Nähwerkstatt für Jugendliche aus Deutschland und junge Geflüchtete


Wir von Visioneers haben es uns zur Aufgabe gemacht, Brücken zu bauen und Jugendliche aus Deutschland und geflüchtete Jugendliche aus Krisenländern zusammenzubringen. Mit Hilfe einer finanziellen Förderung des Landes Berlin – Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit – konnten wir unsere Nähwerkstatt weiterentwickeln. Seit Juni 2016 finden nun einmal pro Woche dreistündige Näh-Sessions statt, in denen Jugendliche aus verschiedenen Kulturkreisen gemeinsam nähen und sich so auf Augenhöhe begegnen und kennenlernen können.

Ein einzelner Workshoptermin beginnt immer mit einer gemeinsamen Gesprächsrunde, in der die vorherige Woche und alle für den aktuellen Tag anstehenden Aufgaben besprochen werden. Dabei werden auch theoretische Hintergründe des Nähens von Textilien in den Vordergrund gestellt sowie entwicklungspolitische Aspekte besprochen. Die Jugendlichen haben die Möglichkeit, ihre eigenen Vorschläge und Ideen einzubringen und miteinander zu besprechen. Danach beginnen die Jugendlichen frei an dem jeweiligen Projekt und miteinander zu arbeiten. Gegenseitige Unterstützung und Zusammenarbeit unabhängig von der Herkunft stehen in dieser Phase im Fokus. Zum Schluss jedes Termins kommen wir noch einmal zusammen, besprechen den jeweiligen Tag und werfen einen Ausblick auf die in der kommenden Woche anstehenden Aufgaben. All das geschieht in einer entspannten Atmosphäre, denn der Spaß am Nähen und Beisammensein soll immer im Vordergrund stehen.

Die Workshops werden komplett in deutscher Sprache durchgeführt und von unserer kreativen Julia von Funkelfaden.de geleitet. Jede Woche denkt sich Julia ein neues Thema und spannendes Projekt aus. Unsere Workshops geben den geflüchteten Jugendlichen die Möglichkeit, ungezwungen mit der deutschen Sprache und Kultur in Kontakt zu treten und gleichzeitig geben sie den in Deutschland aufgewachsenen Jugendlichen die Chance, eine neue Kultur kennenzulernen und mehr über die Lebensumstände in Krisenländern zu erfahren.

Viele der Teilnehmer haben in ihren Heimatländern als Näher in der Industrie gearbeitet. Dies bedeutet, dass sie entweder nach dem Schulbesuch oder statt des Schulbesuches in Fabriken gearbeitet haben, in denen die Kleidung hergestellt wird, die man beispielsweise in Deutschland günstig erwerben kann. Das kreative Arbeiten ist für sie zwar neu, der Umgang mit der Nähmaschine jedoch oft sehr vertraut. Die teilnehmenden Jugendlichen aus Deutschland haben zu der Lebenssituation in Krisenländern meist keinen Bezug. Das sogenannte Shoppen gehört zu den liebsten Beschäftigungen vieler Teenager. Das Bewusstsein dafür, wer diese Kleidung unter welchen Umständen herstellt, ist oft nicht sehr ausgeprägt.

Die Ausgangssituation dieser beiden Gruppen könnte also nicht unterschiedlicher sein, wobei sie jedoch fortan beide in Deutschland leben und Teil der gleichen Gesellschaft sind. Hier setzen wir mit unserer Nähwerkstatt an, um das Verständnis der beiden Gruppen füreinander zu verbessern, die Integration zu fördern und das Wissen über Fluchtursachen und die Situation Jugendlicher in Krisenländern zu vertiefen.

Seit Juli 2016 kommen nun regelmäßig deutsche Jugendliche sowie junge Geflüchtete in das Café Connections, wo die Nähwerkstatt stattfindet. Oft wird vorher gemeinsam gekocht und gegessen, bevor es dann an das gemeinsam Nähen geht.

Wir bedanken uns für die Unterstützung der

Für die Inhalte der Publikationen ist allein die bezuschusste Institution verantwortlich. Die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung wieder.

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