Sommer, Sonne, Carl-Sonnenschein - Unser FSJ in Deutschland

Der Berliner Sommer ist da und wir sind schon etwa drei Monate wieder in Deutschland.

In letzter Zeit hatten wir diverse Aufgaben, um irgendwie 8 Stunden am Tag zu arbeiten. Wir haben Onlinenachhilfe gegeben, Masken genäht und Geschwister beim Onlineunterricht unterstützt.


Doch seit zwei Wochen haben wir mal wieder einen Grund das Haus zu verlassen, richtige Arbeit und einen geregelten Alltag. Wir arbeiten an der Carl-Sonnenschein-Grundschule in Mariendorf. Das Projekt „LernBrücken“ ist eine 12-wöchige Kooperation zwischen Visioneers und der Schule. Das Ziel dieser ist es, Kinder mit Migrationshintergrund oder vielen Geschwistern der Jahrgänge 1-6 zu unterstützen. Denn vor allem diese sind in den letzten Wochen ohne richtigen Unterricht mit den Onlineaufgaben oder Wochenplänen nicht hinterher gekommen.



Unsere Aufgaben bei der Lernbrücken

Wir erledigen mit den Kindern also alte Aufgaben, korrigieren die bearbeiteten Seiten und fangen im besten Fall auch schon mit aktuellen Wochenplänen an. Auf Grund der aktuellen Situation haben die Kinder normalerweise nur jeden zweiten Tag Unterricht. An dem jeweils anderen Tag kommen sie dann zu uns. Dabei entsteht an jedem Tag eine neue bunte Mischung aus allen Klassenstufen, Ethnien und Lernniveaus. Manche brauchen super viel Unterstützung, weil deren Eltern Analphabeten sind und sie somit Zuhause nur ganz schwer Hilfe bekommen können oder weil sie selber erst noch Deutsch lernen und deshalb die Aufgaben nicht verstehen und es ihnen an Vokabular fehlt. Die einen bearbeiten die Aufgaben in Ruhe für sich, die anderen sind unmotiviert und machen Lärm. Weitere arbeiten nur, wenn man die ganze Zeit daneben sitzt und die Nächsten sind zwar leise aber machen auch kaum was. Somit ist es jeden Morgen erneut eine Herausforderung die Gruppen so einzuteilen, dass eine möglichst positive Lernatmosphäre entsteht. Meistens teilen wir uns dann in zwei bis drei Gruppen ein, wobei eine Gruppe etwa zwischen 3 und 6 Personen groß ist. Wenn man es dann geschafft hat, dass alle arbeiten, muss man allerdings umso mehr korrigieren, also hat man immer etwas zu tun und ist deshalb, obwohl die Gruppen so verhältnismäßig klein sind, doch immer wieder nach 5 Stunden Arbeit wirklich geschafft.

Spaß mit den Kindern

Was aber tatsächlich schön zu sehen ist, ist, dass es Jungs und Mädels gibt, die sich wirklich auf uns freuen. Sowohl von Eltern als auch von Lehrern oder Erziehern wurden wir schon mehrmals angesprochen, dass sie teilweise richtig Spaß an den LernBrücken haben. Wie wir das geschafft haben? Wir haben da so einige Asse im Ärmel. Nicht nur motivieren wir die Schüler mit ausreichend Süßigkeiten, Visioneers hat uns auch Tablets zur Verfügung gestellt, die die Kinder, wenn sie ordentlich gearbeitet haben, benutzen dürfen. Aber nicht nur die Kinder, auch wir haben Freude an dem Projekt. Die 1. - 5. Klässler schaffen es immer wieder, einen zum Lachen zu bringen oder uns mit irgendwelchen absurden Geschichten über deren Verwandte zu verwundern.

Man kann also sagen, dass wir auch hier in Deutschland weiterhin Spaß und Begeisterung an der Arbeit finden, obwohl sich unser Freiwilligendienst definitiv anders entwickelt hat als erwartet.


#LernBrücken #DeutscheKinder-und Jugendstiftung

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