Das war mal ein wirklich großes Vorhaben für VISIONEERS – nachdem wir dieses Jahr endlich neue Räumlichkeiten am Sachsendamm gefunden hatten, um unsere Jugendarbeit noch weiter vorantreiben zu können, standen wir eigentlich erst am Anfang der ganzen Aufgabe: Die neuen Gewerbeflächen befanden sich noch komplett im Rohbau und mussten von Grund auf saniert und ausgebaut werden – ein gigantisches Projekt, doch wir ließen uns nicht unterkriegen und wussten: Gemeinsam sind wir stark, wir schaffen das!

Gesagt, getan: Täglich wurde auf der Baustelle geschraubt und gehämmert, verputzt, gebohrt, gemalt und eingerichtet. Und zwar von uns selbst! Mit stetiger Hilfe unserer Freiwilligen, Praktikant:innen, Angestellten, Freunde und Freundinnen, ja sogar vom VISIONEERS-Nachwuchs persönlich wurde es Tag um Tag “wohnlicher” am neuen Standort. Auch im Rahmen von “Corporate Volunteering” kamen mehrfach Berliner Firmen zu uns, deren Angestellten sich bei uns sozial engagierten und fleißig bei den Arbeiten unterstützten. Zudem nahmen wir in diesem Projekt einige junge Menschen bei uns auf, die ihre Sozialstunden ableisten mussten.

Und auch wenn es beizeiten wie ein nie endendes Vorhaben aussah, konnten wir Ende September bereits den ersten großen Teilerfolg verzeichnen: Der erste Tag im neuen Büro war gekommen und die frohe Botschaft nach der Begehung der Senatsverwaltung lautete: Die Betriebserlaubnis steht – die geplante teilstationäre Einrichtung bekommt das lang ersehnte Go!

Trotz Erleichterung und Freude soll es aber direkt weitergehen – denn wir haben noch viel vor: Die teilstationäre Einrichtung und das Büro der nationalen Arbeit sind nur zwei von vier Einheiten am neuen Standort. Auch die Jugendarbeit soll perspektivisch komplett an den Sachsendamm umziehen – hierfür werden zwei weitere Einheiten umgebaut und saniert, allerdings müssen wir dies aufgrund fehlender finanzieller Mittel vorerst verschieben.

Schon für den Boden der Räume brauchen wir für die zwei Einheiten fast 6000 Euro, die wir leider gerade nicht haben. Wir bitten daher um Unterstützung in dieser Angelegenheit – ihr wollt uns helfen, die Räume fertig zu bekommen? Wir freuen uns über Spenden jeder Art! Danke für eure Hilfe!

Wow, drei Monate ist es schon her, dass ich in das Flugzeug gestiegen bin. Das Flugzeug, das mich nach Bulgarien brachte. In ein Land, welches mir völlig fremd war, mit dem ich keinerlei Assoziationen hatte und bei dem ich überhaupt nicht wusste, was ich mich erwartet.

Mit einem riesigen Koffer voller viel zu warmer Kleidung (der bulgarische Sommer hatte keine Gnade mit mir), Erwartungen aber auch Unsicherheiten und Zweifeln ging es los.

Ich war Teil eines Projekts, welches 25 Freiwillige aus allen Teilen Europas in der Stadt Blagoevgrad (oder wie es die Locals nennen: „Blago“) zusammenbrachte. Wir verbrachten unsere Zeit damit, gemeinsam Aktionen und Events zu planen, welche die Möglichkeit bieten sollten, Kontakt zu Bulgarier:innen herzustellen und ein wenig mehr Leben in die, recht kleine und vor allem in den Semesterferien doch recht schläfrige, Stadt zu bringen. Auch wenn sich das, auch aufgrund der Skepsis einiger Bulgar:innen uns gegenüber, zum Teil als eine große Herausforderung darstellte, schweißte es uns, 25 junge Menschen aus verschiedensten europäischen Ländern, die aus unterschiedlichsten wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Umfeldern stammen, sehr schnell zusammen.

