Warum Fundraising?
Du überlegst einen Freiwilligendienst im Ausland zu machen oder bald geht es vielleicht auch schon bei dir los? Im Rahmen deines Projektes hast du dich dazu bereit erklärt, deine Entsendeorganisation durch das Sammeln von Spenden zu unterstützen. In ein paar Sätzen erklären wir dir zunächst einmal kurz, warum das Engagement der Freiwilligen so wichtig ist.
Allgemeine Tipps zum Thema Fundraising
Bevor du dich ins Abenteuer Fundraising stürzt, empfiehlt es sich, zuallererst einen groben Plan zu erstellen. Dieser sollte dir eine Übersicht über die Fundraising-Aktionen geben, die du durchführen willst. Zudem sollte der Plan die Zielgruppen festhalten, die du mit den verschiedenen Aktionen erreichen möchtest. Danach kannst du deine Aktionen je nach Standort und Zielgruppe individuell gestalten. Generell gilt beim Fundraising: Je früher du anfängst, desto besser. Denn bereits zu Beginn deiner Fundraising-Kampagne werden dir wahrscheinlich Punkte auffallen, die du noch optimieren könntest.
Aktionsideen
Vielleicht ist das Thema Fundraising Neuland für dich und du hast auf Anhieb noch keine konkrete Idee, wie du dich dem Thema nähern sollst. In diesem Dokument haben wir deshalb ein paar Aktionsideen für dich zusammengestellt, die einfach umzusetzen sind und von denen du dich inspirieren lassen kannst.
Fundraising im Verwandten- und Bekanntenkreis: Du könntest in deinem Verwandten- und Bekanntenkreis anfragen, wer dich bei deinem Projekt durch eine Spende unterstützen möchte. Wichtig ist, dass du dich gut über dein Projekt informierst, um deine potenziellen UnterstützerInnen für dein Vorhaben zu begeistern. Anmerkung: Bei Spendenanfragen innerhalb des Bekanntenkreises sollte der/die potenzielle SpenderIn immer direkt und individuell angesprochen werden. Ein Spendenaufruf gerichtet an alle deine FreundInnen in einer deiner WhatsApp-Gruppen geht in der Regel sehr schnell unter.
Spendenbox: Eine der einfachsten Arten, Spenden zu generieren, ist durch eine Spendenbox oder ein Spendenglas. Die kannst du zum Beispiel ganzjährig in deiner Stammkneipe, im Clubheim deines Sportvereins oder in deinem Lieblingscafé aufstellen. Damit die Leute wissen, wofür sie spenden, solltest du ein kleines Plakat oder Infoblatt erstellen. Unser Freiwilliger Henrik hat Spendengläser in den Kneipen seiner Eltern aufgestellt und war mit dieser Aktion sehr erfolgreich. Um seinen UnterstützerInnen etwas zurückzugeben und sie für weitere Spenden zu motivieren, hat er einmal im Monat einen kleinen Bericht über seine Erlebnisse geschrieben, der mitsamt Fotos neben das Spendenglas gehängt wurde.
Anmerkung: Von Vorteil ist es, wenn du in Deutschland jemanden vor Ort hast, der/die ein Auge auf die Spenden hat und das Geld monatlich auf das Projektkonto überweist.
Online-Fundraising: Per Online-Fundraising kannst du ohne
großen Aufwand eine Vielzahl von Leuten erreichen. Es gibt verschiedene Plattformen, bei denen du ein Spendenprofil anlegen kannst. Durch Plattformen wie Betterplace kannst du deine UnterstützerInnen während deines Auslandsaufenthaltes sehr einfach mit Informationen und Neuigkeiten zu deinem Projekt versorgen. Auch Blogs, soziale Netzwerke oder E-Mails können für Spendenaufrufe genutzt werden.
Anmerkung: Einige Spenden-Plattformen, wie zum Beispiel Betterplace, nehmen Gebühren.
Essensverkauf: Eine weitere Möglichkeit, Spenden zu generieren, ist der Verkauf von Kuchen, Waffeln, Hotdogs oder ähnlichem. Feste (z. B. von der Kirchengemeinde, der Stadt oder deiner Straße) oder Sportveranstaltungen bieten für eine solche Aktion immer einen guten Rahmen. Henrik hat in seinem Projektbüro etwa deutsche Kuchen verkauft, Francie und Laura haben beim örtlichen Surfwettbewerb einen kleinen Verkaufsstand aufgestellt. Auf feste Preise haben die Freiwilligen verzichtet; jeder konnte so viel bezahlen, wie er/sie wollte. Da solche Aktionen einem guten Zweck dienen, sind die Leute häufig etwas großzügiger und zahlen in der Regel sogar mehr als du wahrscheinlich als Festpreis angeben würdest. Wichtig ist, dass die potenziellen Kunden auf das Projekt hingewiesen werden, für das die Spenden gesammelt werden. Hier bieten sich Plakate, Infoblätter und das Tragen von Projekt-T-Shirts an.
Anmerkung: Nicht überall kann man mit Essensverkäufen erfolgreich Spenden generieren. Hierbei handelt es sich um eine Aktion, die sich leichter in Deutschland (also vor der Abreise ins Projektland) durchführen lässt. In ärmeren Gebieten innerhalb des Einsatzlandes wird die Kaufkraft erheblich geringer sein.
Flohmarkt: Wenn du einen Schrank voller Klamotten hast, der mal wieder ausgemistet werden müsste, könntest du mit einem Stand auf dem Flohmarkt Spendengelder generieren. Wer zeitlich zu sehr eingespannt ist, kann Kleidung auch online über eine Verkaufsplattform anbieten. Neben Kleidung kannst du natürlich auch andere Dinge für den guten Zweck verkaufen, für die du keine Verwendung mehr hast. Werbung für das Projekt durch Plakate oder Infoblätter kann das Kaufinteresse der potenziellen KundInnen zusätzlich erhöhen.
Nachbarschaftshilfe: Du kannst dir Spendenbeiträge durch kleinere Dienste für deine NachbarInnen oder Bekannten verdienen. Gegen eine kleine Spende könntest du zum Beispiel Brötchen holen, den Hund ausführen, im Garten helfen oder auf Kinder aufpassen.
