Bevorstehender Abschied und lachende Sterne

Ich schreibe diesen Text mit gemischten Gefühlen.


Sechs Monate geht meine Freiwilligenarbeit in der Paul-Gerhardt Kita und nun neigt sie sich dem Ende zu. Mein Abschied steht kurz bevor. Nur noch etwas über 2 Wochen bleiben mir in der Kita meiner Heimatgemeinde. In den letzten Tagen musste ich oft daran denken, dass ich bald gehen werde. Dass es nun nach 6 Monaten Abschied nehmen heißt. Und obwohl ich wusste, dass mein Freiwilligendienst am 19.02.2021 enden würde, rückt der Tag nun schneller näher als gedacht. Und wird mit jedem Tag, der vergeht, immer mehr Wirklichkeit.


Der Gedanke daran macht mich traurig, denn auch wenn vieles nicht einfach war, ich vor vielen Herausforderungen stand und mich nicht nur einmal überfordert gefühlt habe, genieße ich die Zeit dort sehr. Genieße es, zu lernen, Zeit mit den Kindern zu verbringen und die Erzieher:innen zu unterstützen; so gut ich kann.

Der Gedanke an den Abschied macht mich auch traurig, weil es gut sein kann, dass wir uns da weiterhin in der Notbetreuung befinden werden und ich einige Kinder vorher und an diesem Tag nicht sehen werde.

Doch vor allem bin ich dankbar für die Zeit, die ich in der Kita verbringen durfte. Dass ich Erfahrungen sammeln durfte und oft erfüllt von Gefühlen der Freude nach Hause gefahren bin. Erfüllt von der Energie der Kinder. Von ihrem Lachen. Von ihrer Phantasie, ihren Fragen, ihrer Neugier.


Es gibt viele Erlebnisse, an die ich gerne zurückblicke und in jenen Erinnerungen schwelge.

Um von ein paar dieser Erlebnissen zu erzählen:


An einem Tag war ich bei den beiden Schaukeln auf unserem Kita-Spielplatz; habe darauf geachtet, dass sich die Kinder abwechseln, doch vor allem habe ich ihnen Anschwung gegeben. Ein Kind wartete schon länger darauf, auch schaukeln zu können, doch ein Kind schnappte ihm, als er dran war, die Schaukel weg. Ich fragte das Kind, ob es für ihn in Ordnung sei, da er schon länger wartete. Ja, das war es! Sonst könnte das andere Kind doch nicht schaukeln!

Und er wartete geduldig, bis er dann schaukeln konnte.


Ein anderes Mal schaute ich einem Mädchen und einem Jungen zu, die draußen auf die Suche nach Tieren gingen: Käfer, Regenwürmer, Kellerasseln. Schnecken. Alles durfte dabei sein. Behutsam nahmen sie die Tiere und legten sie in eine Box mit Löchern auf dem Deckel und sammelten Blätter, Gras, Erde und Steine, um den Tieren ein schönes Zuhause zu bieten.


Und als ich einmal mit ein paar Kindern draußen auf dem Spielplatz war, nahm mich ein Mädchen an die Hand, führte mich zielstrebig zur Rutsche und zeigte mir oben, dass sie zusammen mit mir rutschen möchte.

Und das machten wir daraufhin ein paar Male :)


Und jetzt nutze ich die Zeit, kurz vor meinem Abschied umso mehr, die Zeit mit den Kindern zu genießen und mich mit den Kolleg:innen zu unterhalten.

Ich sammle die Bilder, die mir die Kinder gemalt haben und schreibe ihre Namen drauf. Und später, wenn ich sie mir wieder anschaue, werde ich an meine unverhoffte, aber umso schönere Zeit in der Kita zurückdenken und mich an die Erlebnisse mit den Kindern zurückerinnern.


Und dann, nachdem mein Freiwilligendienst dort beendet ist, möchte ich das Kind in mir nicht verlieren, sondern es spüren. Und es rauslassen. Neugierig sein. Fragen stellen und das Lachen des Kleinen Prinzen in den Sternen hören.

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