Ich war überrascht und begeistert, wie schnell sich ein Gruppengefühl entwickelte, Freundschaften entstanden und was für eine kleine Rolle unsere Unterscheide untereinander spielten. Schnell wurde klar, dass die 31 Tage, die wir gemeinsam hatten, doch vielleicht viel zu kurz wären und niemals ausreichen würden, um alles zu sehen und zu erleben.

Wir versuchten also, jede freie Sekunde zu genießen, stellten uns gemeinsam den vermeintlich einfachsten Aufgaben, die sich häufig doch als schwierig herausstellten (Habt ihr schon einmal versucht, Mehl in einem bulgarischen Supermarkt zu finden?) und taten vor allem eines: Reisen.

Bulgarien bietet sehr viel. Von verlassenen Klostern in den Bergen über wunderschöne Altstädte bis hin zu traumhaften Stränden findet man dort alles. Dazu liegt Bulgarien auch noch zwischen zwei Ländern, die bei vielen von uns schon lange auf der „Bucket-List“ standen: Griechenland und die Türkei. Und so nutzen wir also die Wochenenden, um so viel möglich zu sehen.

Eine Woche, nachdem wir eine Menge an griechischem Essen in Thessaloniki verdrückt hatten, fanden wir uns in der überfüllten Metro in Istanbul wieder, mit dem Wissen, dass wir wenige Tage später im Bus nach Nordmazedionen sitzen würden, um uns dort in einem kleinen Dorf traditionelle Tänze anzusehen.

Als ich also nach einem interessanten Monat voller neuer Eindrücke, tollen Gesprächen und vor allem mit Freunden in allen Teilen Europas wieder ins Flugzeug stieg war mir klar, dass alle anfänglichen Zweifel völlig umsonst waren und dass ich mich noch sehr lange an diese Erfahrung erinnern werde.

Für diejenigen, die mich noch nicht kennen: Ich bin Andrés aus Costa Rica und mache seit 6 Monaten meinen Freiwilligendienst in Deutschland. Heute möchte ich euch von meinen Erfahrungen berichten, die ich in den letzten drei Monaten bei meiner Einsatzstelle gemacht habe. Dort haben wir mit der Arbeit an einem Gebäude begonnen, das für soziale Zwecke genutzt werden soll und viele geflüchtete Kinder und Jugendliche in Deutschland erreichen wird, die hier ein neues Leben beginnen.

Ich muss zugeben, dass das alles sehr neu für mich war. Aber ich bin jemand, der sehr schnell lernt und immer sein Bestes gibt. In den ersten Monaten begannen wir, den Innenausbau von Grund auf durchzuführen. In diesen Monaten haben wir mit Hilfe anderer Freiwilliger gelernt, sehr gut im Team zu arbeiten und dafür zu sorgen, dass sich die Mühe lohnt.

Wir haben mit dem Fußboden, der Decke und den Badezimmern angefangen, machten große Fortschritte und ich bin froh, zu wissen, dass durch meine Arbeit viele Kinder und Jugendliche in diese Räume kommen können. Dort werden sie immer Unterstützung finden und sich bei unserem Team wie zu Hause fühlen können.

Heute, nach drei Monaten, sind wir ein ganzes Stück weitergekommen, und ein Raum ist komplett fertig ✅ Wir freuen uns, mit diesem neuen Projekt begonnen zu haben und hoffen, dass es ein Segen für viele und für viele Jahre sein wird.

Ciao amici,

Genau vor einem Monat war es endlich soweit: Das Abenteuer für mich, Jule & 19 Jahre alt, begann!

Ehrlich gesagt wusste ich vor meiner Ausreise nicht wirklich, was mich im Projekt an der italienischen Adriaküste erwarten würde, sodass ich relativ planlos, aber auch optimistisch und voller Vorfreude in den Zug stieg. „Es wird schon eine tolle Zeit werden!“, sagte ich mir und diese Hoffnung hat sich bisher glücklicherweise bestätigt. Nachdem sich meine Ausreise wegen eines Generalstreiks der Deutschen Bahn (danke dafür…@DB) um zwei Tage nach hinten verschob, ging es heute vor genau einem Monat endlich los: 15 Stunden in fünf verschieden Zügen mit zwei großen Koffern und einem schweren Rucksack unterwegs. Abends kam ich erschöpft, aber auch glücklich in der WG an, in der mich meine französische und spanischen Mitbewohnerinnen herzlich in Empfang nahmen. Und am gleichen Abend ging es schon weiter zum Pizza essen, eine Tradition am Anreisetag der neuen Freiwilligen.

