Hallo zusammen, ich bin Hanna, 20 Jahre alt, und seit zwei Monaten in Peru bei Atiycuy für meinen Freiwilligendienst.
Es gibt viele Blogbeiträge, die die Arbeit bei Atiycuy gut zusammenfassen und interessante Einblicke geben. Nach zwei Monaten könnte ich es wohl kaum besser machen, also werde ich mich (heute zumindest) nicht darauf konzentrieren. Stattdessen möchte ich etwas allgemeiner über meine ersten zwei Monate sprechen – über das Thema Komfortzone und Diskomfort in meinem Freiwilligendienst.
Die Komfortzone
Ein Thema, das wohl fast Hand in Hand mit einem Freiwilligendienst geht, ist die Komfortzone. „Raus aus der Komfortzone und rein ins Abenteuer!“, „Aus der Komfortzone ausbrechen“ oder „Lernen außerhalb der Komfortzone“. Vielleicht hast du solche Sätze auch schon auf Websites für FSJ-Programme gelesen, oder du erkennst diese Formulierungen aus Bewerbungsschreiben wieder: „Ein Freiwilligendienst ermöglicht es mir, meine Komfortzone zu verlassen und neue Herausforderungen anzunehmen, die mich persönlich und beruflich wachsen lassen.“ Vielleicht hast du sowas sogar selbst in deiner Bewerbung gesagt – ich auf jeden Fall. Das ist alles andere als verwerflich, denn die Erweiterung der Komfortzone ist tatsächlich ein wichtiger Aspekt eines FSJs. Und so habe ich mich in den letzten zwei Monaten auch (halbwegs freiwillig) viel mit meiner eigenen Komfortzone auseinandergesetzt.
Während meines FSJs hat sich alles geändert, was mir zuvor Komfort gegeben hat: die Sprache, die Menschen, meine Routine, der Ort, den ich Zuhause nenne. Statt Brot gibt es hier Reis und statt Indie-Musik läuft im Radio ständig spanische Salsa-Musik. Statt Picknicks oder Chai Latte mit meinen Freundinnen zu trinken, schwimme ich in Flüssen im peruanischen Regenwald. Vintage-Röcke habe ich gegen Wander-„Zipp-Hosen“ getauscht. Die Hunde bellen überall, das Müllauto fährt mit Musik durch die Straße, und an die Frau, die jeden Samstagmorgen laut „TAMALES“ schreit, habe ich mich auch schon gewöhnt. Der Mond ist verkehrt, um 18 Uhr ist es stockdunkel, und das Klopapier kommt nicht ins Klo, sondern in den Mülleimer daneben. Kurz gesagt: Alles ist anders.
Hi, ich bin Antonio und bin nun schon seit etwas mehr als drei Monaten in meinem Projekt. Heute möchte ich dir ein paar Einblicke in mein Leben geben.
Ankunft in der Fundación Viento Fresco
Seit etwa drei Monaten arbeite ich nun schon in der Fundación Viento Fresco in Medellín, Kolumbien. Die Fundación ist Teil der Kirche „Comunidad MDE“, weshalb sie auf Gottes Wort basiert, es predigt und lebt. In der Fundación bieten wir Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 17 Jahren verschiedene Kurse und Aktivitäten nach der Schule an. Dazu gehören drei Fußballkategorien: Sub 9, Sub 13 und Sub 15, Kunstunterricht für die jüngeren Kinder, Musikunterricht, Deutsch- und Englischunterricht. Ich bin verantwortlich für den Deutsch- und Englischunterricht, helfe im Kunstunterricht und führe beim Fußballtraining die Präsenzliste. Manchmal leite ich auch das Aufwärmen.
Hallo!
Mein Name ist Veronika, ich habe sowohl die ukrainische als auch die russische Staatsbürgerschaft und mache meinen Freiwilligendienst bei Visioneers seit September. Es ist kaum zu fassen, aber ich bin schon fast vier Monate in Berlin. Diese Zeit verging wie im Flug, und trotzdem kommt es mir vor, als wäre ich schon unglaublich lange hier – so viele verschiedene Dinge sind passiert!
