den Kindern eine gute Schullaufbahn und somit einen guten Start in ihr späteres Leben ermöglichen zu können.
Sicherlich wird es nicht bei Uno+ bleiben, sondern sich schon bald zu Muchos+, zu „vielen weiteren“ entwickeln.
Nach fast 2 Tagen Reise kamen wir im wunderschönen Esterillos Oeste an: ein kleines Dorf neben Jacó am angeblich längsten Strand Costa Ricas. Nach einem kleinen Zwischenfall mit dem Auto konnten wir unser Apartment beziehen. Sofort fiel uns auf, wie freundlich alle Menschen waren, denen wir begegneten. Natürlich faszinierte uns auch die Schönheit der Natur und die ganzen Tiere, die wir schon auf der Fahrt nach Esterillos sahen. Überall Mangobäume und Kokospalmen, wie im Film! Der Winter in Deutschland war sofort vergessen. Morgens wachten wir mit der Sonne und den Tieren auf.
Am ersten Tag in der Schule spielten wir ein bisschen mit den Kindern, lernten dabei schon ein paar neue spanische Wörter und Spiele und teilten unseren Ferienplan aus. Da wir nicht viel verstanden, machten sich die Kinder natürlich ein bisschen über uns lustig, aber sie waren trotzdem alle sehr lieb. In den nächsten 4 Wochen boten wir eine Art Feriencamp für die Kinder an: 5 mal pro Woche Kunst-, Sport- und Englischunterricht. Dabei hatten wir oft Hilfe von Krissia, die unsere Ansprechpartnerin während der ganzen Zeit war und für fast alles einen guten Tipp parat hatte. Während der ersten Woche im Projekt waren wir als Freiwillige mit Marion zu dritt, was viel Spaß machte, und freitags im Kunstunterricht half uns Esteban, der auch sonst Kunst mit den Kindern macht. Da die Kinder nicht verpflichtet waren zu kommen, saßen wir auch öfter mal allein oder mit nur 2 Teilnehmern im Projekt. Beim Sport waren sie aber immer alle dabei. Sie lernten neue Sportarten extrem schnell und so war der Sportunterricht, der von Ultimate Frisbee und Völkerball geprägt war, immer ein Riesenspaß.
Die Schüler waren zwischen 6 und 14 Jahren und kamen alle aus Esterillos. Unsere Aufgabe war, ihnen schulergänzend ein Programm anzubieten, da sie zu Hause zum Teil wenig Unterstützung bekamen und die meisten Eltern keine abgeschlossene Schulausbildung hatten. Es sollte aber auch ein Freizeitangebot sein, bei dem die Kinder Spaß haben können. Die Zeit im Projekt hat uns viel Freude bereitet. Und obwohl wir die “Professores” waren, haben auch wir einiges gelernt.
„Wie gefährlich!“ – überall, wo wir hinkommen, bekommen wir die gleiche Antwort, wenn wir von Limon 2000 erzählen. Jeder, der dort lebt, scheint schon einmal im Gefängnis gewesen zu sein oder krumme Dinger gedreht zu haben. Unser Gruppenleiter vor Ort, Carlos, schärft uns von Anfang an ein, nicht alleine vor die Tür zu gehen, keine Wertsachen mit uns rum zu tragen und niemandem über den Weg zu trauen. Wir machen uns jetzt ein paar Sorgen, was unseren Einsatz vor Ort betrifft und haben ein wenig Angst davor, was uns erwarten wird. Aber es nützt ja nichts, wir haben uns dazu entschieden, am Projekt teilzunehmen. Gestern sind wir in Costa Rica eingetroffen und wir werden so gut wie möglich von Carlos auf das Projekt sowie auf Land und Leute vorbereitet. Mit einem etwas mulmigen Gefühl und vielen Unsicherheiten machen wir uns auf den Weg nach Limon 2000, einem kleinen Ort in der Nähe der Küstenstadt Limon.
Wir kommen am Samstagnachmittag zusammen mit Carlos am Einsatzort an und sind für einen Moment sprachlos. Nicht vor Angst oder beim Anblick des Dorfes, nein, wir sind überwältigt von den Menschen, die uns empfangen. Wir werden begrüßt, als wären wir alte Bekannte. Jeder freut sich, uns zu sehen und umarmt uns herzlich. Wir scheinen für den Pastor sowie seine Gemeinde, eine enorme Bedeutung zu haben, was uns zum ersten Mal richtig bewusst wird. Unsere Sorgen sind auf einmal verschwunden. Die Herzlichkeit, Wärme und Zuversicht, die uns entgegengebracht werden, lassen alles, was wir über den Ort gehört haben, auf einmal ganz unwichtig werden. Niemals hätten wir damit gerechnet, dass wir so positiv empfangen werden, Wahnsinn! Nachdem wir uns einen Eindruck von der Baustelle gemacht haben, begrüßt uns der Pastor in der Kirche und wir stellen uns kurz der Gemeinde vor. Im Anschluss daran nehmen uns unsere Gastfamilien, bei denen wir für die nächste Woche untergebracht sind, in Empfang.
