Wachsen mit weltwärts

Bisher konnte ich durch die ehrenamtliche Tätigkeit auf Schloss Ascheberg eine Zeit der persönlichen Weiterentwicklung erleben und eine neue Kultur mit allem, was dazugehört, kennenlernen. Der ständige Kontakt mit verschiedenen Altersgruppen und Bereichen wie Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, Kirchen und Schulen hat mir geholfen, mich besser in die deutsche Kultur zu integrieren. Ich habe die Sprache und die Bräuche, die hier gepflegt werden, kennengelernt und bin bereits an das Frühstück und Abendessen gewöhnt, welche, im Gegensatz zu den warmen, schweren Mahlzeiten in El Salvador, sehr leicht sind.

Jetzt genieße ich sogar auch die Kälte und die drastischen Temperaturschwankungen. So kann es vorkommen, dass es am Tag 25 Grad sind, die Temperaturen aber in der Nacht auf 12 Grad oder 13 Grad fallen. Das ist eines der Dinge, die ich in meinem warmen Land noch nie erlebt habe. Mit meinen ehrenamtlichen Kolleg:innen und den Gästen, die im Schloss ankommen, habe ich tolle Menschen kennengelernt, mit denen ich lange Gespräche führen konnte. Schade ist jedoch, dass ich mich jede Woche wieder von ihnen verabschieden muss.

Außerdem gefällt es mir, dass ich auf einem christlichen Campingplatz arbeite. Hier werden also christliche Werte vertreten, die die Arbeit hier stark beeinflussen und lenken. Das motiviert mich zusätzlich, hier mit all meiner Kraft zu dienen. In meiner Freizeit und in meinen Ferien konnte ich bereits viel über Deutschland und seine verschiedenen Städte lernen. Die unterschiedlichen Infrastrukturen und die Geschichte des Landes halfen mir sehr dabei, die Gründe für viele Stereotypen und Realitäten im heutigen Deutschland zu verstehen. Ich konnte viele neue Dinge erleben und machen.

Costa Rica – Ein Land mit zwei Gesichtern

„Die Schere zwischen arm und reich geht immer weiter auf…“

… ist ein Satz, den man immer häufiger im Zusammenhang mit dem „Entwicklungsstand“ eines Landes hört. Er bedeutet, dass die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden. Es gibt Länder, in denen kleine Wellblechhütten direkt neben riesigen Luxuswohnanlagen gebaut werden, in denen ausgebaute Straßen zu Villen führen, doch nur Schotterwege in die „Slums“, in denen es fließendes, klares und warmes Wasser nur für Menschen gibt, die es sich leisten können. Paradebeispiele für solche Länder sind zum Beispiel, Brasilien oder Südafrika. Doch auch Costa Rica weist solche Strukturen auf. In diesem Artikel kannst du herausfinden, wie das deutlich wird.

Das Paradies

Bunte Paradiesvögel fliegen über deinen Kopf, während du dir eine selbstgepflückte Kokosnuss zur Erfrischung holst. Faultiere kreuzen die Straße, auf der du gerade unterwegs zu einem wunderschönen Sandstrand bist. Du siehst, wie die Sonne in den schönsten Farben hinter einem Vulkan untergeht.
All das und vieles mehr findest du eingebettet zwischen pazifischem- und karibischem Meer im Urlaubsparadies Costa Rica. Vielfältige Landschaften und Mikroklimata machen das Land so einzigartig. Kilometerlange Strände, erfrischende Wasserfälle, aktive Vulkane und Berge, süße Früchte und eine außergewöhnliche Tier- und Pflanzenwelt, etwa fünf Prozent der weltweiten Artenvielfalt ist in diesem winzigen Land zu finden.
Das alles kann man in unzähligen Artikeln in Urlaubsbroschüren über Costa Rica finden. Dieses kleine Land hat viel zu bieten und ist daher ideal, um darin zu reisen, da es unfassbar viele unterschiedliche Naturspektakel auf kleinstem Raum zu entdecken gilt.