Vorbereitung auf das Volontariat
Meine Vorbereitung auf das Volontariat war ziemlich chaotisch. Nach einer anderthalbjährigen Reise durch Lateinamerika flog ich direkt nach Paris zu den Olympischen Spielen. Zwischen all diesen Ereignissen beantragte ich mein langfristiges Visum für Deutschland und versuchte, die administrativen Aufgaben zu erledigen, die das Programm verlangte. Doch schließlich war das Visum da, der Vertrag unterschrieben – und ich machte mich auf den Weg nach Berlin!
Meine Anpassung in Berlin
Die Anpassung an Berlin fiel mir relativ leicht, da ich meinen Master in Paris abgeschlossen habe und diese beiden Städte sowie ihre bürokratischen Prozesse in gewisser Weise sehr ähnlich sind. Ich hatte keinen Kulturschock, aber viele Stereotypen über Deutsche und Deutschland wurden widerlegt, und ich begann, die deutsche Kultur besser zu verstehen.
Zunächst fiel es mir schwer, mir vorzustellen, auf Deutsch zu arbeiten (obwohl ich ein Zertifikat in Deutsch habe). In den ersten zwei Wochen hatte ich Angst, etwas nicht zu verstehen oder falsch zu verstehen. Doch mit der Zeit gewöhnte ich mich daran, erkannte, dass man nachfragen kann, wenn man etwas nicht versteht, und begann, solche Situationen als Chance zu sehen, Neues zu lernen und zu erfahren!
Projekte, an denen ich aktiv beteiligt bin
Ich finde es großartig, dass es in unserer Organisation so viele Projekte gibt, in denen immer Raum für Kreativität und neue Ideen ist! Mein erstes Projekt, bei dem ich aktiv mitarbeite, ist der Deutschkurs, in dem wir geflüchtete Jungs aus verschiedenen Ländern in der deutschen Sprache unterrichten. Zusätzlich begleiten wir sie zu Ausstellungen, gehen gemeinsam ins Museum und integrieren sie auf vielfältige Weise in die deutsche Kultur.
In letzter Zeit beschäftige ich mich mit der Alphabetisierung – wir bringen arabischsprachige Jungs, die das lateinische Alphabet nicht beherrschen, das Schreiben und Lesen bei. In den letzten drei Monaten habe ich bereits Ergebnisse gesehen: Jungs, die zuvor kein Wort auf Deutsch lesen oder aussprechen konnten, beginnen, ihre ersten Sätze zu sprechen. Das motiviert mich sehr und gibt mir den Antrieb, kreativ an den Lernprozess heranzugehen!
Im Rahmen des Deutschkurses habe ich auch mein eigenes kleines Projekt organisiert – den Sprachclub. Wir treffen uns mit den Jungs bei einer Tasse Tee und Süßigkeiten und sprechen auf Deutsch über verschiedene Themen. So können wir uns in einer gemütlichen Atmosphäre besser kennenlernen, neue Vokabeln lernen und einfach eine tolle Zeit zusammen haben!
Erste Eindrücke und Wechsel der Unterkunft in Parrita
Am 9. September kam ich nach einer etwa dreistündigen Busfahrt in der kleinen Küstenstadt Parrita an. Hier traf ich zum ersten Mal meinen Chef Diego, bei dem ich ursprünglich bis Ende Dezember wohnen sollte. In seinem zweistöckigen Haus, das für ihn als einzigen Bewohner viel zu groß war, durfte ich mir eines der beiden Zimmer aussuchen. Natürlich entschied ich mich für das größere. Obwohl ich keine Platzprobleme hatte und Diego und ich gut miteinander auskamen, waren die zahlreichen Mückenstiche und Diegos kulinarische Abenteuer, die sich meist auf eher improvisierte Mahlzeiten beschränkten, prägend für meinen ersten Monat in Parrita. Man könnte sagen, der Geschmack seiner Gerichte war „ungewöhnlich“, aber immerhin habe ich dadurch die Kunst der Improvisation in der Küche schnell gemeistert. Umso mehr freute ich mich, als Diego mir nach etwa einem Monat mitteilte, dass er einen neuen Gastgeber für mich gefunden habe.