Am Folgetag begann meine Arbeit im Projekt: Ich arbeite in einem interkulturellen Zentrum namens „Le Rondini“, welches Nachmittagsbetreuung für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 16 Jahren anbietet. Gemeinsam mit anderen Freiwilligen, Ehrenamtlichen und Hauptberuflichen unterstütze ich die ca. 25 Kinder bei ihren Hausaufgaben. Anschließend organisieren wir Freiwilligen verschiedenste Freizeitaktivitäten: Zum Start der Woche bringen wir den Kindern spielerisch die englische Sprache näher, dienstags lautet das Motto des Tages „Sport & Tanz“, mittwochs ist der „giorno creativo“. Am nächsten Tag bereiten wir mit den Kindern zusammen die „merenda“, den Nachmittagssnack, zu, oder kochen gemeinsam. Freitags beenden wir die Schulwoche mit einem Filmenachmittag. Auch das Fußballspielen und andere Ballspiele auf der Piazza Garibaldi, dem Hauptplatz der Stadt, macht uns allen viel Spaß.

Im Zentrum treffen Kinder verschiedenster Nationalitäten aufeinander. Die Mehrheit der Kinder ist nicht in Italien geboren. Die Förderung und Sensibilisierung des kulturellen Austauschs und der Integration sind wichtige Leitmotive mit dem Ziel, die soziale Ausgrenzung zu bekämpfen und die persönlichen Einstellungen des Einzelnen ohne soziale Konditionierung herauszustellen.

Meine Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in einem multikulturellen Umfeld macht mir großen Spaß! Es ist toll zu sehen, wie schnell mich die Kinder ins Herz geschlossen haben und wie sie sich jeden Tag freuen, wenn wir Freiwilligen zur Arbeit kommen. Allerdings ist es auch häufig ziemlich anstrengend: Einige Kinder sind lernschwach und benötigen viel Unterstützung und Zuspruch bei ihren Hausaufgaben Auch die sozialen Kompetenzen mancher Kinder sind ausbaufähig. Dennoch bin ich sehr froh in diesem Projekt, insbesondere wenn ich sehe, wie die Kinder kleine Fortschritte machen.

An unseren freien Tagen unternehmen wir Freiwilligen viel: Wir besuchen andere Städte, gehen am Strand spazieren, treffen andere Freiwillige und auch italienische Freunde, die wir hier kennengelernt haben. Ich war sogar schon mit ein paar der Mädels in Urlaub in Napoli und Pompeji. Mir gefällt das Zusammenleben in der WG sehr, insbesondere wenn wir uns abends in der Küche treffen zum Quatschen, Deeptalk oder Musik (unseres Lieblingssängers Gazzelle:)) hören & tanzen, ist die Atmosphäre perfekt.

Allgemein kann ich nur sagen, der Freiwilligendienst in Senigallia macht mir Spaß, ich fühle mich sehr wohl hier und bin froh, dass sich mir diese Möglichkeit geboten hat! Ich freue mich schon auf die restlichen neun Monate hier:)

Baciiiii e arrivederci!

Das Projekt “Mobile-Jugend-Lernhilfe.Jetzt” führt uns an unterschiedliche Orte Berlins und ich nehme euch mit zu einem Nachmittag in der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung “Luisenstift”.

Um 14:15 laufe ich mit meiner Kollegin vom Büro in Schöneberg los, um ca. 40 Minuten später vor der Tür des Luisenstiftes in Berlin-Zehlendorf zu stehen. Es ist noch relativ wenig los in der Einrichtung, weil die meisten der etwa 12- bis 16-jährigen Kinder und Jugendlichen erst später von der teilweise weit entfernten Schule kommen. Ein paar Kinder sind aber schon da.