Zudem ist es das wohl fortschrittlichste und sicherste Land Zentralamerikas. So gilt Costa Rica zum Beispiel als Vorreiter im Klimaschutz. Dem umweltbewussten Land liegt seine Natur sehr am Herzen. Außerdem pflegt Costa Rica die Zusammenarbeit mit großen Wirtschaftsmächten und auch Menschenrechten wird hier eine vergleichsweise hohe Bedeutung zugeschrieben. Costa Rica wird auch als die „Schweiz Lateinamerikas“ bezeichnet, was zum einen an den (leider) sehr hohen Lebenshaltungskosten liegt, zum anderen aber auch daran, dass es schon seit vielen Jahren, eines der wenigen Länder weltweit ist, welches kein Militär besitzt. Das Geld, welches durch die Absetzung des Militärs eingespart wird, wird glücklicherweise in Bildung investiert. Die Verbesserung der Schulen und Universitäten verhelfen dem Land wirklich zu größerem Wohlstand und ermöglichen Kindern und Jugendlichen oftmals, aus dem Kastensystem auszubrechen.
Diese und viele weitere Aspekte machen Costa Rica so einzigartig und paradiesisch.

SCHNEE VON GESTERN

Buenos días,
mein Name ist Kevin. Seit drei Monaten leiste ich meinen Freiwilligendienst in einem Kindergarten in Berlin. Bis jetzt kann ich sagen, dass die Zeit hier spannender war, als ich gedacht hätte. Es sind viele gut Dinge passiert, aber es war auch nicht immer einfach für mich, mich hier zurechtzufinden, da manche Dinge wirklich kompliziert sind, wenn man hier seinen Freiwilligendienst leisten möchte. Die Bürokratie Deutschlands macht das einem manchmal nicht so leicht.

Aber wie der Titel meines Blogartikels (“Schnee von Gestern”, eine Redewendung, die ich während meines ersten Seminars hier gelernt habe) sagt, ist das alles schon vorbei und gehört der Vergangenheit an.
So sehe ich beispielsweise die Bürokratie in Deutschland eigentlich als etwas Positives an, weil sie zeigt, dass Deutschland in allen Bereichen klar strukturiert ist, auch wenn sie mich hin und wieder auf die Probe stellt und stresst.

Die ersten Tage in Deutschland

Mein erster Tag auf deutschem Boden war ein wenig verrückt, weil mein Koffer auf dem Weiterflug von Frankfurt nach Berlin am Frankfurter Flughafen steckengeblieben war, sodass ich den ganzen ersten Tag nur die Sachen hatte, die ich in meinem Handkoffer und in einem kleinen Rucksack mitgenommen hatte. Ich danke Esteban, einem anderen Freiwilligen, für die Geduld, die er hatte, während ich mein Gepäck sortierte. Auch hat er mir ein wenig über die Stadt und den Ort erzählt, in dem ich wohnen würde. Berlin ist eine Stadt, die mich jeden Tag überrascht. Hier ist jeder auf sich und sein eigenes Leben fokussiert. Niemand hat Zeit (oder nimmt sie sich), sich um andere zu kümmern, was seine Vor- und Nachteile hat.
Ich wohne mit ihm und zwei anderen Männern in einer WG. Zum Glück waren sie alle vom ersten Tag an sehr freundlich.

Die VISIONEERS Finca
Die gemeinnützige Organisation Asociación VISIONEERS Costa Rica wurde im Januar 2020 mit dem Ziel gegründet, soziale Projekte in Mittelamerika zu entwickeln und umzusetzen. Die Asociación setzt sich für globales Lernen, Umweltschutz und die Stärkung einer nachhaltigen Entwicklung in Mittelamerika ein. Asociación VISIONEERS CR hat im Jahr 2021 eine 55.000 m² große Kaffeeplantage in der Region San Andrés León de Cortes erworben. Ziel ist es, dass die Einnahmen des klimafreundlich produzierten Kaffees langfristig für die Umsetzung von sozialen Projekten und Weiterbildungen, für die in San Andrés de Leon Cortes lebenden Menschen, investiert werden.