Seit etwa zwei Monaten lebe ich nun bei Alexon, einem 26-jährigen Koch, der sechs Tage die Woche in einem Café in Jacó arbeitet. Mein Zimmer hier ist deutlich bescheidener als bei Diego. In den ersten Wochen hatte ich nur ein Bett in meinem Zimmer, bevor ich schließlich einen Kleiderschrank bekam. Alexon und ich verstehen uns sehr gut, und unser Verhältnis ähnelt eher dem von Geschwistern als dem klassischen Gastvater-Gastsohn-Verhältnis. Zudem habe ich – wie man es von einem Koch erwarten würde – keine Probleme mehr mit dem Essen, und auch das Mückenproblem hat sich deutlich verbessert.
Hola, mein Name ist Leni und ich bin jetzt schon fast 3 Monate in Costa Rica und es ist erstaunlich, wie schnell die Zeit vergeht, obwohl ich gleichzeitig das Gefühl habe, bereits eine Ewigkeit hier zu sein. Mittlerweile habe ich mich in meinen Alltag in Turrialba und auf der Arbeit im Botanischen Garten des CATIE eingelebt. In diesem Blogartikel werde ich euch diesen etwas näherbringen.
Das CATIE
Der Botanische Garten ist ein Teil des CATIE (Centro Agronómico Tropical de Investigación y Enseñanza), einer akademischen Einrichtung, die sich vorrangig mit der Erforschung der tropischen Landwirtschaft beschäftigt. Auf dem mehrere Hektar großen Gelände werden zum Beispiel tropische Früchte auf ihre wirtschaftliche Nutzbarkeit untersucht oder Student*innen aus verschiedensten Teilen der Welt in der postgradualen Schule unterrichtet. Diese Forschungseinrichtung hat eine große globale Bedeutung, da sie auch eine internationale Samenbank unterhält, die für den Erhalt der weltweiten genetischen Vielfalt sorgt.
Auf dem Gelände des CATIE befindet sich auch der Botanische Garten, in dem ich die meiste Zeit arbeite. Dieser umfasst verschiedene Bereiche, wie den medizinischen Garten, den Garten der Bromelien oder eine Baumschule. Neben der Vielfalt an Pflanzen gibt es im Botanischen Garten auch eine unglaublich hohe Diversität von Vögeln, Insekten und Reptilien.
Arbeitsalltag
Meine Arbeit beginnt immer schon um 7 Uhr morgens, was allerdings kein Problem darstellt, da ich sehr nah am Botanischen Garten wohne. So geht es dann, meist mit dem Fahrrad und mit Gallo Pinto (Reis und Bohnen) gestärkt, für mich zur Arbeit. Dort angekommen, beginne ich jeden Morgen damit, die Pflanzen im Gewächshaus zu gießen. Bis zum Frühstück um 8:00 Uhr fallen dann kleinere Aufgaben an, wie das Auf- oder Abbauen von Tischen und Stühlen für Veranstaltungen in der Ranch oder das Fegen des Büros.
Insgesamt ist die Arbeit im Botanischen Garten sehr abwechslungsreich. Es gibt zwar Aufgaben, die sich wiederholen, wie das Jäten der Pflanzen im Gewächshaus oder das Sammeln von Früchten für einen Ausstellungstisch mit tropischen Früchten für Touristen, aber es kommen auch immer wieder neue Projekte auf mich zu. In den letzten Monaten haben wir immer wieder Zeit im Garten der Bromelien verbracht, um ihn ansprechender zu gestalten. Das neueste Projekt ist die Restaurierung eines zugewachsenen Wanderwegs, der durch den Dschungel hinab zum Fluss führt.