Die nächste Woche stellen wir uns alle als sehr anstrengend vor, da wir jeden Tag auf der Baustelle arbeiten wollen. Für den Sonntag hat der Pastor die Gemeinde zur Hilfe aufgerufen, die restlichen Tage sollen wir mehr oder weniger alleine arbeiten und den Boden begradigen, Beton gießen und das Dach vorbereiten. In Deutschland benutzt man für sowas moderne Maschinen wie einen Kran, Bagger, oder Ähnliches. Die modernste Technik, die wir hatten: ein Zementmischer, Schaufeln, Hacken, Eimer mit Löchern und ein Stromgenerator, den wir lieber nur aus der Ferne betrachtet haben.
Klingt also nach viel harter Arbeit und wir fragen uns, ob wir das wirklich hinbekommen. Es ist tierisch heiß und außer Jonas hat noch keiner von uns große Erfahrung auf dem Bau. Als wir dann am ersten Arbeitstag beginnen, läuft alles ein wenig schleppend, wir sind vielleicht zehn Leute, wissen nicht genau, was zu tun ist und warten darauf, klare Anweisungen zu bekommen. Im Laufe des Tages kommen aber immer mehr Menschen dazu, um uns zu helfen und das Projekt zu unterstützen, sei es auf der Baustelle direkt oder bei der Zubereitung vom Essen und Erfrischungsgetränken (welche bei 42°C in der Mittagssonne echt nötig sind).
Durch die Unterstützung von professionellen Arbeitern wird schnell klar, was zu tun ist. Wir sind überwältigt von so viel Tatendrang und wissen zum Teil gar nicht mehr, wo wir anfassen können, da so viele Einheimische gekommen sind, um mit anzupacken. Der Pastor bezieht uns immer wieder in seine Gebete mit ein und äußert oft, dass durch unsere Ankunft und unsere Unterstützung eine neue Motivation aufgekommen sei, das Projekt weiter zu führen.
In der ganzen Woche sind so viele Menschen an dem Projekt beteiligt, sodass wir nie alleine sind und unser Wochenziel, den Boden zu betonieren, schon nach 3 ½ Tagen geschafft haben. Wir sind überwältigt und überglücklich. Da uns durch die gute und schnelle Arbeit noch Zeit zur Verfügung steht, halten wir noch Vorträge am College, um über unsere Bildungswege zu erzählen und den Schülern zu erklären, wie wichtig es ist, in die Schule zu gehen und eine Ausbildung zu machen.
Außerdem laden wir die Kids aus dem Dorf ein, mit uns auf dem Kirchplatz Fußball zu spielen. Ihre Begeisterung ist unbeschreiblich und die Neugier und Offenheit, die uns von den Kindern entgegengebracht wird, ist beeindruckend („Wie groß ist Deutschland? Mit was zahlt man da?“…und das wichtigste: „Was kostet eine Playstation?“).
Es war uns allen von Anfang an wichtig, nicht als Truppe Freiwilliger irgendwo hin zu kommen und dort unser Ding zu machen, sondern gemeinsam mit den Einheimischen etwas zu schaffen und Spaß zu haben. Für uns war es deshalb von vorneherein klar, dass wir nicht bevorzugt werden wollten und alle gleich behandelt werden sollten. Man muss vielleicht dazu sagen, dass das nicht ganz der Kultur der Ticos (der Costa Ricaner) entsprach, da bei ihnen der Gast in der Regel besser behandelt wird. Außerdem war es uns wichtig, jeden so anzunehmen, wie er war und als Mensch zu betrachten und unvoreingenommen zu sein, auch wenn wir zum Teil von den erschreckenden Vergangenheiten wussten. Wir begegneten jedem ohne Vorurteile und schenkten jedem ein Lächeln, teilten Essen und Getränke und machten viele Erinnerungsfotos. Wir wechselten uns bei der Arbeit ab und luden die Helfer ein, uns zum Strand zu begleiten, um nach dem Arbeitstag noch ein wenig zu entspannen.