Eine von uns beiden bleibt in der unteren Gruppe mit 6 Jugendlichen, während sich die andere in die obere Gruppe, in der 10 Jugendliche wohnen, begibt. Dort oben im Gemeinschaftsraum wartet sie nun auf Schüler:innen mit Schwierigkeiten bei den Hausaufgaben oder anstehenden Klassenarbeiten und bietet entsprechende Nachhilfe an. Meistens sind es einzelne Schüler:innen oder Kleingruppen, die gleichzeitig betreut werden. Während zu Beginn des Schuljahres noch nicht sonderlich viele Hausaufgaben aufgegeben wurden, so beginnt nun die Phase von Klassenarbeiten und Tests, für die wir gemeinsam lernen. 

Auch wurden in der letzten Zeit einige Bewerbungen für Schülerpraktika geschrieben, Bewerbungsgespräche simuliert, sowie auch der Umgang mit einem Computer, Dokumenten, Recherche und Powerpoint geübt. Hierbei konnten sich die Jugendlichen wunderbar austauschen und voneinander lernen!

Mir persönlich macht es sehr viel Spaß für die “Mobile-Jugend-Lernhilfe.Jetzt” ins Luisenstift zu fahren und zu sehen, wie die Betreuung der schulischen Aufgaben auf Entlastung und Dankbarkeit, sowohl von Seiten der Leiter:innen, als auch der Schüler:innen selbst, stößt. Die Lernhilfe ist in der Routine der Einrichtung schon fest etabliert und die Jugendlichen kommen mittlerweile auch eigenständig mit Fragen und Problemen auf mich zu. Ich freu mich darauf die Jugendlichen noch besser kennenzulernen und finde es toll, dass Projekte wie dieses möglich gemacht werden. Ein großes Dankeschön an die “Deutschen Kinder- und Jugenstiftung” und das Luisenstift!

Seit Mitte April diesen Jahres durfte ich im Rahmen meines Praxissemester für 22 Wochen ein Teil des Visioneers-Teams sein und dabei viele wertvolle Erfahrungen sammeln. Doch erst Mal ganz kurz zu mir, ich bin Judith, 22 Jahre alt und ich studiere Soziale Arbeit in Regensburg, doch wie es der Zufall so will hat es mich für mein Praxissemester für ein halbes Jahr vom beschaulichen Bayern ins bunte Berlin verschlagen und – so viel sei schon gesagt – ich habe es definitiv nicht bereut das Leben in der Großstadt einmal auszuprobieren.

Gleich zu Beginn meines Praktikums durfte ich voll in das Projekt „Mobile Jugend-Lern-Hilfe.Jetzt“ einsteigen, bei dem ich jeden Vormittag in einer stationären Wohngruppe für Kinder zwischen 6 und 14 Jahren war und sie beim Homeschooling unterstützt habe sowie eine Zeit lang auch jeweils zwei Nachmittage pro Woche in einer Unterkunft für Geflüchtete und 2 Nachmittage in einer Jugendwohngemeinschaft, wo ich ebenfalls beim Deutsch lernen und Homeschooling helfen durfte, unterwegs war. So habe ich einen guten Einblick in verschiedene stationäre Einblicke erhalten, was super spannend und aufschlussreich für mich war, da diese ja auch ein Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit darstellen. Nachdem sich die Kinder und Jugendlichen nach kurzer Zeit an mich gewöhnt haben und ich mich an sie, habe ich mich jeden Tag auf meine Arbeit in den verschiedenen Einrichtungen gefreut. Wenn alle Schulsachen schnell erledigt waren, war manchmal auch noch Zeit gemeinsam etwas zu spielen oder Zeit um mir das neue Fahrrad eines Kindes anzusehen, welches mir stolz präsentiert wurde. Bis zum Beginn der Sommerferien war ich also relativ wenig im Büro und ganz viel unterwegs wodurch ich auch Berlin besser kennen lernen konnte – was natürlich ein ziemlich cooler Nebeneffekt für mich war 🙂