Spendentour mit dem Fahrrad: Eine besonders coole Idee hatte unser Freiwilliger Patrick. Er ist vor seiner Abreise nach Costa Rica durch Norddeutschland geradelt und hat dabei Spenden gesammelt. Bei einer Spendentour ist es möglich, einen direkten Kontakt zu potenziellen UnterstützerInnen herzustellen. Mit ein bisschen Redegeschick (und der nötigen Fitness) lassen sich so, wie in Patricks Fall, sehr gute Resultate erzielen. Wenn man den SpenderInnen die Möglichkeit gibt, sich auf einem Blog oder ähnlichem weiter über dein Freiwilligenjahr zu informieren, kann man EinmalspenderInnen eventuell sogar dazu motivieren, zu WiederholungspenderInnen zu werden. Wichtig ist, dass du schon im Voraus gut über dein Projekt informiert bist, um die Leute auf der Straße von deinem Vorhaben zu überzeugen. Auch hier ist das Gestalten von Infoblättern und Plakaten zu empfehlen.
Anmerkung: Du solltest die Tour rechtzeitig planen und dir vorher eine Genehmigung ausstellen lassen.
Spenden- bzw. Projektvorträge: Um so viele Personen wie möglich auf dein Projekt aufmerksam zu machen, eignen sich auch Vorträge. Diese könnest du an deiner Uni, deiner alten Schule oder in deinem Sportverein halten. Sowohl Institutionen oder Vereine als auch einzelne Mitglieder können so als SpenderInnen gewonnen werden. Patrick war mit einem Vortrag an seiner ehemaligen Schule sehr erfolgreich, die ihn anschließend mit einem Geldbeitrag unterstützt hat.
Artikel in Schülerzeitungen, Vereinsblättern, lokalen Zeitungen: Weitere Aufmerksamkeit für dein Projekt könntest du durch Artikel in der lokalen Zeitung oder mit anderen Veröffentlichungen gewinnen. Du könntest regelmäßig von deinen Erlebnissen und Erfahrungen berichten und am Ende dezent auf deine Spendenaktion hinweisen.
Veröffentlichung eines Magazins: Wer gerne schreibt und ein paar schöne Fotos von seiner Arbeit und dem Einsatz hat, kann mit einem Magazin zu seinem Freiwilligendienst einen bestehenden Spenderkreis dazu anregen, Wiederholungsspenden zu tätigen. Zusätzlich kann ein Magazin als Aushängeschild dienen, um kleine Familienunternehmen aus dem persönlichen Umfeld oder als SpenderInnen infrage kommende Institutionen anzusprechen und deren Interesse zu wecken.
Anmerkung: Bei einem professionell gestalteten Magazin ist der Arbeitsaufwand entsprechend hoch.
Fundraising-Party: Deine Party muss nicht gleich den Namen „Fundraising-Party“ tragen. Es reicht, wenn du im Rahmen deiner Geburtstags- oder Abschiedsparty auf deine Spendenkampagne hinweist und eine kleine Spendenbox aufstellst. Als Alternative zu Geschenken könntest du um Spenden für dein Projekt bitten.
Sponsorenlauf: Vielleicht schaffst du es, deine alte Schule oder deinen Sportverein für einen Sponsorenlauf zu begeistern, bei dem die UnterstützerInnen für jeden gelaufenen, gefahrenen oder geschwommenen Kilometer einen kleinen Beitrag spenden.
Anfragen bei Unternehmen und Institutionen: Meistens lohnen sich Spendenanfragen bei kleinen bis mittelständischen Unternehmen. Gerade Unternehmen, die eine Tochterfirma in deinem Einsatzland haben oder sogar aus diesem stammen, können als potenzielle SpenderInnen gewonnen werden. Ortsansässige Sparkassen und Volksbanken sind ebenso lokal engagiert und fördern Projekte in ihrer Region. Wenn du Verwandte oder Bekannte hast, die Mitglied im Lions Club oder bei den RotarierInnen sind, kann sich auch hier eine Anfrage lohnen.
Anmerkung: Wichtig ist, Unternehmen und Institutionen stets daran zu erinnern, dass die Spenden steuerlich absetzbar sind.
Tombola: Im Rahmen eines Straßen-, Kirchen- oder Schulfestes könntest du eine Tombola veranstalten. Um Verlosungspreise könnte man im Bekanntenkreis, bei lokalen Firmen oder Geschäften bitten. Losblöcke kann man günstig im Schreibwarenhandel erwerben.
Anmerkung: Die Organisation einer Tombola ist sehr arbeits- und zeitaufwendig. Neben den Preisen müsstest du dich auch um eine Genehmigung beim Ordnungsamt kümmern. Eventuell musst du deine Tombola auch beim Finanzamt anmelden.
Mitbringsel aus dem Einsatzland: Zum Ende des Freiwilligenjahres könntest du Produkte und Souvenirs aus dem Einsatzland mitbringen. Der Verkaufspreis könnte sich zum Beispiel zu 50 % aus der Spende und zu 50 % aus der Kostendeckung zusammensetzen. Je nachdem, wie groß der Spenderkreis ist und wie abwechslungsreich und interessant man die Produkte anbietet, kann man mittlere bis hohe Einnahmen erzielen.
Anmerkung: Bei der Einführung von Produkten aus deinem Projektland nach Deutschland solltest du unbedingt auf die Aus- und Einfuhrbeschränkungen der Reiseländer achten. Außerdem solltest du dir im Vorhinein sicher sein, dass du wirklich genügend Platz in deinem Koffer hast und die von der Airline vorgeschriebene Gepäck-Gewichtsgrenze nicht überschreitest.
Natürlich kostet es am Anfang ein bisschen Mut und Überwindung, aktiv auf die Menschen zuzugehen und sie für Spenden zu motivieren. Hast du aber die ersten Schritte für deine Spenden-Kampagne eingeleitet, wirst du schnell merken, dass Fundraising gar nicht so schwer ist und durch die vielen interessanten Gespräche mit deinen UnterstützerInnen sogar Spaß machen kann. Im folgenden Text berichtet unser Freiwilliger Patrick von den ersten Schritten seiner Fundraising-Kampagne.
Wie sammle ich Spenden für meinen Freiwilligendienst und warum mache ich das?