Allerdings ist die Arbeit im Botanischen Garten von Zeit zu Zeit auch körperlich sehr anspruchsvoll, vor allem, da man sehr viel Zeit draußen in der tropischen Hitze verbringt. Dafür hat man immer Abwechslung und einen sehr idyllischen Arbeitsort.
Hi everyone! I’m Milena, and I recently participated in the European Solidarity Corps Humanitarian Aid project ECHAV – Empowering Vulnerable Communities Through Humanitarian Aid Volunteering in Kuth Awendo, Kenya.
For three weeks, I had the incredible opportunity to collaborate with an amazing team of international and local volunteers, diving deep into sustainability through organic agriculture and permaculture. Along the way, I gained a profound understanding of the local culture, food, environment, and how small actions can create significant impacts.
A Typical Day: Planting Seeds of Change
Every day in Kuth Awendo was a mix of learning, hands-on work, and connecting with the community. Mornings began in the fields, where we planted trees, raised vegetable beds, and learned about permaculture. This wasn’t just physical labor—it was a chance to understand the land, tackle challenges like water scarcity, and see how agriculture can drive resilience in rural communities. Afternoons were spent visiting schools to raise awareness about sustainable agriculture, particularly among children, as they are key to building a sustainable future. During the initial days of the project, we worked together to prepare a brochure on best practices for preventing droughts and floods, which included instructions for making organic fertilizer and explained the importance of trees in maintaining the water cycle—a crucial element in a region where water scarcity is a pressing issue. Later, we engaged directly with students, planting trees together and fostering discussions about sustainability, intercultural exchange, and community action. We distributed the brochure we had prepared, ensuring that the students and their families could continue learning long after our project ended.
Teamwork and Community
Living and working with 10 European and 7 local volunteers was an enriching and eye-opening experience. Life in Kenya follows a different rhythm compared to what we’re used to in Europe: water scarcity, limited electricity, and challenging transportation reshaped our daily routines and taught us resilience and adaptability.
Mornings started early, often with helping the cooks prepare breakfast and washing dishes. One of the first tasks each day was lighting a fire for cooking and fetching water to refill the main containers in the facility. Afterward, we headed to the fields to plant tomatoes, beans, corn, and pumpkins. Around lunchtime, we returned home to share a meal, rest during the hottest hours, and then head to schools in the afternoons. The kindness of the organizers and the local community, coupled with the great atmosphere within our team, made me feel at home despite being far from my own country. Sharing meals, work, stories, and jokes strengthened our bonds and highlighted the beauty of collective effort.
The Kuth Awendo community was incredibly welcoming, whether during school visits, community meetings, or village events. From interacting with children at a nearby kindergarten to engaging with curious villagers who wanted to learn more about our cultures and work, the warmth of the people left a lasting impression on me.
Hola, ich bin Marlene und nehme dich mit in mein Leben in Costa Rica.
Arbeit im Projekt Luz Divina
Ich arbeite im Projekt Luz Divina, einer Guardería für 180 Kinder aus Heredia und Umgebung. Die Kinder kommen schon als Babys in die Guardería und verlassen sie mit 12 Jahren wieder, also verbringen sie fast so viel Zeit dort, wie ich zur Schule gegangen bin. Für die meisten Kinder wird die Guardería wie ein Zuhause, da sie dort ihren kompletten Tag verbringen. Genauso schwer fällt ihnen der Abschied, wenn sie die Guardería verlassen müssen – gerade hatten wir den Abschied von 6 Kindern, der für sie sehr emotional war. Ich helfe mit den 7- bis 12-Jährigen, und meine tägliche Arbeit besteht hauptsächlich darin, meine Gruppe durch den Tag zu begleiten und viel mit ihnen zu spielen sowie Aktivitäten zu unternehmen.