Mit den Sommerferien startete dann auch die heiße Phase der Vorbereitung für die Sommerferienschule, bei der ich auch viel mitorganisieren durfte. Ich war besonders in die Planung des Nachmittagsprogramms involviert, welches von Volleyball über Bouldern und Museumsbesuche so einiges für die Jugendlichen zu bieten hatte. Doch auch für den Deutschunterricht konnte ich ein Paar Grammatik-Themen mit vorbereiten und dadurch auch mein eigenes Wissen in diesem Bereich ein bisschen auffrischen. Nach ausführlicher Planung und Vorbereitung kam dann der lang ersehnte Tag: der Beginn der Sommerferienschule. Endlich war es trotz Corona möglich, dass eine größere Gruppe an Jugendlichen ganz ohne Bildschirm sondern live und in Farbe zusammen lernen, sich austauschen und Berlin zusammen entdecken konnte. Die zwei Wochen sind wie im Flug vergangen und es war so schön zu beobachten, was für Fortschritte die Jugendlichen im Deutschunterricht machten und besonders auch wie sie als Gruppe zusammengewachsen sind und was für Freundschaften sich entwickelt haben. Umso trauriger war es dann natürlich, dass der letzte Tag der Ferienschule so schnell kam und es schon wieder Zeit zum Abschiednehmen war. Doch einige der Jugendlichen kamen auch so noch zu uns ins Büro für Beratung oder Nachhilfe, sodass ich sie trotzdem noch ab und an sah.

Ein weiterer Bereich meiner Arbeit, der mir mit am meisten Spaß machte, waren auch eben diese Beratungsgespräche, bei denen ich Jugendliche bei den unterschiedlichsten Aufgaben unterstützen durfte. Besonders im Bewerbungsprozess für Praktika oder Ausbildung habe ich die jungen Menschen begleitet aber auch bei der Wohnungssuche oder bei sämtlichen Angelegenheiten mit verschiedenen Ämtern. Die Dankbarkeit der Jugendlichen und dass sie sich mir anvertraut haben hat mich sehr motiviert und natürlich auch, dass wir das ein oder andere Erfolgserlebnis gemeinsam feiern durften. Das alles hat mein Praktikum bei Visioneers unfassbar abwechslungsreich und lehrreich gemacht und ich bin super dankbar, dass ich mit einem so tollen Team arbeiten durfte und einen so vielseitigen Einblick in die Arbeit eines sozialen Vereins bekommen konnte!

Hallo Freunde, mein Name ist Katherine Morales, ich komme aus Pérez Zeledón in Costa Rica und ich bin eine Freiwillige im Süd-Nord-Programm von Visioneers und weltwärts. Ich arbeite derzeit in einem Kindergarten und wohne bereits seit einem Monat in Berlin. Die Zeit vergeht schnell.

Wenn ich ein Wort auswählen müsste, um meine bisherigen Erfahrungen zu beschreiben, wäre es „überwältigend“. Ich denke, egal wie viel Vorbereitung wir vor Beginn unseres Freiwilligenjahres bekommen, nichts ist vergleichbar mit dem, was man erlebt. Wenn man erst einmal in Deutschland angekommen ist, hat man das Gefühl, dass der Lebensrhythmus, die Bürokratie, die Sprache usw. einen überrennen und man „einfach loslegen“ muss.

Ich erinnere mich, dass ich viel über das Worst-Case-Szenario nachgedacht habe, wenn ich in Deutschland sein würde. Aber ich habe gemerkt, dass die kleinen Details, die alltäglichen Dinge, von denen ich dachte, dass sie nicht so wichtig sind, die sind, die einige Konflikte aber vor allem Neugier erzeugt haben. Ich möchte dir einige davon erzählen…

Eines Tages war ich in dem Zimmer, das mein Zimmer sein würde, aber es fühlte sich nicht wie meins an, also habe ich angefangen, das Bett und den Schreibtisch umzustellen und das Zimmer so einzurichten, dass es sich mehr nach mir anfühlt. Es stellte sich heraus, dass dies die Wohnungseigentümerin sehr verärgert hat. Ich entschuldigte mich also und als ich am nächsten Tag ankam, hatte die Dame schon wieder alles umgeräumt, hahahaha.