Ein Bericht von Patrick Brennecke
Mein Name ist Patrick, ich bin 20 Jahre alt und nehme an dem weltwärts-Angebot des VISIONEERS e. V. teil. Im März 2017 bin ich für ein Jahr in die Region Limón nach Costa Rica gereist, um an dem Schulbauprojekt in Limón2000 teilzunehmen.
Für das Zustandekommen meines Projektes ist es wichtig, dass ich bereits vor der Abreise Engagement zeige, denn für einen Teil der Finanzierung muss ich selbst die Verantwortung übernehmen. Dafür sammle ich Spenden. Ich habe die ersten Schwierigkeiten überwunden und dabei schnell erkannt, dass es wichtig ist, sich einen skizzenhaften Plan zu erstellen. Diesen Plan stelle ich euch als einen Ablauf von vier Schritten vor:
Im ersten Schritt machte ich mein Vorhaben einem Kreis an möglichen UnterstützerInnen in meiner unmittelbaren privaten Umgebung bekannt.
Die Zusage für meine Teilnahme an diesem Projekt fiel bei mir in die Vorweihnachtszeit. Die Festlichkeiten boten mir die Möglichkeit, mit der Familie über das Projekt zu reden, und ich beschloss, mir Spenden als Weihnachtsgeschenke zu wünschen. So war ein einfacher Anfang gemacht. Ähnlich bin ich mit meinem Freundeskreis am Silvesterabend verfahren. Hier ging es mir nicht um Spenden als Geschenke, aber darum, mein Vorhaben bekannt zu machen.
Das geweckte Interesse bündelte ich im zweiten Schritt an einem Ort, an dem ich alle Interessierten auf einmal erreichen kann.
Im neuen Jahr habe ich auf der Website betterplace.org eine Online-Kampagne gestartet, die ich den bereits informierten FreundInnen und Familienmitgliedern gezeigt habe. Auf betterplace.org ist es möglich, übersichtlich Neuigkeiten unter allen Interessierten zu verteilen. Ebenso haben diese dort die Möglichkeit, direkt zu spenden.
Im dritten Schritt suchte ich mir eine Partnerinstitution, die mir die Möglichkeit gibt, auch über meine unmittelbare Umgebung hinaus Interesse zu wecken.
Dies ist der Schritt, bei dem ich die meisten Hürden zu überwinden hatte. Meine ersten Versuche richteten sich an größere Unternehmen, die einen Bezug zu Costa Rica haben. Bei jenen prallte ich aber leider ab. Erfolg hatte ich dann, als ich das Interesse mehr auf meine Person lenkte als auf das Land Costa Rica und auf Vereine oder Einrichtungen zuging, die einen persönlichen Bezug zu mir haben.
Ich wendete mich an meine ehemalige Schule und gewann diese als Partnerin. Ich werde dort Informationsveranstaltungen organisieren, und während meines Aufenthaltes in Costa Rica schreibe ich für die SchülerInnen einen Blog. Auf diese Weise kann ich meine SponsorInnen und UnterstützerInnen erwähnen sowie Interesse bei weiteren möglichen UnterstützerInnen wecken. Auch verschaffte mir die Schule den Kontakt zu einem örtlichen Verein, der mein Projekt ebenfalls unterstützen möchte. Schulen, Universitäten, Lions Clubs oder andere Initiativen können vielversprechende PartnerInnen sein und Kontakte vermitteln. Zeitungen geben außerdem die Möglichkeit, über das Vorhaben und dessen SponsorInnen zu berichten.
Nun bemühe ich mich, das Interesse mithilfe der Plattformen und individuellen Maßnahmen stets aufrecht zu erhalten.
Privatpersonen und einige Unternehmen, die mich nun neu unterstützen, informiere ich über meine Kampagne bei Betterplace. Dort mache ich Neuigkeiten bekannt, damit ein Prozess für die UnterstützerInnen zu erkennen ist und mein Projekt lebendig vermittelt wird. Für die Schule verfasse ich zurzeit einen ersten Blogeintrag und organisiere eine Informationsveranstaltung.
Das erste, das man sieht, wenn man VISIONEERS betritt, ist unser Vereinshund Happy. Alle neuen Besucher begrüßt er herzlich mit ein paar „Küsschen“ hier und da, nach typisch spanischer und französischer Art. Happy ist ein großer Sympathieträger für unseren Verein und alle erfreuen sich an seiner Gesellschaft. Besonders die Kinder und Jugendlichen haben Happy gerne um sich herum, weil er neben seiner gemütlichen Seite auch super verspielt und verrückt sein kann. Einerseits liebt es Happy mit uns zu kuscheln, sobald man sich auf das Sofa setzt, andererseits kommt im Park seine wilde und aufmüpfige Seite zum Vorschein, wodurch wir ihm schon öfters hinterher jagen mussten. Täglich kann man als Mitarbeiter die verschiedensten Passanten dabei beobachten, wie sie an unserem Schaufenster stehenbleiben, um Happy neugierig anzuschauen. Und Happy blickt mit seinen großen schwarzen Hundeaugen liebenswert zurück. Er mag es im Mittelpunkt zu stehen und genießt die Aufmerksamkeit. Happy kann gut mit Menschen jeden Alters umgehen, ob mit den älteren Leuten von nebenan oder mit seinem 4 Monate alten Bruder Liam.
Was unser Vereinshund auch noch besonders gut kann? Runter gefallene Essensreste vom Boden auffressen. Zum Boden sauber halten ist so ein Hund im Büro tierisch gut geeignet. Happy liebt zudem auch Spaziergänge bei jedem Wetter und bringt somit Bewegung in unseren Alltag. Ob im Schnee, Regen oder Sonnenschein, Happy mag es draußen zu sein.
Das Happy-Erlebnis, an das wir uns wahrscheinlich immer erinnern werden, geschah vor einigen Wochen. Wir alle waren überzeugt davon, dass Happy entführt wurde und wir ihn nie wieder sehen werden. Eine unbekannte Dame hatte Happy mitgenommen, um mit ihm spazieren zu gehen. Sie meinte, dass sie die Besitzer kennen würde (Zitat: „Ich kenne die Frau mit dem Mann und dem Baby“) und nahm ihn mit vollem Elan mit . Wir standen unter Schock und befürchteten schon ihn nie wieder zu sehen. Glücklicherweise ist die Dame nach einer Weile mit unserem Happy wieder zurückgekommen. Das war ein kleines aufregendes Abenteuer mit einem Happyend. Happy bringt mit seiner munteren Art und Weise einfach gute Laune in unseren Arbeitsalltag und sorgt für so manche lustige Momente auf der Arbeit. Zu guter Letzt muss noch gesagt werden, dass man diesen kleinen Gesellen mit seinem ständigen Lächeln (Dank seines Überbisses) einfach ins Herz schließen muss, denn ohne ihn auf der Arbeit ist man einfach weniger „Happy“.