Der tägliche Ablauf
Mein Arbeitstag beginnt um 7:30 Uhr und startet meistens mit der Hilfe beim Frühstück. Dabei verteile ich das Essen, räume die Teller weg und wische die Tische ab. Dann gehen wir alle zusammen in die Klasse, und die Kinder haben Zeit, zu tun, was sie wollen. Oft spiele ich etwas mit ihnen, aber ich werde auch häufig gefragt, ob ich etwas zum Ausmalen malen kann. Entgegen meiner früheren Abneigung zum Zeichnen habe ich jetzt viel Spaß daran gefunden. Zusammen mit der anderen Freiwilligen in meinem Projekt bereite ich dann meistens einen Workshop oder Unterricht vor, für den wir immer einen Wochenplan machen. Wir geben Deutsch- und Englischunterricht, machen Musik und Sport mit den Kindern und basteln mit ihnen. Aber wir machen auch einfache Dinge, die wir noch aus unserer Grundschulzeit kennen, wie Stuhltanz oder Pantomime. Das macht mir eigentlich sogar am meisten Spaß.
Hallo, ich heiße Leonhard und bin nun schon seit fast drei Monaten in Costa Rica und absolviere mein Freiwilliges Soziales Jahr im Projekt „Refugio en La Milpa“. La Milpa ist ein sozial schwacher Bezirk in Guararí. Ich konnte hier schon viel Neues lernen und viele schöne, aber auch viele traurige Momente erleben.
Ankunft
Der Start lief ziemlich perfekt. Ich verstehe mich wirklich sehr gut mit meiner Chefin und meiner Gastfamilie. Meine Spanischkenntnisse waren am Anfang zwar wirklich sehr schlecht, haha. Doch meine Gastfamilie hat es mir leicht gemacht. Trotz anfänglicher Sprachbarrieren verstehen wir uns super, und wir lachen sehr viel zusammen. Obwohl ich sie erst seit drei Monaten kenne, fühlt es sich so an, als würde ich hier schon seit Jahren leben. Diese Herzlichkeit sowie die Gastfreundschaft weiß ich wirklich sehr zu schätzen.
Arbeit im Projekt
Mein Projekt, „Refugio en La Milpa“, richtet sich an Kinder, die aus schwierigen Verhältnissen kommen. Die Familienstrukturen sind fast immer zerrüttet – eigentlich alle Kinder wachsen ohne Väter auf und haben oft schlechte Beziehungen zu ihren Müttern. Häusliche Gewalt sowie sexuelle Gewalt sind leider sehr weit verbreitet. Solche Geschichten von den Kindern oder meiner Chefin zu hören, ist oft erschütternd. Besonders heftig war ein zum Glück gescheiterter Suizidversuch eines 10-Jährigen vor kurzem. So etwas nimmt einen schon sehr mit, besonders wenn man die Betroffenen kennt.
Gerade deshalb ist es umso schöner, wenn die Kinder im Refugio unbeschwert lachen können. Ich gebe Mathe- und Englischunterricht an Mittwochen und Freitagen, da die Schule in La Milpa oft nur eine mittelmäßige Ausbildung bietet und die Kinder fast alle verhaltensauffällig sind, wodurch sie häufig Schwierigkeiten beim Lernen haben. Außerdem gebe ich gerade immer donnerstags einen Schachkurs, was nicht nur den Kindern Spaß macht, sondern auch ihre Konzentrationsfähigkeit fördert. Sonst betreue ich die Kinder und organisiere gemeinsam mit dem Team den Alltag im Projekt und helfe beim Kochen und bei anderen Tätigkeiten fürs Projekt.
Dienstags und donnerstags wird im Refugio Essen an die Kinder ausgegeben, das von zwei Frauen liebevoll zubereitet wird. Etwas herausfordernder war die Zeit, als meine Chefin für einen Monat in Kanada war, um Spenden zu sammeln. In diesen vier Wochen war ich zusammen mit den Frauen für das Projekt verantwortlich. Es war eine intensive, aber lehrreiche Erfahrung und dadurch, dass ich immer alleine auf so viele Kinder aufpassen musste, ist mein Spanisch automatisch in kurzer Zeit deutlich besser geworden. Trotz meines damals noch mittelmäßigen Spanisch und der Herausforderung, mit 15 pubertierenden Problemkindern zurechtzukommen, hat letztendlich alles überraschend gut geklappt.
