Ein Picknick mit Flüchtlingskindern aus aller Welt

Wir sind vollkommen gerührt, als Ivan, ein Junge aus Russland, jedem von uns ein buntes Armband reicht, das er selbst gemacht hat. „Spaciba“ – wir bedanken uns mit unseren wenigen Brocken Russisch, aber das ist vollkommen egal, denn der heutige Tag hat uns gezeigt, dass man sich auch ohne Worte wunderbar versteht.

Im Rahmen eines Social Days bei unserem Arbeitgeber Wayfair entschieden wir uns vor Kurzem, ein soziales Projekt zu unterstützen. So machte sich unser Team aus sechs Leuten vor einigen Tagen gemeinsam auf den Weg ins Industriegebiet nach Spandau, um dort mit Kindern eines Flüchtlingsheimes einen Tag auf dem Abenteuerspielplatz zu verbringen. Da die Heimbewohner so gut wie keine Abwechslung haben – die Kinder werden immerhin tagsüber von einer Betreuerin beschäftigt – wollten wir ihnen die Möglichkeit geben, einmal die abgelegene Unterkunft zu verlassen und etwas anderes zu sehen als die üblichen vier Wände. Natascha Tepass, die Gründerin der gemeinnützigen Organisation VISIONEERS, begleitete uns an diesem Tag. Wir waren alle ziemlich aufgeregt, da wir nicht wussten, was uns erwartet: Sprechen die Kids deutsch? Können wir uns mit ihnen unterhalten? Woher kommen sie? Was ist ihre Geschichte? Das waren nur einige der Fragen, die wir uns stellten. Aber unsere Sorgen waren völlig unbegründet. Spätestens nach der kurzen Vorstellungsrunde – jeder sagte seinen Namen, sein Alter und woher er oder sie kam – verloren sowohl die Kinder als auch wir die anfängliche Scheu. Plötzlich hatte jeder von uns ein Kind an der Hand und so marschierten wir los zum Spielplatz. Um den Kids eine Freude zu machen, waren wir nicht ganz unvorbereitet gekommen, sondern hatten Snacks, Getränke und zahlreiche Spiele im Gepäck.

Am Spielplatz angekommen eroberten uns die Kinder dann wie im Fluge. Das bedeutete für die kommende Stunde: klettern, laufen, rutschen, klettern, buddeln, klettern, rutschen, malen, Seifenblasen, rutschen, klettern. Zwischendurch haben wir etwas gegessen, und schon ging es weiter, diesmal mit Federball, Tischtennis, Fußball und mehr.

Es war toll zu sehen, wie viel Spaß die Kinder hatten und für uns eine wunderbare Möglichkeit, einfach selbst mal wieder ausgelassen rumzualbern und zu spielen. Wir waren beeindruckt, wie gut wir uns alle verstanden, auch wenn wir zum Teil nicht einmal die gleiche Sprache sprachen. Mit Händen, Füßen und den Dolmetscher-Qualitäten der anderen Kids überwanden wir auch diese kleine Hürde. So unterschiedlich alle waren – wir Endzwanziger aus Deutschland und die Kinder im Alter von drei bis zwölf Jahren aus Russland, Bosnien, Albanien oder Syrien – so schnell verstanden wir uns und verbrachten einen schönen Nachmittag zusammen.

Nach ein paar Stunden, die wie im Flug vergingen, hieß es dann aufräumen und den Heimweg antreten. Zurück im Flüchtlingsheim zeigte Natascha uns die Unterkunft und wir trafen den Leiter, dem wir unsere Fragen stellen konnten. Wir waren sehr betroffen, als wir die Geschichten der Bewohner hörten und umso überraschter, wie unbeschwert die Kinder waren.

Im Zug nach Hause waren wir alle ziemlich geschafft und müde, aber vor allem auch froh über den Tag und die Erfahrungen, die wir gesammelt hatten. Unser Ziel war es, den Kids eine Freude zu machen und das war uns gelungen. Ganz nebenbei hatten wir selbst einen wunderbaren Tag erlebt und gemerkt, dass es nicht viel braucht – nur Zeit und die Lust, sich mit Menschen auseinanderzusetzen – um etwas zu bewegen. Und manchmal jemanden, der einen an die Hand nimmt und auf den ersten Schritten begleitet. In unserem Fall war es das Team von VISIONEERS, das uns gezeigt hat, dass Helfen einfacher ist, als man denkt. Für uns war der Tag ein Anstoß, auch weiterhin an sozialen Projekten teilzunehmen. Viele weitere Angebote und unterschiedliche Möglichkeiten hierfür bietet VISIONEERS auf seiner Homepage an.

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