KAFFEE in Costa Rica
Die ersten Kaffeepflanzen, in Costa Rica Grano de Oro (Goldkorn) genannt, wurden gegen Ende des 18. Jahrhunderts nach Costa Rica gebracht. Sie wurden zunächst als Zierpflanze gehalten, aber schon bald erkannte man das Potenzial der exotischen Sträucher. So wies man die heimischen Bewohner an, durch Anbau im eigenen Garten die Produktion anzuregen. Die ersten Kaffee-Fincas wurden ca. 1830 im Zentraltal eröffnet. Costa Rica exportierte als erstes Land Mittelamerikas den Ertrag nach Europa. Das wertvolle Exportprodukt Kaffee generiert auch heute ein hohes Einkommen für das Land.

San Andrés
Auf einer Höhe von 1200-1800 Höhenmetern und bei einer Temperatur von 15-28 Grad Celsius gedeihen die Kaffeebohnen am besten. Diese Bedingungen werden im Zentraltal Costa Ricas erfüllt. Hier befindet sich auch der Kanton León Cortés mit einer Gesamtbevölkerung von 12.200 Einwohner:innen. Dieser Kanton bildet zusammen mit den Kantonen Dota und Tarrazú eines der wichtigsten Kaffeeanbaugebiete in Costa Rica, die „Zona de los Santos“. In dieser Region werden ca. 30 % des Exportkaffees produziert.
León Cortés ist in sechs Bezirke unterteilt, darunter der Bezirk San Andrés mit ca. 1.600 Einwohner:innen. Dort besitzen ca. 100 Familien eine eigene Kaffee-, Gemüse- oder Obstplantage. Die ansässigen Kleinbäuer:innen sind von großen Unternehmen/Cooperativas abhängig und fühlen sich von diesen oft unterdrückt. Aktuell verkaufen alle Kaffeebäuer:innen in San Andres an die Cooperativas.
In San Andrés gibt es nur sehr wenige Ausbildungs- und Bildungschancen für junge Menschen, was zu sozialen Problemen, Armut und Kriminalität – und steigender Landflucht geführt hat. Inzwischen gehört San Andrés zu einem der Gebiete mit der höchsten Kriminalität des Kantons. Die Bevölkerungszahl ist in den letzten Jahren um 12 % gesunken. Aktuell besuchen 25 Student:innen aus San Andrés die Universitäten in San Jose, da es in San Andrés keine Weiterbildungsmöglichkeiten für sie gibt. 25 % der Anwohner:innen pendeln beruflich täglich nach San Jose. In San Andrés gibt es neben den beiden lokalen Schulen keine Bildungs- und Freizeitangebote für die Bevölkerung. Die nächsten Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es in verschiedenen Nachbarsorten, welche mit dem Auto oder Motorrad ca. 30 Minuten entfernt liegen.

Bewirtschaftung der Kaffeeplantagen
In der Produktion werden die Kaffeebäuer:innen immer einschränkenderen Maßnahmen ausgesetzt: Folgen des Klimawandels sowie Schädlinge oder Pflanzenkrankheiten beeinflussen den internationalen Kaffeepreis und die Produktion an sich. Viele Kleinproduzent:innen in der Region fühlen sich dazu gezwungen, ihre Plantagen zu verkaufen. Traditionellerweise übernehmen die Kinder der Familien in Costa Rica die Plantagen, doch durch Abwanderung oder wenig finanzielle Sicherheit kommt dies immer seltener vor. Die Unsicherheiten wirken sich immer mehr auf die Arbeits- und Sozialbedingungen der Kaffeepflückenden und Tagelöhnenden aus, welche geprägt sind durch Arbeitsplatzunsicherheit und Ungleichbehandlung.

Kulturschocks der letzten 6 Monate

Buenos días,

für meinen zweiten Blogartikel habe ich mir überlegt, dass ich eine Liste von Kulturschocks ausformuliere, die mir in meinem letzten halben Jahr in Costa Rica begegnet sind. Die Punkte habe ich dann nochmal in Kategorien eingeteilt, um es etwas übersichtlicher zu gestalten. Erstaunlicherweise ist es mir ziemlich leichtgefallen, die Kultuerschocks zu benennen. Im Folgenden soll es sich also um die Themengebiete Lebensmittel, Haushalt und Allgemeines drehen.