In meinen ersten Tagen im Seminar lernte ich eine deutsche Frau kennen und wir wurden Zimmergenossen. An dem Tag, an dem sie das Seminar verließ, hatte sie ihre Menstruation, und ich sagte zu ihr: „Hey, ich habe Frauenhygieneprodukte, Pillen, eine Wärmflasche,… wenn du etwas brauchst, sag mir einfach Bescheid“. Ihre Antwort war: „Ich habe alles“ und ich sagte: „Na dann, tschüss“. So sind sie hier, sehr direkt, man darf das nicht persönlich nehmen.

Was ich aber überhaupt nicht erwartet hatte, war, wie freundlich sie sein können. Ich glaube, wir alle haben das Klischee, dass die Deutschen kalt und gefühllos sind, aber ich hatte das Glück, unglaubliche Menschen mit einem großen Herzen zu treffen. Bei Visioneers, bei der Frau, bei der ich wohne, im Kindergarten, alle waren bereit, mir zu helfen und diesen Anfang nicht so kompliziert zu machen, dafür bin ich sehr dankbar. Und ich freue mich noch mehr auf alles, was noch kommt.

Danke fürs Lesen, ich hoffe, ihr fandet diesen Beitrag unterhaltsam, ich werde euch über alle meine Abenteuer auf dem Laufenden halten.

Und denk daran: Wenn du nach Deutschland kommst, stell die Möbel nicht um.

Für uns in Deutschland ist Kaffee selbstverständlich – er macht uns wach und schmeckt gut. In Costa Rica hat Kaffee eine wichtige ökonomische Rolle und dient nicht nur als Wachmacher.

Für Costa Rica ist Kaffee ein wertvolles Exportprodukt und generiert hohes Einkommen.

Kaffeeanbau hat daher auch einen großen Einfluss auf die Entwicklung, das Zusammenleben und den Frieden des zentralamerikanischen Landes. Seit Beginn des Exports und dem Zufluss von Fremdwährungen wurden viele Innovationen innerhalb des Landes möglich, wie zum Beispiel die Entwicklung des Bankwesens.

In der Produktion aber sehen sich die Kaffeebäuer:innen verschiedenen Problemen ausgesetzt, die sie immer mehr einschränken: Folgen von Klimawandel, aber auch Schädlinge oder Pflanzenkrankheiten beeinflussen den internationalen Kaffeepreis und die Produktion. Diese Unsicherheiten wirken sich auf die Sozial- und Arbeitsbedingungen aus.

Die Arbeitsbedingungen auf den Kaffeeplantagen sind hart: viele Stunden, kaum Pausen, keine Betreuung für die Kinder der Arbeiter:innen, schlechte Unterbringung und unzureichende Versorgung mit Trinkwasser und Mahlzeiten. Zudem führt die lokale konservative Kultur gegen Ausländer:innen sowie institutionelle Abwesenheit zu Diskriminierung und Ausgrenzung einiger Arbeiter:innen, die aus angrenzenden Ländern zur Kaffeeernte kommen. Manche Familien sind gezwungen, ihre Kinder mit zur Arbeit zu nehmen und für unverhältnismäßige Löhne zu arbeiten.

Die Kaffeeaktivität des Landes kommt derzeit ca. 40.000 produzierenden Familien in acht Regionen des Landes zugute. Eines der wichtigsten Kaffeeanbaugebiete ist die Zona de los Santos, welche aus den Kantonen León Cortés, Dota und Tarrazú besteht. León Cortés ist in sechs Bezirke unterteilt, darunter der Bezirk San Andrés mit ca. 1600 Einwohner:innen.

San Andrés ist ein Stadtteil mit wenigen Ausbildungs- und Bildungschancen für junge Menschen, was zu sozialen Problemen, Armut und Kriminalität sowie steigender Landflucht führt. In der Region Los Santos werden ca. 30 % des Exportkaffees produziert. Die ansässigen Kleinbäuer:innen sind hierbei meistens von großen Unternehmen/Cooperativas abhängig und fühlen sich von diesen oft unterdrückt.

Schaffung eines Bildungszentrums

Durch die Schaffung eines Bildungszentrums in der Region León Cortés wollen wir den örtlichen Problemen in der Kaffeeproduktion entgegentreten und Zukunftsperspektiven für junge Menschen schaffen, Kleinbäuer:innen mehr Unabhängigkeit von Kaffeegroßproduzenten bieten, aber auch Bewusstsein für die Thematik schaffen und nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung vor Ort fördern.