Seit zwei Jahren unterstützt der VISIONEERS e. V. bereits den Schulbau in Limón 2000. Uns ist dieses Projekt sehr ans Herz gewachsen und wir freuen uns, sagen zu können: Es geht auf die Zielgerade! Die Konstruktion des Hauptgebäudes befindet sich in der letzten Phase. Wir brauchten Geduld und Optimismus, wenn es Baustopps gab. Doch ebenso gab es Zeiten großen Fortschrittes und unzählige UnterstützerInnen. Wie du hier sowie hier lesen kannst, konnten wir auch dieses Jahr wieder das Projekt vor Ort besuchen und mit zahlreichen Händen helfen. VISIONEERS, unsere Partnerorganisation Comunidad Misionera Familar und Limón 2000 sind dankbar. Stolz möchten wir über die Fortschritte dieses Jahres informieren.
Wir fiebern dem Abschluss der Baustelle entgegen und machen uns bereits Gedanken um den Schulbetrieb. Doch unterschätzen wir nicht die anstehende Bauphase: Mit den letzten Schritten wird das Gebäude finalisiert – und je gründlicher wir jetzt arbeiten, desto wohler werden sich die SchülerInnen später in dem Gebäude fühlen. Es gibt noch ungedeckten Bedarf für den Abschluss. Unsere Partnerorganisation hat uns um Unterstützung gebeten: Lasst uns diesen letzten Schritt gemeinsam gehen. Schau dir den Bedarf auch auf der Betterplace-Seite des Projektes an. Auf dieser Seite ermöglichen wir dir, an dem Projekt teilzuhaben und dein Engagement zu zeigen.
Für die Inbetriebnahme der Bildungsstätte musste eine sanitäre Grundversorgung gewährleistet werden. Aus diesem Grund trafen sich im August 2017 zehn deutsche Freiwillige in Costa Rica, um gemeinsam mit den lokalen Arbeitskräften am Innenausbau der sanitären Einrichtungen zu arbeiten.
Während des Einsatzes wurden die Ab- und Zuwasserrohre für die Toiletten, Duschen und Waschbecken verlegt. Um diese mit dem örtlichen Wassersystem zu verbinden, wurde zunächst ein 1,5 Meter tiefer Graben quer über das Grundstück zur Straße ausgehoben. Um das Verlegen der Ab- und Zuwasserrohre zu ermöglichen, blieb der Boden des zukünftigen Bades zunächst offen. Nach Fertigstellung des Wassersystems wurde anschließend eine Schalung aus Wellblech und Drahtgitter gebaut. Zur Begradigung des Bodens wurde dieser mit Kies aufgeschüttet und gefestigt. Anschließend wurde Beton angemischt und eine ca. 10 Zentimeter dicke Bodenplatte in den beiden zukünftigen Bädern gegossen. Mit der Fertigstellung der Bodenplatte endete für die deutschen Freiwilligen der Einsatz auf der Baustelle. Die Bäder waren jedoch noch lange nicht fertig. Die einheimischen Arbeitskräfte sowie freiwillige Helferinnen und Helfer aus der Gemeinde betonierten im nächsten Schritt die Waschtische und die Duschbecken. Auch wurden nun die Wände verputzt, die eben sein mussten für die geplanten Wandfliesen.
Währenddessen wurde auch fleißig im Hauptgebäude gewerkelt. Alle Räume wurden verkabelt, die Wände verschlossen und verputzt und das erste Mal erstrahlte Licht in der Schule. Weiterhin wurde soweit möglich die Zwischendecke aus PVC-Platten verbaut. Das Büro und ein Teil des Versammlungsraums stehen noch aus, doch der Bereich der späteren Klassenräume zeigt, welche Veränderung die Zwischendecke ausmacht.Als all dies geschafft war, kauften wir die Keramikfliesen für den Boden der gesamten Konstruktion. Dann ging es wieder ans Zementmischen, denn auch hier gilt: Ohne ebene Bodenplatte gibt es keinen anständigen Fliesenboden. Zuerst wurden die späteren Klassenzimmer in Angriff genommen, danach der Flur – und nach drei Tagen erstrahlte bereits die Hälfte der Schule in neuem Glanz. In demselben Tempo ging es dann weiter und die Wände wurden gestrichen. Mit viel Hilfe der Gemeindemitglieder waren Flur und der große Raum schnell fertig.
Aber nicht nur in diesen Räumen ging es schnell voran, auch das erste Bad nahm Gestalt an. Dort fanden die ersten Wandfliesen ihren Platz und die Waschtische warteten auf die Waschbecken. Mit allen Fliesen an den Wänden ging es an den Boden und die Toilettenkabinen. Schließlich wurden die Toiletten in die einzelnen Kabinen eingebaut und die Waschbecken erreichten endlich ihren rechtmäßigen Platz.
Wir sind sehr auf das Resultat am Ende dieses Jahres gespannt und bereiten uns nun auf ein gemütliches Weihnachtsfest in den schönen neuen Räumen der Schule vor. Ob wir die Bäder und die letzten Platten der Zwischendecke bis Weinachten fertiggestellt haben werden, wissen wir nicht genau, denn wir sind auf Unterstützung angewiesen. Aber in einem sind wir uns sicher: Im ersten Quartal des nächsten Jahres möchten wir das Hauptgebäude dieser Schule einweihen. Wir fiebern auf den Abschluss der Baustelle hin und machen uns bereits Gedanken um den Schulbetrieb. Doch unterschätzen wir nicht die letzte Bauphase: In den letzten Schritten wird das Gebäude finalisiert und je gründlicher wir jetzt arbeiten, desto wohler werden sich die Schülerinnen und Schüler später in dem Gebäude fühlen. Es gibt noch ungedeckten Bedarf für den Abschluss. Unsere Partnerorganisation hat uns um Unterstützung gebeten – lasst uns auch diesen letzten Schritt gemeinsam gehen!Das ganze Team vor Ort ist stolz auf die Fortschritte und die Gemeinde ist voller Vorfreude. Wir bedanken uns herzlich bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern für dieses erfolgreiche Jahr!