Lebensmittel:

#01: Salsa Lizano
Diese Soße ist typisch costa-ricanisch und wird für viele Gerichte zum Würzen benutzt. Aus einem costa-ricanischen Haushalt ist diese daher nicht wegzudenken und auch im Supermarkt ist sie mengenweise in allen Formen und Größen zu finden.

#02: Gallo Pinto
Es ist das Nationalgericht Nummer eins und wird vorwiegend zum Frühstück gegessen. Es besteht aus Reis und Bohnen vom Vortag und wird mit der eben erwähnten Salsa Lizano gewürzt.

#03: Pollo
Polllo, also Hühnchen wird in Costa Rica sehr viel gegessen und beinahe jedes traditionelle Gericht beinhaltet Hühnchen. Vegetarisch zu leben ist daher auch nicht ganz so einfach wie in Deutschland, aber durchaus machbar.

#04: Zucker
Dazu gibt es nicht viel zu sagen, außer dass er wirklich überall drin ist.

#05: Gummibärchen
In Costa Rica sind Gummibärchen eine echte Rarität und wenn es tatsächlich welche gibt, dann beinhalten sie noch mehr Zucker als in Deutschland. Im Automercado (Supermärkte mit vielen Importprodukten aus aller Welt) gibt es zwar Haribo, die aber zu einem viel zu hohen Preis angeboten werden.

#06: Schokolade
Als Mittelamerikanisches Land, in dem Kakaobohnen wachsen, sollte man meinen, dass es Schokolade in den verschiedensten Ausführungen gibt. Allerdings ist genau das Gegenteil der Fall. Mit Glück findet man irgendwo eine kleine Vollmilchschokolade, aber sowohl Zartbitterschokolade als auch weiße Schokolade sind nur sehr teuer im Automercado zu finden.

#07: Obst
Zwar muss ich auf Gummibärchen und Schokolade verzichten, dafür ist aber das Obst hier so viel besser als in Deutschland. Insbesondere wenn es zu Ananas, Papaya oder Wassermelone kommt. Aber auch Früchte wie Mamon Chino, die es in Deutschland gar nicht zu kaufen gibt, sind hier superlecker und definitiv etwas, was ich vermissen werde, wenn ich wieder in Deutschland bin.

#08: Batidos
Wo wir schon beim Thema Obst sind, muss ich unbedingt auch Batidos in die Liste aufnehmen. Batidos sind nichts anderes als Smoothies, werden aber in so gut wie jedem Restaurant angeboten. In der Regel hat man dann die Wahl zwischen einem Batido „en agua“ oder „en leche“, also mit Wasser oder Milch. Ein kleiner Tipp: Um das Obst in seiner natürlichen Süße genießen zu können, sollte man immer dazu sagen, dass man den Batido ohne Zucker möchte.

#09: Kochbanane
Kochbananen kannte ich vorher überhaupt nicht und ich muss ehrlich zugeben, dass ich lange gebraucht habe, um mich mit ihnen anzufreunden. Man kann sie sowohl kochen als auch backen oder frittieren. „Platano“, wie die Costa Ricaner sagen, gibt es auch wirklich überall in Form von Chips zu kaufen.

Haushalt:

#10: Essig und Chlor
Als Mischung mit Wasser werden Essig und Chlor zum costa-ricanischen Allzweckreiniger. Damit wird hier in Costa-Rica wirklich alles saubergemacht. Vom Wischen des Bodens, über das Schrubben der Zimmerwände, bis hin zum Waschen von Obst und Gemüse.

#11: Gelbe Putzlappen
Ich sag’s euch, diese Putzlappen sind wirklich überall. Die Mikrofasertücher kann man als Einheitsgröße überall kaufen und wirklich jeder besitzt diese Tücher und benutzt sie im Haushalt.

#12: Reiskocher
Nicht nur gelbe Mikrofasertücher, sondern auch mindestens ein Reiskocher darf in keinem costa-ricanischen Haushalt fehlen. Es ist aber auch sehr viel einfacher und schneller als Reis im Topf zu kochen.