Klar, unser Hauptziel war es, den Bau der Weiterbildungsstätte voran zu treiben und tatkräftig auf der Baustelle mitanzupacken. Es zeigt sich jedoch schnell, dass unser Aufenthalt in Limon 2000 mit erheblich mehr verbunden war: offensichtlich spendeten wir Hoffnung, schenkten Zuversicht und motivierten die Einheimischen, sich mehr für das Projekt zu engagieren. Wir sind unendlich dankbar für die enorme Gastfreundschaft und die umsorgende Art und Weise, die uns von allen und insbesondere von den Gastfamilien entgegengebracht wurden. Auch wenn die Unterkünfte sich deutlich in ihrem Standard unterschieden und jeder Familie unterschiedliche Mittel zur Verfügung standen, so kümmerten sich alle rührend um uns und versuchten, uns jeden Wunsch zu erfüllen. Wir hatten Glück und durften die Zeit bei einer tollen Familie mit Kindern verbringen, mit denen wir uns schnell anfreundeten und die uns jeden Abend zum Spielen in Beschlag nahmen.
Außerdem sind wir für die Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch unseren Organisator Carlos dankbar, der uns mit seiner abenteuerlichen Fahrweise, seiner Arbeitskraft und Ausdauer, seiner musikalischen Ader sowie seiner andauernden Art und Weise, uns zum Lachen zu bringen, beeindruckte.
Wir lachten viel und machten Späße, wir arbeiteten und kamen als Team gut voran. Wir alberten rum, freuten uns über das gute Essen (Reis und Bohnen und Reis mit Bohnen, mal getrennt, mal gemischt, morgens, mittags und abends) und viel zu süße Erfrischungsgetränke. Wir entspannten am Strand und gingen lachend durch den gefährlichsten Ort des Landes. Wir schlossen Freundschaften, wurden Teil einer Familie und weinten beim Abschied.
Wir bekamen letztendlich mehr, als wir geben konnten.
Hoffnung. Freunde. Don’t worry, be happy. Pura Vida. Amen.
„Ich möchte die Arbeit in Casafé unterstützen und den Mitarbeitern eine Hilfe sein!“ Das waren meine Gedanken, als ich mich für drei Wochen Freiwilligenarbeit in einem christlichen Jugendzentrum in Jacó (Costa Rica) entschied. Dieser Entschluss war ein sehr guter und ich bin froh, ihn gefasst zu haben! Diese drei Wochen waren perfekt für mich. Das hört sich jetzt übertrieben an, aber ich habe es die meiste Zeit tatsächlich so empfunden.
Gewohnt habe ich in Casafé – zusammen mit Lisa, Emily und Krissia, die dort die Jugendarbeit machen. Ich habe sie bei ihren verschiedenen Aufgaben unterstützt und einfach mit ihnen gelebt. Beispielsweise habe ich den Teenkreis mitgeplant, Englisch-Nachhilfe gegeben, bei der Hausaufgabenbetreuung geholfen, aber auch gemeinsam mit ihnen gekocht, gebetet und getanzt – einfach den Alltag geteilt.
Die Vorstellung, die ich vor meinem Freiwilligeneinsatz hatte, hat sich mehr als erfüllt. Tatsächlich habe ich es so empfunden, als wurde ich weit mehr beschenkt, als dass ich geschenkt habe! Es war unglaublich, wie herzlich mich alle in ihrem Zuhause aufgenommen und alles mit mir geteilt haben und wie mir alles mögliche, typisch Costa Ricanische gezeigt wurde. Sei es der Bauernmarkt, zu dem wir jeden Freitag gingen, der Wasserfall im Dschungel zu dem wir wanderten, der Nationalpark, den wir gemeinsam besuchten oder auch einfach nur regionale Spezialitäten. Und ganz wichtig: Sogar Surfen wurde mir beigebracht! 😉
Mein Tipp an alle, die als Volunteer nach Costa Rica oder in ein anderes Land gehen: Seid offen für Ungewohntes, bereit zu unterstützen wo es geht, aber auch bereit, euch selbst beschenken zu lassen und die Zeit zu genießen! Dann steht einer tollen Zeit als Volunteer nichts mehr im Weg.
Hat dich die Lust gepackt, auch freiwillig aktiv zu werden? Als Volunteer in Berlin oder auch in Lateinamerika? Dann melde dich bei VISIONEERS. Wir helfen dir gerne dabei, das passende Projekt zu finden. Einen Überblick über unsere Angebote findest du hier.