Liebe Grüße von euren VISIONEERS-Freiwilligen in Limón 2000Isabel und Patrick
Ein Artikel aus dem von Patrick Brennecke verfassten Journal „Pura Vida oder Pura Paja“ über den einjährigen Einsatz als Freiwilliger in Costa Rica. Du möchtest mehr von Patricks Welt in Costa Rica erfahren? Du fragst du, was er als Freiwilliger in Costa Rica macht und welche Rolle VISIONEERS e. V. dabei spielt? Dann schau in das Journal! Du findest es hier.
Die Ticos saßen auf den Terrassen ihrer Häuser und alle grüßten lächelnd. Auf der linken Seite kam das Ackerfeld und der darauf arbeitende Señor schaute schwitzend von seinen Bohnenpflanzen auf und winkte. Ich merkte die Sonne auf meine Arme brennen. Wenn ich vom Fahrrad absteige, werde ich anfangen zu schwitzen, aber noch hielt mich der Fahrtwind davon ab. Die bunten Holz- und Betonhäuser zogen an mir vorbei. Der Stromzaun über der Mauer des großen Hauses aus Backsteinen knisterte wie immer und auch der Müllhaufen befand sich an gewohnter Stelle. Die Geier flohen in den nächsten Baum, als ich herankam. In der Kirche besangen ein paar Menschen die Gnade Gottes und nebenan lagen die Männer der Autowerkstatt in ihren Hängematten. Sie hatten keine Kundschaft. Die Pulpería lag auf der rechten Seite der Schotterstraße.
Der Eingang war jedoch an der Hauptstraße und ich musste das Gebäude umrunden. Beim Abbiegen erkannte ich ein paar Schüler aus dem Colegío, der weiterführenden Schule, an ihren beigen Uniformen. Im Colegío unterrichtete ich als Freiwilliger. Vor dem Eingang der Pulpería lag die Kreuzung und auf der anderen Straßenseite die Grundschule. Anfangs unterrichtete ich auch hier, mittlerweile lag mein Fokus auf dem Colegío. Hier an der Kreuzung startete die Straße von Río Blanco, eine meiner Lieblingsrouten mit dem Fahrrad. Oft folgte ich der Straße bis hoch in die Berge. Auch mein Mentor wohnte in dieser Straße. Alles war nah dran, alles konnte ich gut mit dem Fahrrad erreichen. Ich stieg ab und betrat den kleinen Laden mit seinen drei Regalen. Auf kleinstem Raum fand ich hier stets mehr Lebensmittel als in jedem deutschen Supermarkt. „Pura Vida, Mae“, begrüßte mich der Besitzer mit der Faust. Ich schlug ein. Wir kannten uns gut, ich kam oft. Schnell hatte ich in meinen Händen alles, was meine Gastmutter mir zu kaufen aufgetragen hatte und ich stellte mich an die Kasse. „¡Patrick! ¿Cómo estás?“, fragte mich jemand, wie es mir gehe. Ich erkannte Carlos und lächelte. Carlos war einer der Männer, die in Limón2000 an der Schule bauten. Von meinem Haus aus lag Limón2000 in der entgegengesetzten Richtung als die Pulpería. Diese Gemeinde war eine Welt für sich.
Hier lebten die Ärmsten der Armen; hier sah man das Elend in den Straßen und direkt daneben die Kinder mit Murmeln spielen. Als Lehrer zeigte Limón2000 mir stets seine Schokoladenseite. Zu mir waren die Menschen allzeit nett. In diesen Straßen lebte durchaus eine fröhliche Gemeinde – aber auch die Verzweiflung. Meine Gastfamilie hatte Angst vor dem Ort. Sie betraten ihn nie. Ich betrat ihn jeden Abend. In meiner Einsatzstelle gab ich Englischkurse. Menschen lachten nirgendwo anders so viel beim Lernen einer Sprache wie hier. Nach den Kursen war stets bereits Nacht. Dann sah auch ich schon mal Menschen mit Waffen herumschießen. –
„Mir geht es gut“, antwortete ich ehrlich auf Carlos‘ Frage. Wir fingen an über seine Familie zu sprechen und er interessierte sich für die Meinung meiner Eltern zu meinem Leben in Costa Rica. Als wir uns verabschiedeten, beschlossen wir, in der nächsten Woche einen Tag mit seiner Familie und mit Isabel, meiner Mitfreiwilligen, am Strand zu verbringen. Ich schwang mich wieder auf mein Fahrrad und radelte langsam zurück über die bekannte Schotterstraße. Ich passierte die bunten Häuser und die lächelnden Gesichter von Freunden. Zuhause angekommen, erwartete mich meine Gastmutter bereits.
Dankesfeier und Einweihung des ersten Flügels der neuen Schule in Limón2000
Unsere Partnerorganisation, die Asociación Comunidad Familiar Misionera, mit ihrem Repräsentanten und Vorsitzenden Julio Abarca veranstaltete am 18.11.2017 eine Feier mit dem Hintergedanken, Gott und den Unterstützern für die Fortschritte an der Baustelle der Schule in Limón 2000 zu danken. Es wurden dankbar mit Musik und Vorträgen die Fortschritte präsentiert sowie im Anschluss langfristige Unterstützer namentlich erwähnt. Als Repräsentanten von Visioneers und stellvertretend für die
Zusammenarbeit mit deutschen Stiftungen wurde den beiden Freiwilligen Isabel und Patrick gedankt. Visioneers‘ langjähriger Partner für die internationale Koordination, die Coalition Ministries, wurde ebenfalls gewürdigt.