Gemeinschaft im Projekt
Das Refugio bietet den Kindern nicht nur Hilfe im schulischen Bereich, sondern vor allem einen Ort, an dem sie Kind sein dürfen. Wenn sie lachend zu mir rennen, mich umarmen und bei Spielen oder Aktivitäten ihre Sorgen vergessen, geht mir wirklich jedes Mal das Herz auf. Aber das Refugio unterstützt nicht nur Kinder, sondern auch Frauen in La Milpa. Frauen ohne Arbeit werden hier ausgebildet, beispielsweise im Nähen. Sie fertigen waschbare Windeln und Binden für Frauen und Babys an, die nicht nur der Gemeinschaft zugutekommen, sondern ihnen auch helfen, sich ein eigenes Standbein aufzubauen. Neben dem Nähkurs gibt es auch weitere Schulungen, wie Seifen- und Kerzenkurse, die den Frauen neue Fähigkeiten und Perspektiven bieten. Dadurch haben es schon Dutzende Frauen geschafft, sich ein eigenes Standbein zu erschaffen und aus Abhängigkeiten von oft dubiosen Männern, die hier oft in der Drogenszene aktiv sind, zu entkommen.
Der folgende Blog wurde von mir, Sarah, frisch 19 Jahre alt, geschrieben. Ich hoffe sehr, dass die folgenden Zeilen den Leser*innen einen kleinen Einblick in mein Freiwilligenjahr geben können. Sollten Fragen offen bleiben, können diese gerne an meine Mailadresse sa.bey1710@gmail.com geschickt werden.
Mein Wohnort
Ich wohne hier in Turrialba, einer Kleinstadt ungefähr zwei Stunden östlich der Hauptstadt San José, bei einer Gastfamilie. Diese besteht in meinem Fall aus einer 68-jährigen Frau, die bereits in Rente ist. Die meiste Zeit ihres Lebens hat sie als Lehrerin gearbeitet. Sie hat zwei Kinder, die nur einige Straßen weiter wohnen und bereits eigene Familien gegründet haben. Von ihrem damaligen Ehemann ist sie mittlerweile geschieden und lebt, abgesehen von mir, allein in ihrem (wirklich großen) Haus.
Obwohl wir uns in den meisten Dingen überhaupt nicht ähneln, verstehen wir uns sehr gut. Trotzdem verbringen wir nicht viel Zeit miteinander, da wir eine Gemeinsamkeit haben: Wir sind gerne aktiv und in Bewegung und daher selten zur gleichen Zeit zu Hause. Frühstücken tun wir jedoch jeden Morgen zusammen und erzählen uns gegenseitig Neuigkeiten. Ich bin sehr glücklich hier, bei mir zu Hause. Eine Hündin namens Sofia (kurz: Sofi) sowie schätzungsweise zehn Vögel sind meine tierischen Mitbewohner. Sie helfen mir ein wenig dabei, die Sehnsucht nach meinen beiden Hunden in Deutschland zu unterdrücken.
Meine Arbeitsstelle
Mein Arbeitsplatz während meines Freiwilligendienstes ist die Guardería „Emmanuel“. Dabei handelt es sich um eine Art Zusammenschluss aus Krippe, Kindergarten und Hort. Wir betreuen Kinder im Alter von 3 Monaten bis 12 Jahren.
Ich erreiche die Guardería morgens mit dem Bus, da sie im Nachbarort La Suiza liegt, etwa 20 Minuten entfernt. Mein Alltag sieht wie folgt aus:
- 7:30 Uhr: Mein Tag beginnt in der Küche mit Abwasch sowie der Vorbereitung von Früchten für den Snack und Salat für das Mittagessen. Hier bleibe ich meist bis 10:00 Uhr.
- 10:00–11:00 Uhr: In dieser Stunde habe ich keine feste Aufgabe und helfe dort, wo Unterstützung gebraucht wird. Zurzeit dekoriere und bastle ich für Weihnachten – hier startet das schon im September, sobald der Unabhängigkeitstag (15. September) vorbei ist!