Zudem sollen die jungen Menschen in San Andrés de León Cortés in der Bildungsstätte nachhaltige Förderung erhalten. Gleichzeitig werden wir auch insbesondere die Frauen der Plantagen, alleinerziehende Mütter und die Familien der Kleinbäuer:innen unterstützen.

Die geplante Bildungsstätte wird ein sicherer und integrativer Ort für alle Menschen vor Ort werden. Unabhängig von Herkunft, Nationalität, Bildung und sozialem Niveau wird der Zugang möglich sein. Je nach Interesse können die jungen Menschen auch auf einen Süd-Nord Freiwilligenaustausch vorbereitet werden.

Das Programm der Weiterbildungen und Angebote ist vielfältig geplant. Neben Workshops zu Kaffeeanbau wird es auch Projekte zu Landwirtschaft und Effizienz geben. Kaffeebäuer:innen, Landwirt:innen und junge Menschen/ Tagelöhnende erhalten Weiterbildungen und Trainings zu ökologischem und umweltschonendem Kreislaufanbau.

Außerdem soll es Sprach- und Computerkurse, Workshops zu Verwaltung, Unternehmertum sowie technischen Berufen geben. In dem Bildungszentrum können bis zu 40 Personen Trainings erhalten. Um dem Bedarf an Kinderbetreuung entgegen zu kommen wird es ein Familienzimmer und zwei Multifunktionsräume geben.

Das Projekt wird von unserem Partner Asociacion VISIONEERS Costa Rica koordiniert und überwacht. Es wird mitfinanziert durch Spenden. Wer will, kann die Finka bald sogar besuchen! Wenn du dich gerne miteinbringen möchtest oder sogar beim Bau mitanpacken möchtest, melde dich bei uns. Du möchtest unsere Arbeit finanziell unterstützen?

Wir freuen uns jederzeit über Spenden.

Unsere Kontodaten:

VISIONEERS e. V.

Evangelische Bank

IBAN: DE68 5206 0410 0005 0296 86

BIC: GENODEF1EK1

Betreff: Name + Adresse für Spendenquittung

Am 1. August startete für mich ein ganz neues Erlebnis: ein Freiwilligendienst bei VISIONEERS in Berlin!

Neu ist nicht nur das Umfeld, die Arbeit und die Stadt, sondern auch das Alleine-Wohnen und -Kochen, die 40-Stunden-Woche und die paar Spanisch-Vokabeln, die ich von meinen Mitfreiwilligen Andres und Jordy aufgeschnappt habe.

Nach Berlin ging es mit meiner Familie und einem vollen Auto schon eine Woche vor meinem Start bei VISIONEERS, um erstmal in Ruhe die Stadt zu erkunden, bevor meine Gesellschaft dann die Rückreise nach Köln angetreten ist und ich alleine hiergeblieben bin.

Alleine war ich aber nicht lange, denn schon am nächsten Morgen ging es am Hauptbahnhof mit einer Gruppe aus Costa Ricaner:innen und Deutschen los ins „Gästehaus Gussow“, wo ich an einem „Train The Trainer“-Fortbildungsseminar teilnehmen durfte, während zeitgleich Weltwärs-Vorbereitungs-Seminare für Freiwilligendienste in Deutschland, bzw. in Costa Rica stattfanden. Die drei Tage waren wunderbar und vergingen wie im Flug, ich konnte mein zukünftiges Team abends beim gemeinsamen Lagerfeuer kennenlernen (was mich als Pfadfinderin besonders glücklich gemacht hat), mich mit den Weltwärts-Freiwilligen auf das bevorstehende Jahr freuen und mir wertvolle Methoden in der Planung und Leitung eines Seminars aneignen!

Und so schnell wie das Seminar, verging auch der Rest meiner ersten Woche. In der ersten Zeit ging es natürlich hauptsächlich darum mich in unterschiedliche Programme, Vorgehensweisen und den Arbeitsalltag (auch wenn dieser nie gleich ist) einzuführen. Mir hat es sehr geholfen Anna an meiner Seite zu haben, die ihren letzten Monat des Freiwilligendienstes bei Visioneers verbracht und mir geduldig jede Frage beantwortet hat, denn sie weiß wirklich alles!