Im Anschluss an die Feierlichkeiten gab es mit Rice’n’Beans ein für den karibischen Teil Costa Ricas traditionelles Gericht und gemeinsam wurde in dem bereits fertiggestellten Flügel der Schule gegessen. An der Veranstaltung nahmen neben der lokalen Gemeinde und Freunden von Julio Abarca, zahlreiche Pastoren aus Costa Rica sowie Guatemala teil. Unter anderem waren der Präsident der Pastorengemeinschaft der Provinz Limón und der Apostel von Costa Ricas größter Kirche anwesend. Auch die Politik zeigte Interesse, wie die Anwesenheit eines Präsidentschaftskandidaten eindrucksvoll zeigte. Die Versammlung derartig vieler Menschen war in der Gemeinde Limón 2000 zuvor ungesehen. Auch für die Zukunft der Schule waren das Wochenende und die Veranstaltung von großer Bedeutung. Es konnte ein
Flügel des zukünftigen Schulgebäudes eingeweiht werden, jedoch sind die Bauarbeiten damit noch nicht beendet. Für einen produktiven Start in das neue Jahr und die mittelfristige Fertigstellung des Hauptgebäudes werden weiterhin Spenden an Baumaterial, ehrenamtliche Mitarbeit auf der Baustelle und finanzielle Unterstützung benötigt. Während der Veranstaltung bot eine Holztruhe die Möglichkeit, Initiative zu ergreifen und sich als Material-, Zeit- oder Geldspender für das Projekt zu engagieren. Ergreife auch du die Initiative und werde ein Teil des Projektes.
Mein Name ist Patrick und ich bin Freiwilliger. Ich wurde von VISIONEERS e. V. entsandt, um für ein Projekt in Costa Rica zu arbeiten. Aufgenommen hat mich die Partnerorganisation Communidad Misionera Familiar. Wenn mein Einsatz mit einer Fotografie zu vergleichen wäre, würden ich als Freiwilliger, meine Entsende- und meine Aufnahmeorganisation jeweils eine Stütze eines dreibeinigen Stativs sein. Nimmt man ein Bein weg, fallen die beiden anderen und das Foto misslingt. Mein Einsatz steht auf einem soliden Fundament, doch das ist noch nicht alles. Es gibt einen größeren Rahmen: weltwärts.
weltwärts ist eine Methode der entwicklungspolitischen Informations- und Bildungsarbeit. Im Jahr 2008 initiierte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung weltwärts in Form eines Programmes. Solange die Teilnahmevoraussetzungen erfüllt sind, können gemeinnützige deutsche Nichtregierungsorganisationen, wie Visioneers e. V., beim Ministerium eine Teilnahme beantragen und das Recht erwerben, weltwärts–Freiwillige zu entsenden.
Anders als bei der Entwicklungszusammenarbeit (ehemals Entwicklungshilfe) geht es in der entwicklungspolitischen Informations- und Bildungsarbeit nicht darum, mit Förderungen und qualifizierten Arbeitskräften Projekte in Ländern des globalen Südens zu unterstützen. Stattdessen stehen das Lernen und Aufklären im Mittelpunkt. Sowohl für den Freiwilligen als auch für die Menschen, mit denen dieser in Kontakt kommt, sind die Erlebnisse ein Erfahrungsgewinn, der einen Lerneffekt nach sich ziehen soll. Fähigkeiten sollen interkulturell ausgetauscht und erworben werden.
In diesem staatlichen Rahmen unterscheidet sich ein weltwärts-Einsatz von privat organisierten Projekten. Die weltwärts-Entsendeorganisationen arbeiten mit den Freiwilligen eine detaillierte Vor-, Zwischen- und Nachbereitung aus. Vorab gibt es ein interkulturelles Training und Erwartungsanalysen, zur Halbzeit des Einsatzes wird die Nachhaltigkeit herausgearbeitet und am Ende das Ergebnis reflektiert. Weiterhin werden die Einsätze von Freiwilligen des weltwärts-Programmes vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert.
VISIONEERS e. V. entsendet im Rahmen von weltwärts Freiwillige in verschiedene Projekte in Costa Rica. Konkrete Informationen zu den Projekten und Partnern sowie die Teilnahmevoraussetzungen findest du hier.
Wer sind wir?
Der VISIONEERS e. V. wurde im April 2015 gegründet und ist ein gemeinnütziger Verein, der soziale Projekte zur Unterstützung benachteiligter Bevölkerungsgruppen entwickelt und mit freiwilligen Helfern umsetzt. Unsere Mitglieder kommen aus unterschiedlichen Ländern und bringen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten auf vielfältige Weise ein. Am Hauptsitz in Berlin setzen wir uns vor allem für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ein.
Wir sind ein internationales Team. Die meisten von uns arbeiten ehrenamtlich im Verein und haben einige Jahre in Entwicklungsländern verbracht, wo sie die Lebensumstände miterlebten. Wir möchten mit dem weltwärts-Programm diese Erfahrungen und Kenntnisse – vor allem von lateinamerikanischen Ländern – für soziales Engagement nutzen und damit die entwicklungspolitische Arbeit unterstützen.
Unsere Mission lässt sich in 3 Punkten zusammenfassen:
Unsere Wertvorstellung von
Freiwilligendiensten
Das weltwärts-Programm gibt uns die Möglichkeit, junge Deutsche zu motivieren und darauf vorzubereiten, in den Brennpunkten aktiv zu werden. Damit werden Vorurteile und Barrieren abgebaut. Jene, die Hilfe benötigen, bekommen diese, und die Helfenden lernen dazu. Alle Beteiligten profitieren voneinander – und dieser Mehrwert ist spürbar. Hier kann jeder seine Fähigkeiten zum Wohle der Gemeinschaft einsetzen.
Der Gewinn des Freiwilligen
Die Freiwilligen machen die Erfahrung des globalen Lernens, das sie dazu befähigt, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu beobachten und diese mit dem eigenen Leben in Verbindung zu setzen. Dies soll den Lernenden dabei helfen, verschiedene Zukunftsvisionen zu entwerfen und über die Rolle nachzudenken, die sie darin übernehmen können, um eine faire und nachhaltige Welt zu schaffen.
Indem wir die Freiwilligenarbeit um die globale Dimension erweitern, können lokale und globale Belange verknüpft werden. Den jungen freiwilligen Helfern werden damit vielfältige Möglichkeiten geboten:
Der Gewinn des Partnerprojektes und der Menschen vor Ort
Das Partnerprojekt wächst mit neuen qualifizierten Mitarbeitern und kann die Projekte vor Ort weiter ausbauen, stabilisieren und festigen. So fördern wir den interkulturellen Austausch und ermöglichen die Übertragung von Fähigkeiten, die vor Ort bleiben, indem sie auf die lokalen Mitarbeiter übertragen werden.