#13: Waschmaschine
Die Waschmaschinen sind hier wirklich gewöhnungsbedürftig, denn sie sind zum einen sehr viel größer als deutsche Modelle und zum anderen werden sie ganz anders bedient. In der Waschmaschine sind Wäschetrommel und Schleuder voneinander getrennt. Vor dem Waschen muss in die Trommel manuell über einen Schlauch das Wasser eingelassen werden. Schließlich wird die Wäsche 15 Minuten in kaltem Wasser gewaschen. Bei stark verschmutzter Wäsche wird der Waschgang einfach nochmal wiederholt. Danach muss man die Wäsche noch fünf Minuten zum Schleudern in die Schleuder legen, bevor sie zum Trocknen aufgehängt werden kann.

Gesegnet

Mein Name ist Miguel (Mike) Lazo. Ich komme aus El Salvador und leiste seit ein paar Monaten meinen Freiwilligendienst im Schloss Ascheberg in Schleswig-Holstein. Hier ist eine Zusammenfassung meiner ersten Monate in Deutschland:

Es gibt viele Worte, die ich verwenden könnte, um diese letzten vier Monate zu beschreiben. Dazu gehören Freude und Glück, aber das wohl passendste Wort ist wahrscheinlich „gesegnet“. Seit dem Moment, in dem ich Deutschland betreten habe, kann ich die Hand Gottes sehen. In der ersten Woche hatten wir ein sehr bereicherndes Seminar, bei dem ich etwas über die Erfahrungen anderer Freiwillige lernen konnte. Sowohl deutsche als auch lateinamerikanische Freiwillige konnten mir dabei helfen, darüber nachzudenken, wie dieses Arbeitsjahr für mich werden würde. Die erste Woche war ein sehr schöner Anfang für mich. Doch dann erfuhren Julio (mein Mitfreiwilliger) und ich, dass es nun an der Zeit für uns war, zu gehen. Außerdem mussten wir dabei auch feststellen, dass uns eine längere Reise nach Ascheberg bevorstand. Wir fuhren mehr als fünf Stunden, was mich aber nicht störte, da wir an wunderschönen Landschaften vorbeifuhren. Außerdem war ich mit Julio und Esteban in guter Gesellschaft.

Ankunft im Schloss

Im Schloss habe ich mich schnell wohlgefühlt, weshalb ich mich bald gut einleben konnte.

1. Monat:

So verging der erste Monat wie im Flug. Alle Mitarbeitenden und Freiwillige vom Schloss Ascheberg waren sehr nett und verständnisvoll und konnten uns so dabei helfen, hier richtig anzukommen. Sie haben uns alles gegeben, was wir brauchten.

2. Monat

Im zweiten Monat habe ich mich vollständig an den Ort, meine Arbeit und die Gruppen gewöhnt, sodass sich allmählich eine Routine entwickelt hat. Ich führe mit den Gruppen, die zum Schloss kommen, verschiedene Aktivitäten durch, wozu beispielsweise Klettern, Kanufahren und Spaziergänge im Wald zählen.

„Das ist doch nicht zu viel!“

Weihnachten in Costa Rica ist ziemlich wichtig. Schon im Oktober, kurz nach Halloween, beginnen die Vorbereitungen. In der ganzen Stadt funkeln Christbaumkugeln und Lichterketten an riesigen Weihnachtsbäumen in Einkaufszentren. Auch im Kinderheim stand der Weihnachtsbaum ziemlich früh und ein zweiter kam noch hinzu. Die richtige Weihnachtsdekoration durfte natürlich nicht fehlen und so wurde der Außenbereich schnell in Rot und Grün getaucht.
Mit viel Beleuchtung und hängenden Micky-Maus Weihnachtskugeln, wurde uns die Dekoration präsentiert. Das Gesicht meiner Mitfreiwilligen Emma ist nur schwer zu vergessen. Minimalistische, dezente Dekoration gibt es hier nicht. Zu unserem Erstaunen haben Emma und ich schnell gemerkt, dass Weihnachten hier ganz anders gefeiert wird. Zu der Vorfreude in Costa Rica gehört neben der richtigen Dekoration auch die richtige Partyausstattung. Gemeint sind Luftschlangen, Pfeifen, Trompeten oder auch Musik. Hauptsache es ist laut!! Dass sich dabei auch mal Abschiedsfeiern nicht von Geburtstagsfeiern unterscheiden lassen, ist ziemlich üblich. Es wird getanzt, gesungen und Unmengen an Kuchen und Süßes gegessen.