Inzwischen, einen Monat später, habe ich mich gut eingelebt, fühle mich immer noch sehr wohl im Team und bin jeden Nachmittag unterwegs, um in dem Projekt „Mobile Jugend-Lernhilfe“ Kinder und Jugendliche in Wohngruppen bei ihren schulischen Aufgaben zu unterstützen, was mir sehr viel Spaß macht!

Ich freue mich auf das was mich in den nächsten Wochen noch erwartet, auf die Herbstferienschule, auf die neuen Räume für die Jugendarbeit und auf die gemeinsame Zeit mit allen Menschen, die ich hier bisher kennenlernen durfte und noch kennenlernen werde!

Die ersten Momente, die ich hier in Bulgarien erlebt habe, waren ein Stoß ins kalte Wasser – ich musste es nachts schaffen, etwas zu Essen aufzutreiben, da ich es auf dem Weg natürlich nicht geschafft hatte, etwas zu finden. Doch trotz dieser ziemlich unerwarteten Situation brachte mich dieser Abend direkt einen Schritt näher an meine in Zukunft stark benötigte Selbstständigkeit in diesem noch fremden Land. Außerdem habe ich an diesem Abend bemerkt, wie günstig das Essen hier wirklich ist – ein weiterer positiver Aspekt der Erfahrung.

In der restlichen ersten Woche hab ich meine Mitfreiwilligen kennengelernt, die aus 7 verschiedenen Ländern Europas kamen. All diese plötzlich auftauchenden verschiedenen Eindrücke erweckten in mir ein Gefühl, das sowohl mit Aufregung als auch einer Art Eingeschüchtertheit vergleichbar war – ein Gefühl, das ich schon lange nicht mehr hatte und welches mir signalisierte, dass der Freiwilligenmonat alles andere als mein üblicher Alltag werden würde.

Ich habe viel erlebt während meiner Zeit hier, sei es eine Wanderung über die Berge oder auch ein mehrtägiger Städtetrip, es haben sich mir viele Türen ins Abenteuer geöffnet; Türen, die aber nicht nur aus positiver Aufregung bestanden. Ich habe die Intoleranz einiger bulgarischer Bürger und auch Polizisten wegen meines südländischen Aussehens erfahren, wurde fast ausgeraubt und habe die Kälte mitbekommen, die einige Bewohner Fremden gegenüber zeigten.

Diese Eindrücke wurden aber stark von dem überschattet, was ich als anziehend empfand. Hier gibt es die schönsten Berglandschaften, die ich in meinem Leben bisher gesehen habe, ein zwar sehr warmes, dafür aber extrem einladendes Klima und nicht zu vergessen die mit einem Charme besetzten Straßen, welche man in Deutschland nie in einer Stadt finden würde. Wichtig für mich sind auch besonders die netten und hilfsbereiten Locals, die mir die Städte, in denen ich war, gezeigt haben und mir Tipps für meinen restlichen Aufenthalt hier gaben.

Ein weiteres Highlight waren auch die Menschen, mit denen ich den Freiwilligendienst verbrachte. Mit manchen von ihnen kam ich auch sehr gut zurecht, bis zu dem Punkt, bei dem deren Gegenwart mit einer gewissen Wohligkeit einherkam. Es kam zwar nicht oft vor, doch manchmal gab mir die Gesamtheit dieser neuen und fremden Gruppe von Menschen das Gefühl, wirklich dazuzugehören.

Und außer den äußeren Eindrücken und Erlebnissen weist meine Introspektive auch eine Großzahl an Entwicklung auf. Durch die in meinem gewohnten Umfeld zu Hause unmöglich gewesene Selbstreflektion habe ich einiges Neues über mich gelernt. Der Pfad, den mir dieser Trip ermöglicht hat, ist ein großer Schritt in Richtung Selbsterkenntnis, ein Thema, das mir persönlich sehr am Herzen liegt.