- 11:00 Uhr: Zusammen mit einer Kollegin bringe ich die Kinder bis zu 3 Jahren zum Schlafen.
- 12:00–13:00 Uhr: Meine Pause. Bis 12:30 Uhr esse ich das Mittagessen, das mir die Guardería zur Verfügung stellt (meist Salat, Reis und eine wechselnde Proteinquelle wie Bohnen, Kichererbsen oder Linsen). Danach entspanne ich mich kurz.
- 13:00 Uhr: Die Kinder werden aufgeweckt. Wir wechseln ihre Kleidung, machen ihre Haare und ziehen ihnen die Schuhe an.
- 14:00 Uhr: Die Kinder bekommen ihren zweiten Snack, meist Gebäck wie Pancakes.
- 15:00 Uhr: Meine letzte Arbeitsstunde verbringe ich entweder in der Küche oder spiele, singe und tanze mit den Kindern.
Normalerweise sollen Freiwillige täglich 8 Stunden arbeiten. Da mein Arbeitsweg länger ist und die Busse nur stündlich fahren, arbeite ich etwa 7,5 Stunden täglich und bin meist erst gegen - 16:00 Uhr wieder in Turrialba. Grundsätzlich bin ich aber sehr zufrieden mit meiner Arbeitsstelle. Die Kinder sowie meine Kolleg*innen sind offen und herzlich, was mir das Arbeiten sehr angenehm macht.
Normalerweise sollen Freiwillige täglich 8 Stunden arbeiten. Da mein Arbeitsweg länger ist und die Busse nur stündlich fahren, arbeite ich etwa 7,5 Stunden täglich und bin meist erst gegen 16:00 Uhr wieder in Turrialba. Grundsätzlich bin ich aber sehr zufrieden mit meiner Arbeitsstelle. Die Kinder sowie meine Kolleg*innen sind offen und herzlich, was mir das Arbeiten sehr angenehm macht.
Hi, ich bin Annika und mache einen Freiwilligendienst mit weltwärts im Projekt „Luz Divina“.
Ankunft und erste Eindrücke in Costa Rica
Mittlerweile sind bereits drei Monate vergangen, seit ich mit dem Flieger in San José gelandet bin und mein Auslandsjahr hier in Costa Rica begonnen hat.
Es fühlt sich fast surreal an, wie schnell die Zeit vergangen ist. Ein Viertel meines Jahres hier ist bereits um, und ich kann und will es gar nicht glauben.
Meine ersten zwei Wochen habe ich auf der Kaffeefinca von Visioneers verbracht, wo ich einen Sprachkurs mitten in wunderschöner Natur gemacht habe. Die Umgebung war einfach traumhaft – Wasserfälle, Kaffeeplantagen und die Ruhe der Landschaft haben den perfekten Einstieg in mein Abenteuer gebildet. Danach ging es weiter nach Heredia, einer nördlichen Provinz von San José. Hier lebe und arbeite ich nun in einer Kleinstadt, die nicht allzu weit von der Hauptstadt entfernt ist.
Meine Arbeit in der Guardería
Mein Arbeitsort ist eine Guardería, eine Mischung aus Kindergarten und Hort. Die Einrichtung hat das Ziel, Kinder durch Bildung, Gesundheitsförderung und Entwicklungsunterstützung aus der Armut zu helfen. Wir betreuen verschiedene Gruppen von Kindern im Alter von 3 Monaten bis 12 Jahren. Sobald die Kinder 12 Jahre alt sind, endet ihre Zeit in der Guardería, und sie können ein technisches Colegio besuchen. Dort erwerben sie praktische Fähigkeiten, die ihnen später helfen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen und sich möglicherweise sogar ein Studium zu finanzieren.
Es ist ein großartiges Gefühl, bei einem Projekt mitzuwirken, das eine so bedeutungsvolle und schöne Mission verfolgt. Besonders gefällt mir, dass wir viele Freiheiten haben, unsere eigenen Ideen und Aktivitäten mit den Kindern umzusetzen.