[endif]–Vor dem Hintergrund der engeren globalen Vernetzung zielt unsere Arbeit auch auf die Stärkung interkultureller Beziehungen und den Austausch zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft. Das gilt sowohl für solche, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden, als auch für diejenigen, die in ihrer Heimat aufgrund der sozialen Umstände wenige Chancen auf ein besseres Leben haben. Wir wollen den Menschen helfen, ihre Wege zu gehen. Dafür unterstützen wir sie bei ihren Zielen und Herausforderungen. Nur so ist es möglich, in den sozialen, bildungspolitischen und umweltpolitischen Gegebenheiten gemeinsam eine Veränderung zu bewirken, von der auch kommende Generationen profitieren können. ![endif]–![endif]–![endif]–![endif]–![endif]–
Als wir gebeten wurden, im Rahmen unseres Freiwilligendienstes in Costa Rica bei einem Surfunterricht für blinde und taubstumme Menschen mitzuhelfen, freuten wir uns sehr auf diese neue Herausforderung, waren aber auch gleichzeitig gespannt, wie das funktionieren soll. Wir standen vor ein paar Wochen selbst das erste Mal auf dem Brett und wussten, wie schwer Surfen selbst mit allen verfügbaren Sinnen ist. Umso mehr waren wir fasziniert, wie gut es bei einigen Teilnehmern funktionierte.
Jedem Surfschüler mit Beeinträchtigung stand ein Team aus 4–5 Surflehrern und Freiwilligen zur Seite, um eine gute Betreuung und Sicherheit im Wasser zu garantieren. Der zunächst theoretischen Einführung in die Abläufe und Bewegungen beim Surfen und dem Kennenlernen bzw. Erfühlen des Surfbretts folgte die direkte Umsetzung im brusthohen Wasser. Für eine gute Kommunikation brachten uns die taubstummen Teilnehmer vorab noch ein paar nützliche Ausdrücke in Zeichensprache bei, wie “Alles gut!”, “Ich bin erschöpft.” oder “Hai in Sicht” :-).
Besonders beeindruckt waren wir von Henry, der seit Geburt an blind ist und nach ein paar Versuchen sogar seine erste Welle stand. Im Anschluss erzählte er uns überwältigt, was dies für ein unglaubliches Gefühl für ihn war. Und es blieben nicht seine letzten Surfversuche – beim jährlichen Surfturnier in unserem Wohnort Esterillos Oeste belegte er ein paar Wochen später den 1. Platz in der Kategorie der Surfer mit Beeinträchtigung, faszinierend!
Schaut euch die tollen Impressionen im nachfolgenden Video an, eingefangen vom costa-ricanischen Fernsehen:
Pura Vida,Francie und Laura
Und da stand ich alleine am Flughafen in San José mit meinem Koffer, Handgepäck und einigen Spanischkenntnissen. Mein Ziel war es, meine Unterkunft in Heredia zu erreichen, wo meine Kollegen auf mich warteten. Also stieg ich in das erste Taxi am Flughafen ein und sprach den Taxifahrer mit „habla inglés“ an. In der Tat sprach er ein wenig Englisch. Ich sagte ihm, was mein Ziel sei und so fuhr er gleich los. Die Lichter in San José waren atemberaubend. Die ersten Minuten der Fahrt schweifte mein Blick über die Skyline dieser Stadt bis ich wirklich realisierte, ich bin endlich da, an dem Ort, auf den ich mich schon lange freute. Die Fahrt dauerte ca. 20 Minuten. Ich war ein wenig übermüdet und erschöpft von der langen Reise. Angekommen in Heredia standen wir vor einem Problem: Wir wussten nicht genau wohin, da in diesem Ort keine genauen Straßenbezeichnungen existieren. Ich rief also eine Kollegin an und geriet leider an die Sprachbox. Als er die Stimme der Sprachbox hörte, fragte mich der Taxifahrer, warum wir nicht auf Deutsch miteinander kommunizieren würden. Dies machte einiges einfacher und wir fanden dann auch meine erste Unterkunft.
La Familia/Mi Casa es Su Casa
Bananenplantagen links und rechts um mich herum: Das war die 3-stündige Busfahrt von San José nach Puerto Limón. Die Zeit verging zügig, ich unterhielt mich mit meinen Kolleginnen. Beim Aussteigen aus dem Bus fiel mir als erstes das tropische Klima auf. Mit meinen Kollegen Julius und Chris machte ich mich dann auf zu meiner Gastfamilie. Dort wurde ich sehr herzlich empfangen, als wäre ich ihr eigener Sohn, der nach jahrelanger Abwesenheit wieder nach Hause zurückkehrt ist. Sofort fühlte ich mich sehr wohl bei ihnen, trotz einiger Kommunikationsschwierigkeiten am Anfang.
Trabajar
Und es wurde Licht. Mein Kollege Julius und ich montierten am ersten Arbeitstag die Lichter für die Schule. Dank der Hilfe von unserem costa-ricanischen Kollegen German war es ein Leichtes, die Arbeit zu vollbringen. Um 17:00 Uhr war es dann auch soweit, der erste Arbeitstag war zu Ende. Schaufel oder Hacke? Von Mittwoch bis einschließlich Samstag waren wir nur mit dem Graben eines Grabens für die Rohrverlegung beschäftigt. Es nahm viel Zeit in Anspruch, da wir nur einfachste Werkzeuge hatten und der Graben die Abmessungen von 1,5 m Tiefe, 1 m Breite und einer Länge von 20 m erreichen musste. Die Arbeiten wurden leicht erschwert durch die Hitze und immer wiederkehrende Regenfälle. Durch Unterstützung einer Anwohnerin vor Ort machte es uns allerdings keine Mühe, da sie uns stündlich mit Getränken versorgte. Faszinierend war auch, dass viele Einwohner – egal ob klein oder groß – uns zur Hilfe kamen. Samstag wurde letztendlich der Boden des Badezimmers fertig gestellt.
Ronaldo oder Messi?
Beinahe jeden Abend verbrachte ich Zeit mit meiner Gastfamilie. Aufregend waren die Stadttouren mit meinem Gastvater und Gastbruder. Wenn dies nicht der Fall war, kam ein anderer Höhepunkt: Täglich um 17:00 Uhr spielten wir alle, Kinder und Erwachsene, gemeinsam Fußball und wenn wir pausierten, unterhielten wir uns über Fußball. Wer ist dein Lieblingsspieler? Für welchen Verein würdest du gerne spielen? Und wer spielt besser, Ronaldo oder Messi? So versammelten wir uns und verbrachten ein paar schöne Stunden miteinander. Fußball verbindet eben.