„Jesús es Navidad“

Auch wenn Weihnachten eine kleine „Fiesta“ ist, wird der religiöse Ursprung nicht vernachlässigt. Immer wieder wird erwähnt, dass Weinachten Jesus sei, während nebenbei Kindermusik, die die Geburt Jesus Christus nacherzählt, zu hören ist. Weihnachten ist nicht nur, neues Spielzeug zu bekommen, sondern auch der Glaube.
Wo bleiben die Geschenke?! Wochen vor der eigentlichen Weihnachtsfeier, gab es bei uns schon Bescherung. Die Kinder bekamen Kuchen und Süßes und durften dann die kurz zuvor unterm Baum platzierten Geschenke öffnen. Organisiert wurde dies von Freiwilligen, die die Geschenke gespendet haben. Neben haufenweise neuem Spielzeug, durften wir später auch Windeln, Kleidung, Handtücher und Hygieneprodukte einräumen. Das blieben aber nicht die einzigen Spenden. Im Laufe des Monats kamen Spender vorbei mit ganzen Tüten voll eingepackter Geschenke. Auch wurden die Kinder auf ein riesiges privates Grundstück eingeladen, auf dem sie von einer Clown-Show, Hüpfburg und Pferden begeistert wurden.

Lächeln und Träume

Wer wir sind

Wir sind Lara und Katharina, 18 Jahre alt und aktuell als weltwärts-Freiwillige mit VISIONEERS in Costa Rica. Im Juli haben wir noch die letzten Tage in der Schule verbracht und im August ging es dann schon los mit einem neuen Lebensabschnitt.

Unser Zuhause und unser Projekt

Hier in Costa Rica wohnen wir bei Gastfamilien in einem kleinen Dorf in den Bergen namens “Tabarcia”, etwa eine Stunde von der Hauptstadt San José entfernt. Unsere Arbeit ist ein Ort weiter, in Guayabo. Hier arbeiten wir in der Kindertagesbetreuung “Centro Infantil – Sonrisas y Sueños”. Die Kindertagesstätte wird von vielen Kindern im Alter von zwei bis zwölf Jahren besucht. Aktuell gehen hier täglich 55 Kinder ein und aus. Viele Kinder kommen aus einem schwierigen Zuhause mit wenig Geld und Besitz. Oftmals sind die Eltern alleinerziehend  auch sehr junge Mütter. Das Centro Infantil wird zu großen Teilen vom Staat finanziert und erhält Spenden von der Kirche und von US-amerikanischen Botschafter:innen.

Das Centro Infantil

“Sonrisas y Sueños“, das Motto des Centro Infantils, bedeutet „Lächeln und Träume“. Die Kinder bekommen hier die Möglichkeit, in Kontakt mit anderen Kindern zu kommen und mehrere Mahlzeiten und einen sicheren Ort zu haben, an dem sie “lächeln und träumen” können. Das alles soll ihnen dabei helfen, einen ganz eigenen, guten Start ins Leben zu haben.

Unsere Aufgabe ist es, die Kinder hierbei zu begleiten. Vom Englischunterricht am Morgen, über das gemeinsame Essen bis zum Spielen und Basteln ist alles dabei. Nebenbei dürfen wir auch immer wieder kleine Projekte durchführen.
Unser aktuelles Projekt ist die Gestaltung eines Adventskalenders. Diese sind hier in Costa Rica nicht besonders üblich. Hinter jedem Türchen wartet eine kleine Überraschung auf die Kinder. An manchen Tagen basteln oder backen wir mit ihnen, an anderen Tagen haben wir selbst kleine Spiele, wie Puzzles oder ein Memory erstellt.
Während im Centro Infantil viele Kinder eine Ablenkung bekommen, war es für uns hingegen anfangs ein kleiner Schock, mit Armut und Ungerechtigkeit konfrontiert zu werden. Denn ihre persönlichen Geschichten lassen die Kinder natürlich nicht in ihrem Zuhause – man bekommt zu großen Teilen mit, wie es den Kindern geht und wie sie aufwachsen. Auch wenn wir in Deutschland darauf vorbereitet wurden, ist es letztendlich anders und emotionaler, als wir uns es vorgestellt haben. Doch obwohl unsere Arbeit Schwierigkeiten birgt und man viel Geduld und Durchsetzungsvermögen benötigt, um das Vertrauen der Kinder zu gewinnen, freuen wir uns, dass wir mit unserer Arbeit den Kindern immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern können.

Hallo,
ich bin Silvie.

Wow, seit Anfang Dezember arbeite ich nun in Griechenland mit der NGO „Open Cultural Center“, es fühlt sich aber an, als ob es bereits drei Monate wären. Ich mache hier meinen Freiwilligendienst mit dem Europäischen Solidaritätscorps.
Die NGO bietet Sprachunterricht für Erwachsenene und Kinder an, daneben haben wir aber noch eine ganze Palette an Angeboten, wie zum Beispiel einen Fahrradverleih, einen Frauen-Nachmittag und natürlich ganz viele Spiele und Spaß.
Meine Aufgabe ist es, hier den Deutschunterricht zu leiten und am Nachmittag Englischunterricht für Schüler zwischen 16-20 Jahre.
Es ist für mich eine unglaubliche Erfahrung, die Menschen mit all ihren Träumen, Wünschen und Erfahrungen kennenzulernen, und ich möchte keinen Moment, den ich hier verbringe, missen.
Allerdings findet der Unterricht in keinem schönen Kontext statt. Die Menschen, die im Camp leben, haben furchtbare Dinge auf ihrem Weg nach Europa erlebt, sie sind Opfer von Gewalt und Menschenhandel geworden, aber der Enthusiasmus und der Wille zu lernen, um in Europa ein neues Leben anfangen zu können, sind ansteckend und schaffen immer wieder Momente der puren Freude.
Mich haben die Offenheit und das Vertrauen der Mitarbeiter:innen und der Schüler:innen gleichermaßen überwältigt.
So konnte ich schon am ersten Tag mit dem Unterrichten beginnen.
Das war eine ganz schöne Herausforderung! Aber Übung macht ja bekanntlich den/die Meister:in und so bin ich nach und nach in meine neue Rolle als Lehrerin hineingewachsen.

Ich bin mit der Intention hierhergekommen, für andere Menschen einen wirklichen Unterschied zu machen und genau das kann ich hier!

Deutschland ist eine andere Ebene

Hallo, mein Name ist Julio, ich komme aus El Salvador und werde im Schloss Ascheberg für ein Jahr ehrenamtlich arbeiten. Ich bin am 17. September zusammen mit meinem ehrenamtlichen Partner Miguel in Deutschland angekommen und habe seitdem eine der bedeutsamsten Zeiten meines Lebens in diesem wunderschönen Land verbracht.

Das erste Wochenende in Berlin verbrachten wir zusammen mit Sarah vom VISIONEERS-Team, mit der wir eine wirklich tolle Zeit hatten. Wir lernten die Stadt Berlin per Rad und Zug kennen und haben viel über die für uns neuen Bräuche sowie über die Geschichte Deutschlands gelernt. In der darauffolgenden Woche waren wir mit verschiedenen Freiwilligen aus dem Programm auf einem Seminar in Brandenburg, von denen die meisten junge Deutsche waren, die gerade aus Costa Rica zurückgekehrt sind. Außerdem waren auch Latinos, die in Deutschland ihre Freiwilligenarbeit leisten da und einige, die als Freiwillige erst noch nach Lateinamerika gehen würden. In der ersten Woche konnte ich mein Deutsch nicht viel üben, da alle Spanisch gesprochen haben. Die Zeit in der ersten Woche war daher sehr angenehm für uns. So begann die eigentliche Herausforderung erst in der folgenden Woche, als wir in die Stadt Ascheberg im Bundesland Schleswig-Holstein im äußersten Norden Deutschlands gezogen sind. Esteban, ein Freiwilliger von VISIONEERS, begleitete uns. Bei der Ankunft am Kieler Busbahnhof wurden wir vom Team des Schlosses sehr nett und freundlich empfangen.