Tranquila
Was ich mitnahm? „Tranquila“ (ruhig), in Costa Rica ist es eine Art von Herzlichkeit und Bescheidenheit. Ich denke, das Wichtigste ist vor Ort gewesen zu sein und geholfen zu haben, indem man selbst Hand angelegt hat. Das sind Erfahrungen, die einem nicht genommen werden können und sie lassen einen wachsen. Mit Sicherheit war es nicht meine letzte Freiwilligenarbeit. Ich bedanke mich für die schöne Zeit.
Euer Amigo aus Österreich
Im April 2017 begann ich mich nach einem Projekt umzuschauen, welches ich in meinen Semesterferien im Sommer unterstützen könnte. Einige Wochen später stieß ich zufällig auf ein interessantes Projekt von VISIONEERS e. V. in Costa Rica. Seit 2015 unterstützt der Verein dort den Bau einer Berufsschule. Einige Male reiste zuvor bereits eine Gruppe deutscher Freiwilliger nach Costa Rica, um gemeinsam mit den Bewohnern von Limón 2000 an der Berufsschule zu arbeiten.
Seit März 2017 leben auch die beiden deutschen weltwärts-Freiwilligen Patrick und Isabel in Limón, mit deren Hilfe zusätzlich soziale Projekte vor Ort durchgeführt werden. Dadurch bekam ich die Möglichkeit, nach dem zehntägigen Einsatz auf dem Bau noch zwei weitere Wochen vor Ort zu bleiben, um die beiden bei ihrer Arbeit zu unterstützen.
Das Projekt passte perfekt zu mir als Lehramtsstudentin und so stieg ich am 6. August in Costa Ricas Hauptstadt San José aus dem Flugzeug. Draußen erwarteten mich bereits Linda, eine Praktikantin von VISIONEERS, sowie zwei Mitarbeiter von der Partnerorganisation Coalition Ministries, die mich herzlich begrüßten. Nachdem ich mich eine Nacht im Hotel von dem anstrengenden Flug erholt hatte, fuhren wir am nächsten Tag gemeinsam nach Limón, wo wir auf weitere Freiwillige trafen und unsere Gastfamilien, in denen wir in der folgenden Zeit wohnten, kennenlernten.
In der darauffolgenden Woche arbeiteten wir gemeinsam an der Fertigstellung der Bäder der Schule. Damit diese in Betrieb genommen werden darf, muss eine sanitäre Grundvoraussetzung gewährleistet sein. Gemeinsam mit den lokalen Arbeitskräften verlegten wir die Ab- und Zuwasserrohre für die Toiletten, Duschen und Waschbecken. Um diese mit dem örtlichen Wassersystem zu verbinden, hoben wir einen fast 1,5 Meter tiefen Graben quer über das Grundstück aus, in dem wir schließlich weitere Rohre verlegten.
In den Bädern füllten wir den Boden mit Erde und Kies auf, begradigten ihn und mischten schließlich Beton an, um die Bodenplatte zu gießen. Besonders viel Spaß hatten wir, als wir uns nach dem anstrengenden Arbeitstag mit einer Wasserschlacht abkühlten. Ein weiterer Erfolg war, dass während der einen Woche Stromkabel verlegt und Steckdosen sowie Lichtschalter montiert werden konnten, sodass nun in allen Räumen der Schule Licht zur Verfügung steht.
Während wir uns in der prallen Sonne durch lehmige Erde voller Steine buddelten und schwere Schubkarren voller Kies schoben, powerten wir uns so richtig aus. Gut, dass die Tico-Mamas (Ticos=Costa Ricaner) uns mit leckerem Frühstück, Mittagessen, Kaffee, Keksen und süßen Getränken versorgten. Mittags saßen wir immer alle zusammen an einer langen Tafel, lernten so das typisch costa-ricanische Essen kennen und hatten interessante Gespräche mit den Einheimischen, die uns gegenüber von Anfang an sehr offen waren und uns von ihrem Leben und ihren Familien erzählten. Mein Lieblingsort nach der Mittagspause war die Hängematte unter den Palmen am Rande des Grundstückes. Wenn sich dann ein paar Einheimische zu mir gesellten, brachten wir uns gegenseitig deutsche und spanische Wörter bei. Ab und zu pflückte einer der Ticos ein paar Kokosnüsse und wir genossen den sehr leckeren Kokossaft. Als wir dann selber ausprobierten, die Kokosnüsse zu pflücken, fanden wir heraus, dass das gar nicht so leicht ist wie es aussieht. Umso stolzer waren wir, als wir schließlich die Kokosnüsse geöffnet hatten und trinken konnten.
Nachdem die Zeit der Gruppenreise zu Ende ging, reisten die meisten Freiwilligen wieder ab. In den darauffolgenden zwei Wochen unterstützte ich zusätzlich Patrick und Isabel bei der Planung und Durchführung von Englischkursen. Diese werden an den Abenden für die Bewohner in Limón 2000 angeboten. Obwohl ich geringe Spanischkenntnisse habe, freuten sich die Teilnehmer sehr, wenn ich sie zum Beispiel bei der Aussprache der englischen Wörter unterstützte. Außerdem hatten sie viel Spaß, wenn sie mich herausforderten, die Begriffe, die sie auf Englisch lernten, auf Spanisch zu nennen. Nie zuvor traf ich Menschen, die so viel lachten, während sie eine neue Sprache lernten.
Während meiner Zeit in Limón 2000 blieb neben der anstrengenden Arbeit auch Zeit, um Costa Rica besser kennenzulernen. Während eines Spaziergangs durch den nahegelegenen Regenwald probierte ich Wasseräpfel, pflückte Limonen und Kakaobohnen und konnte Affen beobachten.
Meine Zeit in Limón ist nun bereits zu Ende. Ich bin froh, dort gewesen zu sein. Ich wurde wieder daran erinnert, mich über Kleinigkeiten im Alltag zu freuen, viel zu lachen, den Tag ganz in Ruhe ohne Stress und Hektik anzugehen und das Leben zu genießen.